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[U] Flüge aus Tokio werden immer teurer

Letzte Aktualisierung: 18. März 2011 / 23:05 Uhr

Flughafen Tokio Narita - Foto: Wikimedia Commons
Die Flucht aus der Gefahrenzone, hier der Flughafen Tokio Narita, wird immer mehr zur Geldfrage - Foto: Wikimedia Commons

Wer Japan infolge der Erdbebenkatastrophe und der atomaren Bedrohung spontan verlassen will, muss viel Geld auf den Tisch legen. Billige Tickets für One-Way-Flüge aus Tokio nach Europa sind kaum verfügbar, denn vorwiegend werden solche aus teureren Buchungsklassen angeboten. "Die Durchschnittspreise für Flüge aus Japan liegen derzeit zwei- bis dreimal über ihrem üblichen Wert", berichtet Konstantin Korosides, Sprecher des Reiseportal-Betreibers fluege.de.

One-Way ab 3.000 Euro

Wer innerhalb der nächsten fünf Tage von Tokio nach Wien, Berlin, München oder Zürich fliegen will, muss mit Preisen von 3.000 Euro und darüber rechnen. Zwar gibt es mit dem russischen Anbieter Aeroflot auch Flüge unterhalb der 1.000-Euro-Marke, doch sind die dafür freien Plätze an einer Hand abzählbar. Zum Vergleich: Kurzfristige Flüge ab Peking oder Bangkok sind locker um 600 Euro oder weniger zu haben - alles in der Economy-Class, wohlgemerkt. In der Business-Class findet man erst ab 10.000 Euro Angebote, die sich nicht auf wenige Restplätze beschränken.

Wenn auch die Airlines behaupten, die Ticketpreise nicht erhöht zu haben, glauben Brancheninsider, dass bei Flügen aus Tokio derzeit vorwiegend die teueren Buchungsklassen auch innerhalb der Economy-Kategorie angeboten werden. Engpässe betreffen daher besonders diejenigen, die nicht über nennenswerte finanzielle Ressourcen verfügen - wie etwa Auslandsstudenten. Einige Länder wie die USA, China oder England lösen dieses Problem politisch. Die britische Regierung beginnt etwa heute mit Evakuierungsflügen von Tokio nach Hongkong, die nur für britische Staatsbürger gechartert wurden.

Höhere Gewalt

Konsumentenschützer berichten, dass es bislang noch keine Beschwerden von Fluggästen gegeben habe. Die Flugpreise zu bewerten sei schwierig, zumal sie auch auf logistische Probleme zurückgehen könnten. Flugtickets nach Japan sind zudem im Regelfall problemlos stornierbar, da höhere Gewalt im Spiel ist.

Um nicht unnötig viel Geld für die Heimreise aus Japan zu berappen, rät fluege.de-Sprecher Korosides zur Suche nach Ausweichmöglichkeiten bei den Flughäfen in Japan wie auch in Europa, ebenso wie man auch beim Datum besser flexibel sein sollte. "Hin- und Rückflugtickets, bei denen man den Rückflug verfallen lässt, sind oft billiger als One-Way", so der Experte. Online-Flugportale zeigen schneller und besser die Preis- und Verfügbarkeitslage als Homepages der Fluggesellschaften, zudem sollte man auch die Reisedauer beachten: viele der angebotenen Routen kommen auf 20 Stunden und mehr, während Direktflüge nur rund 13 Stunden dauern.

Lufthansa scheint einzulenken

Lufthansa, die in jüngster Vergangenheit durch besonders hohe One-Way-Ticketpreise aus Japan aufgefallen war, scheint nun einzulenken. Wie die Austrian Wings-Redaktion von einem Korrespondenten vor Ort erfahren erfahren konnte, sind nun offensichtlich auch Flugtickets für unter 1.000 Euro beim "Kranich" zu bekommen.

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(red Aig)