Österreich, Top Themen, Videobeiträge

Videoreportage: Slacklines als Gefahr für die Luftfahrt?

Der Trend kommt aus den USA, erfuhr jedoch vor allem in Europa in jüngster Vergangenheit breitere Beachtung: das sogenannte Slacklining. Dabei wird, mitunter in großen Höhen, auf einem schmalen Band akrobatisch balanciert. Das Gesetz sieht in zahlreichen Fällen eine Genehmigungspflicht für gespannte Slacklines, die anderen Luftfahrthindernissen wie beispielsweise Materialseilbahnen oder Stromkabeln gleichgestellt werden, vor. Bringen die Extremsportler wirklich die Luftfahrtsicherheit in Gefahr? Austrian Wings hat mit Slackline-Profis, Piloten und natürlich auch dem zuständigen Ministerium ausführlich gesprochen.

Austrian Wings erörterte mit Vertretern aller Beteiligten mögliche Lösungsansätze für die Zukunft (zum Abspielen bitte auf das Vorschaubild klicken) - Video: V-I-P.tv

Klar ist: Seile, die in Gebieten gespannt werden, in denen Luftfahrzeuge unterwegs sind, müssen den Piloten bekannt gemacht werden. Beim Blick aus dem Cockpit gegen dunklen Hintergrund sind Seile und Bänder in den meisten Fällen nicht rechtzeitig erkennbar - dann wäre die Katastrophe vorprogrammiert. Andererseits ist es, gerade im sportlichen Bereich, kaum möglich, entsprechende Aktivitäten bereits langfristig minutiös vorauszuplanen - je nach örtlicher Gegebenheit können die Genehmigungsverfahren, denen nach aktueller Rechtslage auch Slacklines unterworfen sind, bis zu einem halben Jahr in Anspruch nehmen. Das ist nicht nur wenig praktikabel, sondern vor allem bei einem so witterungsabhängigen Sport schlicht völlig unmöglich.

Doch Austrian Wings erkannte im Zuge der Reportagegestaltung große Dialogbereitschaft auf beiden Seiten. Piloten respektieren den Slacklinesport und sehen in seinen Anhängern keinesfalls "Wahnsinnige, die ein Luftfahrtrisiko bewusst heraufbeschwören wollen" - wie manche Medien dies bereits suggerierten. Auch seitens des Ministeriums hat man Verständnis für die Anliegen der Sportler und sicherte zu, praxisgerechte Lösungen zu suchen, mit denen künftig langwierige Genehmigungsverfahren vermieden werden könnten. Und der ÖAMTC präsentierte zusammen mit dem Österreichischen Slacklineverband bereits ein auf privater Basis betriebenes Modell, das ebenfalls für mehr Sicherheit sorgt.

Slackline im alpinen Raum; die Sportler hoffen auf künftig einfachere Verfahrenswege - Foto: Fritz Hochfelner
Slackline im alpinen Raum; die Sportler hoffen auf künftig einfachere Verfahrenswege - Foto: Fritz Hochfelner

Für die Zukunft soll sichergestellt werden, dass Luftfahrzeugführer und Slacklinesportler in friedlicher Koexistenz und unter Wahrung aller nötigen Sicherheitsaspekte ihren Tätigkeiten nachgehen können - mit einem für alle Betroffenen hilfreichen Konsens.

(red Aig / Titelbild: Slacklines/Highlines sind oftmals schwierig zu erkennen, vor allem aus Pilotensicht - Foto: Stefan Junghannss)