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Punktlandung - Geschrieben von Redaktion am Donnerstag, Oktober 27, 2011 17:05
„Bombenstimmung“ am Flughafen Wien
Auf großen Flughäfen kommt es mittlerweile beinahe täglich vor, dass unbeaufsichtigte Gepäckstücke entdeckt werden. In einem solchen Fall müssen die Sicherheitskräfte aktiv werden, denn in Zeiten des weltweiten Terrorismus besteht die Möglichkeit, dass es sich dabei um eine Bombe handelt. Glücklicherweise erweist sich diese Sorge zumeist als unbegründet. Die Austrian Wings Redaktion erreichte nun die Zuschrift einer Passagierin, die den Ablauf einer solchen Aktion am Flughafen Wien miterlebte. Wir veröffentlichen die Meinung unserer Leserin als Kommentar.
Ich war vor einiger Zeit als Passagierin auf einem Flug gebucht, als im Terminal 2 in der Nähe der British Airways Schalter wieder einmal ein unbeaufsichtigtes Gepäckstück gefunden wurde.
Zunächst kamen einige Mitarbeiter des Flughafens, die den Koffer von außen inspizierten, während der Betrieb im Terminal ganz normal weiterlief. Nach einiger Zeit gesellten sich einige wenig motiviert wirkende Polizisten hinzu, die den Koffer zunächst ebenfalls nur in Augenschein nahmen, während wir Passagiere weiterhin unmittelbar neben dem Koffer ungehindert durchs Terminal laufen konnten. Schließlich entschlossen sich die Polizisten dann doch, das Terminal zu „evakuieren“.
Ich schreibe dieses Wort bewusst in Anführungszeichen, denn tatsächlich wurden einige Leute nur vor die Glastüren des Gebäudes geschickt, andere zu den Check-In Schaltern ums Eck, so auch ich.
Nach rund 15 Minuten kam dann die „Entwarnung“. Ich fragte mich allerdings schon während dieser Aktion, was der ganze Unsinn soll und wie ernst die österreichischen Sicherheitskräfte ihren eigentlich Job nehmen.
Denn wäre in besagtem Koffer tatsächlich ein Sprengkörper gewesen und dieser detoniert, so wären mit Sicherheit auch wir, die nur wenige Meter entfernt um die Ecke standen, getötet oder zumindest verletzt worden, sei es durch die Druckwelle oder durch Splitter. Und die Splitterwirkung hätte wohl auch die Glastüren durchschlagen und die Passagiere vor dem Terminal verletzen können.
Wenn der Flughafen Wien schon in die allgemeine Terrorhysterie mit einstimmt (womit wirkliche Terroristen schon eines ihrer Ziele erreicht haben, indem wir uns verunsichern lassen!) und jedes unbeaufsichtigte Gepäckstück zu einem Polizeieinsatz führt, dann sollte er die Sache auch wirklich ernst nehmen und das betroffene Areal großflächig absperren und wirklich evakuieren.
Solche „Alibiaktionen“ jedoch, wie ich sie als Vielflieger in Wien schön öfter erlebt habe, sind dagegen vollkommen sinnlos und im Ernstfall wohl auch tödlich.
F. M.
(Die Autorin ist Geschäftsreisende und Vielfliegerin)
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