Punktlandung

Land der Berge, Land der Helis …

Notarzthubschrauber auf dem Weg zum Notfallort - Foto: Austrian Wings Media Crew

39 Rettungshubschrauber gibt es in Österreich im "Vollbetrieb" insgesamt, also bei maximaler Vorhaltung. Das entspricht 1 Helikopter pro 227.000 Einwohnern.

In Deutschland sieht diese Relation bereits etwas anders aus: 1 Rettungsmaschine steht dort pro 1,2 Millionen Einwohnern bereit.

Nun mag man argumentieren, dass es allein hinsichtlich der Topographie, Stichwort alpine Regionen, gehörige Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich gibt, die eine dichtere Verwendung von Rettungshubschraubern hierzulande nötig machen. Das ist nicht von der Hand zu weisen, also blicken wir auch in die benachbarte, topographisch unserem Land sehr ähnliche Schweiz: 17 Maschinen halten eidgenössische Betreiber insgesamt vor, was einer Relation von 1 Hubschrauber pro 504.000 Einwohnern entspricht.

Was führt also dazu, dass, nach Einwohnerzahl gerechnet, Österreich mehr als doppelt so viele Einsatzmaschinen vorhält als die Schweiz?

Rettung für verunglückte Alpinsportler: der Hubschrauber bringt dem Patienten rasche Hilfe und seinem Betreiber eine klingelnde Kasse, denn derartige Flüge werden nach den Regeltarifen an den Patienten direkt und nicht dessen Sozialversicherung verrechnet - Foto: Robert Niederwolfsgruber

Dazu muss man zunächst einmal mit in Betracht ziehen, dass es einige Standorte in Österreich gibt, welche nur während der Wintersaison betrieben werden, im Sommer jedoch geschlossen bleiben. Um diesen Faktor "bereinigt", bleibt im Sommerbetrieb also rechnerisch 1 Hubschrauber für 316.000 Einwohner. Doch auch das ist immer noch der eineinhalbfache Wert unserer Schweizer Nachbarn.

Es scheint, als würden wir als "Rettungshubschrauber-Weltmeister" rangieren.

Sicherlich, für einen Patienten, der rasche Hilfe benötigt, ist das eine feine Sache. Doch braucht es wirklich eine derart hohe Dichte an Notarzthelikoptern?

Um sich mit dieser Fragestellung auseinanderzusetzen, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden, die sich nicht immer in unmittelbare Relation setzen lassen.

Aufwändige Rettungsaktionen, wie etwa mit einem Bergetau, sind im alpinen Gelände oft die einzig sinnvolle Option, um einem Patienten zu Hilfe zu kommen. - Foto: Austrian Wings Media Crew

Wenn der Berg ruft ...
Zum ersten muss kurz erklärt werden, wieso es ausgerechnet im Winter eine so eklatant höhere Anzahl an Rettungshubschraubern gibt, verglichen mit den Sommermonaten. Das ist darin begründet, dass die Sozialversicherungsträger Einsätze nach Sport- beziehungsweise Freizeitunfällen im alpinen Gelände nicht decken. Im Klartext: ein verunfallter Skifahrer oder Bergwanderer muss seinen Hubschraubereinsatz zunächst einmal aus eigener Tasche bezahlen. Der überwiegende Teil der solcherart Geretteten, und das umfasst auch Wintersporttouristen aus dem Ausland, verfügt über Zusatzversicherungen, die dieses Risiko mit abdecken, etwa über Kreditkarten-Assekuranzen oder über Automobilklubs.

Während Einsätze, welche mit den Sozialversicherungen direkt abgerechnet werden – etwa Rettungsflüge nach Verkehrsunfällen, einem Herzinfarkt oder Schlaganfall – dem jeweiligen Flugrettungsbetreiber in aller Regel nur einen Pauschalbetrag, ungeachtet der tatsächlichen Einsatzkomplexität, bringen, kann bei Direktverrechnung mit dem Patienten – also nach Freizeitunfällen am Berg – der volle Rechnungsbetrag, üblicherweise abhängig von den geflogenen Einsatzminuten, gefordert werden. Gerade bei alpinen Rettungsverfahren wie einem Taueinsatz kann das schnell einmal drei-, viertausend Euro oder noch mehr ausmachen. Es ist also klar: Flugrettung ist besonders da finanziell lukrativ, wo der Patient (oder dessen Zusatzversicherung) den Einsatzbetrag löhnen muss, und genau das ist typischerweise in der Wintersportsaison der Fall. Kein Wunder also, dass die meisten Rettungs-Drehflügler in der schneereichen Jahreszeit auf Patienten "lauern". Exakt das wird von der überwiegenden Zahl der Sportler auch erwartet. Im Bewusstsein, über ein gutes Versicherungspaket zu verfügen, möchten die meisten Unfallopfer, selbst bei nicht lebensbedrohlichen Verletzungen, weitaus lieber in kürzester Zeit von einer Hubschraubercrew abgeholt, mit Schmerzmitteln versorgt und auf raschestem Wege ins Krankenhaus geflogen werden, anstatt zunächst eine unangenehme, holprige Fahrt per Akja (Rettungsschlitten) ins Tal antreten zu müssen, ehe es mit einem Krankenwagen ins Spital weitergeht.

In entlegenen Regionen hilft die Flugrettung rasch und effizient. Diese Patientin erhielt, nach einem Sturz am Berg mit daraus resultierendem Oberarmbruch, binnen Minuten hochwertige Versorgung durch das Notarztteam. - Foto: Austrian Wings Media Crew

Was also bodengebunden eine Transportzeit von insgesamt einer Stunde oder mehr bedeutet, und das ohne begleitende Schmerztherapie durch einen Notarzt, ist auf dem Luftweg oftmals in Minutenschnelle erledigt.

Wenn die Kosten hierfür dann ein Versicherungsunternehmen an den Geretteten rückerstattet, lächeln sowohl Patient als auch Hubschrauberbetreiber glücklich. Der eine, weil ihm rasch und kompetent geholfen wurde, und der andere, weil die Kasse klingelt. Wo abseits der lukrativen Alpineinsätze die (finanzielle) Einsatzbilanz weniger attraktiv ausfällt, springen bisweilen die Bundesländer mit Subventionen für ihre Ganzjahres-Hubschrauberstützpunkte ein, um deren Vorhaltung auch dann zu sichern, wenn die Einsätze mit den weitaus geringer ausfallenden Pauschalen aus dem Sozialversicherungstopf abgegolten werden.

Denn der Einsatz von Rettungshelikoptern ist bei weitem nicht auf alpine Unfälle beschränkt.

Der Hubschrauber ist in erster Linie ein schneller Notarzt-Zubringer. Das bedeutet, dass jeder Patient, der einer Versorgung bedarf, welche einen Notarzt erfordert, entweder durch ein bodengebundenes Team oder eben aus der Luft erreicht werden muss, um den Arzt zur Einsatzstelle zu bringen.

Und auch hier zeigt sich rasch eine österreichische Besonderheit.

Im Flachland ist der Helikopter vor allem als rascher Notarzt-Zubringer wichtig. In Österreich umso mehr, als zahlreiche medizinische Maßnahmen für das Sanitätspersonal nicht freigegeben sind und daher die Anwesenheit eines Arztes vielfach auch bei verhältnismäßig minderschweren Notfällen erforderlich macht. - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Der Doktor wird's schon richten ...
Während in den eingangs erwähnten Nachbarländern, Deutschland und der Schweiz, die Sanitäter im Notfallrettungsdienst zunächst eine dreijährige Vollzeitausbildung durchlaufen müssen, um Patienten betreuen zu dürfen, und über angemessene Kompetenzen – wie auch die Gabe von Medikamenten – verfügen, sind viele österreichische Rettungsfahrzeuge mit Sanitätskräften besetzt, die über gerade einmal eine zweimonatige Ausbildung mit 100 Stunden Theorie und 160 Stunden begleiteter Einsatzpraxis verfügen. Die Anwendung sogenannter invasiver Kompetenzen, also die Gabe von schmerzstillenden Medikamenten, ist mit einer solch kurzgehaltenen Ausbildung verständlicherweise nicht möglich.

Der für Sanitäter höchsterreichbare Ausbildungsstand, die sogenannte „Notfallkompetenz Beatmung und Intubation“ (NKI), würde zwar eine gute Möglichkeit zur umfassenden Patienten-Erstversorgung einräumen, hat jedoch einen Pferdefuß: Was per Gesetz seit 2002 möglich und exakt definiert ist, wird ausgerechnet von Österreichs größter Rettungsorganisation, dem Roten Kreuz, vielfach boykottiert. Man wehrt sich einerseits, die NKI-Ausbildung anzubieten, und untersagt andererseits oftmals Sanitätern, welche diesen Lehrgang bei anderen Rettungsorganisationen absolviert haben, diese Kompetenz auch in den eigenen Reihen zur Anwendung zu bringen.

Besonders in entlegenen oder dünn besidelten Regionen ist der Hubschrauber oftmals rascher vor Ort als ein bodengebundener Notarzt. Voraussetzung ist natürlich, dass die Witterungsbedingungen einen Flug zulassen. - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Ein Versorgungsstandard, der manchmal "schmerzt" ...
Die Medikamentenliste, welche beim Roten Kreuz für Notfallsanitäter mit der sogenannten NKV-Ausbildung vorgesehen ist, also die Anlage von Infusionen gestattet, umfasst zudem in kaum einer Region Österreichs die Verabreichung von Schmerzmitteln.

Die Retter stehen angesichts derartiger Regelungen oft achselzuckend da. Ein Notfallsanitäter aus Salzburg, der in der Wintersaison als Pistenretter für die Erstversorgung verletzter Bergsportler zuständig ist, bringt es auf den Punkt: "Wozu soll ich dem Patienten eine Infusion legen, wenn ich das Wichtigste nicht tun darf, nämlich, ihm schnell seine starken Schmerzen zu nehmen?", so der erfahrene Retter resignierend. Und weiter: "Manchmal wird es wirklich lächerlich. Wir haben unzählige Holländer als Wintersportgäste. Wenn bei einem Skiunfall ein niederländischer Sanitäter als Ersthelfer hinzukommt und mithilft, fängt seine übliche Arbeitskompetenz dort an, wo meine eigene schon aufhört", ist der hauptberufliche Rotkreuz-Sanitäter um einen drastischen Vergleich nicht verlegen.

Das Ergebnis der österreichischen Rettungspolitik heißt also: Bereits für Eingriffe, die in den meisten anderen Ländern zum Standardprozedere für Sanitäter, die eine mehrjährige Ausbildung genossen haben, gehören, braucht man hierzulande einen Notarzt. Es wäre einem Patienten gegenüber höchst unfair, auf eine rasche Schmerztherapie oder andere wichtige medizinische Maßnahme unnötig lange warten zu müssen, bloß, weil man die Sanitäter hierfür nicht flächendeckend und umfassend ausbilden möchte.

Während also andernorts der Einsatzgrund für einen Notarzt auf tatsächlich lebensbedrohliche Zustandsbilder beschränkt ist, welche die Kompetenz von Sanitätern verständlicherweise überschreiten können, verbucht Österreich verhältnismäßig viele Notarzteinsätze auch im Zuge minderschwerer Unfälle und Erkrankungen, da das erweiterte Versorgungsspektrum durch Rettungs- und Notfallsanitäter im internationalen Vergleich drastisch reduziert ist.

Gerade in dünn besiedelten Regionen, in denen der nächsterreichbare bodengebundene Notarzt mitunter weit entfernt ist, spielt der Hubschrauber für die schnelle Zubringung des Notfallmediziners einen großen Vorteil aus – so lange auch das Wetter mitspielt und einen Flug zulässt.

Rascher Antransport eines Notarztes zum bereits vor Ort befindlichen Rettungswagen, um dem Patienten möglichst zeitnah die erforderliche Versorgung zu ermöglichen - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Eine Frage der Ehre?
Da die heimische Flugrettung nicht staatlicherseits, sondern ausschließlich durch zivile/private Betreiber organisiert wird, spielen bei der Stationierung offensichtlich nicht immer (nur) finanzielle Interessen mit, sondern es geht auch ums Ego. Freilich, für einen Patienten, der dringende Hilfe benötigt, spielt es keine Rolle, welche Farbe der Hubschrauber hat und von welchem Betreiber er vorgehalten wird, so lange alle erforderlichen Standards erfüllt sind.

Doch mitunter artet die österreichische Luftrettung eher zum Luftkampf aus. Manchmal als reines Politikum, das in der Vergangenheit sogar permanent in einsatzstarken Sportregionen kreisende Rettungshubschrauber gebracht hat, da mangels behördlicher Genehmigung kein Stützpunkt betrieben werden durfte. Oder das gescheiterte Projekt eines Hubschraubers in Gänserndorf, welches ganz ohne vertragliche Regelungen mit Sozialversicherungsträgern an den Start ging und schließlich, wenig überraschend, nach Monaten der ungelösten Finanzierungsprobleme wieder von der Bildfläche verschwinden musste.

Ausgeartet ist der "Flugrettungszirkus" dereinst in Kärnten, als durch das Rote Kreuz versucht wurde, mit einem quasi über Nacht und ohne weitere Vereinbarungen installierten eigenen Hubschrauber das etablierte Flugrettungswesen auszubooten. Streitereien gibt es auch immer wieder in Tirol, wenn es um die Auslotung von Bedarf und Notwendigkeit geht. Speziell die beiden größten Anbieter, der ÖAMTC/Christophorus-Flugrettungsverein und Heli-Austria/Heli-Tirol, lassen da ebenfalls gerne die Säbel rasseln.

Der Start der ehemaligen "Rotkreuz-Flugrettung" in Österreich verlief wenig ruhmreich. Mittlerweile konnte sich die daraus hervorgegangene "ARA-Flugrettung" an zwei Standorten gut etablieren. - Foto: ARA-Flugrettung

Kreativ, aber mitunter fragwürdig, zeigt sich der reine Winterstützpunkt eines Rettungshubschraubers durch den Betreiber "Flymed" am Kärntner Nassfeld. Die Maschine soll für rasche Erstversorgung verunglückter Wintersportler zum Einsatz kommen, wurde jedoch jahrelang nicht – wie dies eigentlich für alle Rettungsmittel üblich sein sollte – durch die zuständige Rettungsleitstelle disponiert, sondern war für die Bergretter lediglich über eine Mobilfunknummer erreichbar. Es musste also zuerst über deren Diensthandy geklärt werden, ob das Team verfügbar und einsatzbereit ist. Eine reguläre Disposition zu Primäreinsätzen kann zwar mittlerweile auch via Leitstelle erfolgen, dies passiere jedoch "sehr selten", berichten regionale Retter. Vor dieser "Kärntner Besonderheit" war "Flymed" bereits zweimal am Standort Scharnstein gescheitert, welcher flugrettungstechnisch mittlerweile durch Heli-Austria betrieben wird.

Dass es auch ganz organisationsunabhängig und ohne Merkwüdigkeiten ablaufen kann, zeigt hingegen das Vorarlberger Modell. Im "Ländle" wird die Flugrettung zentral vom Bergrettungsdienst koordiniert. Die Organisation ist für das medizinische Personal und die gesamte Einsatzabrechnung zuständig. Zwei Hubschrauber stehen zur Verfügung, einer wird vom ÖAMTC/CFV gestellt, der andere durch Wucher Helicopter. Rivalitäten gibt es keine, Notärzte und Flugretter fliegen auf beiden Maschinen gleichermaßen. Lediglich der Pilot wird vom jeweiligen Hubschrauberbetreiber gestellt, und die Disposition erfolgt ebenfalls völlig unabhängig durch die integrierte Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Feldkirch.

Expansion nach Osten
In Niederösterreich ist das Kapitel der Flugrettung seit Ende April 2020 um eine Episode reicher. "Martin 5", betrieben durch Heli-Austria, hat seinen Dienst am Flugplatz Bad Vöslau aufgenommen und die jahrelange "Alleinherrschaft" der gelben ÖAMTC-Maschinen auch in diesem Bundesland beendet. Nach seiner Etablierung in Westösterreich, vornehmlich Salzburg und Tirol, zieht es den Pongauer Helikopterbetreiber jetzt nach Osten. 2017 installierte Unternehmer Roy Knaus "Martin 3" in Oberösterreich (zunächst am Flugplatz Wels, danach in Scharnstein), nun folgte ein Rettungsstützpunkt am Vöslauer Flugplatz.

Ob der Standort aus einsatztaktischer Sicht unbedingt notwendig ist, darüber darf freilich diskutiert werden, denn die Region galt schon bisher durch die Stützpunkte in Wien ("Christophorus 9") und Wiener Neustadt ("Christophorus 3" sowie ITH "Christophorus 33") als tadellos versorgt. Auch das bodengebundene Netz an Notarztstützpunkten ist im Industrieviertel ziemlich lückenlos, und für die schnellere Versorgung des Nordburgenlandes ist bereits ein neuer Hubschrauberstützpunkt im Bezirk Neusiedl geplant, wobei es dafür noch keine Ausschreibung gab, auf die sich Betreiber hätten bewerben können.

Doch dass es für Heli-Austria womöglich gar nicht so sehr um Niederösterreich alleine, sondern vorrangig um die Bundeshauptstadt Wien gehen könnte, mag auf der Hand liegen. Bereits 2019 ließ das Salzburger Unternehmen mit Plänen aufhorchen, als Geschäftsführer Knaus gegenüber Medien ausführte, sich um die Flugrettung für Wien, welche von 1991 bis 2001 durch das Innenministerium betrieben und per 1. April 2001 durch den ÖAMTC übernommen wurde, bewerben zu wollen. Andreas Huber, Sprecher der Wiener Berufsrettung, bestätigte damals, dass Knaus "seine Produkte und Leistungen präsentiert" habe. Die Indienststellung von "Martin 5" am Gelände der ebenfalls in Bad Vöslau ansässigen Heli-Austria Flugschule bedeutete jedenfalls eine verhältnismäßig einfache Stationierungsmöglichkeit, und Verträge mit der Sozialversicherung sind ohnedies bereits vorhanden. Anders als für die niederösterreichischen "Christophorus"-Standorte gibt es für die "Martin-Flugrettung" allerdings keine Zuschüsse durch das Land Niederösterreich.

Flugrettung in Österreich ist also einerseits eine logistische Notwendigkeit auf Grund einer generell verhältnismäßig hohen Anzahl an Notarztindikationen, selbst für Einsätze, bei denen keine Lebensbedrohung vorliegt, andererseits auch eine Mischung aus lukrativer Dienstleistung in Alpinregionen sowie einem gewissen "Ego-Muskelspiel", vor allem zwischen den zwei größten Anbietern – ÖAMTC und Heli-Austria.

"Christophorus 2" in Gneixendorf bei Krems ging als erster Notarzthubschrauber im rund-um-die-Uhr-Betrieb an den Start. Erlauben die Witterungsbedingungen keinen Flug, steigt das Team auf ein Fahrzeug um. - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Dass man die Summe, welche benötigt wird, um so manchen Rettungshubschrauber in ohnehin bereits dicht versorgten Regionen zu betreiben, auch mühelos dazu verwenden könnte, das bodengebundene Sanitätspersonal nach internationalen Top-Standards auszubilden und auch im Zuge beruflicher Ausübung fair zu entlohnen, steht auf einem anderen Blatt, und wird verständlicherweise einem Flugunternehmen auch herzlich egal sein. Hier wäre die Politik gefragt, tatsächliche Rahmenbedingungen zu schaffen – sowohl bei der dringend notwendigen Anhebung der Standards im terrestrischen, nicht-ärztlichen Rettungswesen als auch der Organisation des Bedarfs von Rettungshubschraubern im gesamten Bundesgebiet.

Und dann ist es wiederum völlig irrelevant, welches Logo auf einem Rettungsmittel prangt – so lange der Patient auf rasche und qualifizierte Hilfe nach einheitlichen, hochwertigen Standards zählen darf.

(AG)

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