Österreich

Doch kein Personalabbau bei Airline Assistance Switzerland (AAS) in Österreich

Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Neue Kurzarbeit lässt bei Erholung des Flugmarktes Chance auf Durchstarten erwarten, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit.

Durch die kürzlich verlautbarte neue Kurzarbeitsregelung für besonders betroffene Branchen und die „Safety-Car“-Phase für Steuer- und Beitragsstundungen kann die Airline Assistance Switzerland von der am 12. Mai angekündigte Kündigung von 106 Mitarbeitern am Flughafen Wien völlig Abstand nehmen. „Die Verlängerung der Kurzarbeit gibt uns gemeinsam mit der Safety-Car-Phase die Chance, die Entwicklung des Flugmarktes im Zuge der Lockerungen der Reiserestriktionen durch die Covid-Krise zu beobachten und im Falle einer dauerhaften Erholung durchzustarten“, erklärte Nevena Dragosavljevic, Sprecherin der Airline Assistance Switzerland Mittwoch gegenüber der Presse. „Wir sind über diese Möglichkeit hoch erfreut, haben wir doch im vergangenen Jahr aus sozialen Gründen auf einen schon damals gerechtfertigten weitreichenden Stellenabbau verzichtet.“

Schwierigkeiten mit Betriebsvorgängerfirma am Flughafen Wien belasten seit Beginn
„Wir waren ab Beginn unserer Tätigkeit am Flughafen Wien bestrebt, möglichst viele Arbeitsplätze am Flughafen zu erhalten und den Betrieb der Vorgängerfirma fortzuführen“, erklärte Dragosavljevic. Trotz intensiver Bemühungen von Airline Assistance Switzerland kam es bei Gesprächen mit der Vorgängerfirma (Celebi, Anmerkdung der Redaktion) zu keinem Ergebnis. „Wir haben dennoch sämtliche 361 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Vorgängerfirma übernommen“, informierte Dragosavljevic. Allerdings lehnt es die Betriebsvorgängerfirma trotz eines ersten Teilurteils des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien ab, die bei ihr erworbenen Abfertigungsansprüche dieser Mitarbeiter zu übernehmen. Das bedeutet, dass die Airline Assistance Switzerland bis jetzt auch jene Abfertigungsansprüche von Mitarbeitern trägt, die nicht im Rahmen des Angestelltenverhältnisses mit der Airline Assistance Switzerland erworben wurden.

Die Gespräche mit der Vorgängerfirma verliefen ergebnislos, so dass es in der Folge nicht möglich war, sich in der kurzen Übergangszeit nach Zulassungserteilung und Beginn der Bodenabfertigungsdienstleistungen auf eine Übernahme der Gerätschaft und Busse für den Bustransfer zu einigen. Um den übernommenen Mitarbeitern dennoch eine berufliche Perspektive bieten zu können, wurden von Airline Assistance Switzerland ehemalige Busfahrer zu Gepäckfahrer umgeschult. Letztlich lag eine für die bestehende Nachfrage viel zu hohe Anzahl an Arbeitnehmern vor. Gerade aus sozialen Erwägungen verzichtete die Airline Assistance Switzerland jedoch auf eine Restrukturierung des Betriebes, die notwendigerweise mit einem umfassenden Stellenabbau einhergegangen wäre.

Größter Kunde, LEVEL, mitten in der schwersten Aviation-Krise weggebrochen
Zusätzlich zu der angespannten Situation, die durch die Schwierigkeiten mit der Betriebsvorgängerfirma ausgelöst wurde, schlitterte die gesamte Aviation-Branche ausgelöst durch die COVID-19-Pandemie in ihre größte, globale wirtschaftliche Krise. Ab Februar 2020 brachen die Umsätze um 75 bis 99 Prozent ein. Die Airline Assistance Switzerland hat daher zur Vermeidung von Freisetzung aller Arbeitnehmer im Frühjahr 2020 Kurzarbeitsbeihilfe für die Niederlassung am Flughafen Wien beantragt und zudem alle nicht-personellen Einsparungspotenziale umgehend umgesetzt. Ferner wurden sofort die ermöglichten Stundungen bei den Finanzämtern und Sozialversicherungsträgern wahrgenommen. Mit der Insolvenz der der LEVEL Europe GmbH, dem größten Kunden der Airline Assistance Switzerland am Flughafen Wien, verschärfte sich die Lage jedoch nochmals dramatisch.

Die nun eingetretene Situation mit einer Entspannung der Covid-Reiserestriktionen gibt Hoffnung auf eine Erholung des Marktes. Zwischenzeitlich ermöglichen es Kurzarbeit und „Safety-Car“-Phase, auf weitreichende Kündigungen zu verzichten. „Wir werden nun die wichtige Sommersaison abwarten und die Lage zu Jahresende neu bewerten“, sagte Dragosavlevic.

Über die Airline Assistance Switzerland AG
Die Airline Assistance Switzerland AG ist das einzige unter Schweizer Eigentümerschaft stehende Bodenabfertigungsunternehmen und seit 2003 am Flughafen Zürich und seit 2020 am Flughafen Wien ansässig. Die Airline Assistance Switzerland AG verfügt bereits über eine Drittabfertigungslizenz am Flughafen Zürich als auch am Flughafen Wien und bietet verschiedenen Airlines seit beinahe 20 Jahren die vollumfängliche Flugzeugabfertigung an. Dazu gehört ein umfassendes Angebot an land- und luftseitigen Dienstleistungen, von Passagierdiensten über Stations- und Ladekontrolle bis hin zu Rampen- und Gepäcksortierdiensten. Die Airline Assistance Switzerland AG erbringt weitere Aviation Serviceleistungen in Deutschland an den Flughäfen Köln, Düsseldorf und Berlin und ist seit diesem Jahr auch in Palma tätig. Zudem hat die Airline Assistance Switzerland AG weitere Tochtergesellschaften wie die Shair und 3iPS und ist bei der Goldair AAS Assistance, in einem Joint Venture mit der Goldair Handling, im PRM Business vertreten.

(red / AAS)