Punktlandung

PCR-Tests am Flughafen Wien: Trügerische Sicherheit?

Auch auf dem Flughafen Wien herrscht wegen Corona Maskenpflicht - Foto: Austrian Wings Media Crew

Bejubelt hat der Flughafen Wien in einer gestrigen Presseaussendung die Möglichkeit, Corona-Tests von einem externen Anbieter am Flughafen Schwechat durchführen zu können. Doch die Tests sind laut Medizinern nicht ausreichend zuverlässig und können ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln - mit womöglich verheerenden Folgen.

"In Zusammenarbeit mit der Confidence DNA Analysen GmbH bietet der Flughafen Wien nun direkt vor Ort am Airport die Möglichkeit, einen molekularbiologischen Covid-19-Test (PCR-Test) zu machen. Innerhalb von etwa 2 bis 3 Stunden liegt das Ergebnis vor: Ist der Befund negativ, muss der Passagier keine 14tägige Quarantäne nach Ankunft in Österreich antreten. Auch kann eine bereits angetretene Quarantäne damit vorzeitig beendet werden."  So verkündete es der Flughafen Wien gestern in einer Presseaussendung. Kostenpunkt: 190 Euro pro Test.

Doch was auf den ersten Blick großartig klingt, wirkt auf den zweiten Blick zumindest hinterfragenswert. Denn laut mehreren konsultierten Medizinern ist die Zuverlässigkeit derartiger Schnelltests noch nicht optimal. Im besten Fall liege die Trefferquote bei 95 Prozent, im "worst case" seien sogar bis zu 30 Prozent der Tests falsch negativ.

Dieser Umstand freilich wird in der Presseaussendung nicht thematisiert - und damit womöglich ein falsches Gefühl der Sicherheit vermittelt, das am Ende verheerende Folgen haben könnte, wenn zuvor negativ getestete Personen in Wirklichkeit doch Träger des neuen Virus sind und ihn anschließend weiterverbreiten, womöglich sogar als "Superspreader".

Umgekehrt seien aber auch falsche positive Testergebnisse möglich, so ein Arzt ein einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Autor. Das könne etwa dann passieren, wenn bei einem zuvor infizierten aber mittlerweile wieder genesenen Patienten Restfragmente des Virus detektiert werden.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob das neue Angebot nicht in erster Linie eines ist: ein lukratives Geschäft für den Anbieter, das unter Umständen gar nicht halten kann, was es verspricht.

Text: P. Huber

Hinweis: „Punktlandungen” sind Kommentare einzelner Autoren, die nicht zwingend die Meinung der Austrian Wings-Redaktion wiedergeben.