Österreich

Flugzeugabsturz in Oberösterreich - zwei Tote

Erstmalige Veröffentlichung: 02. September 2010 / 14:54 Uhr

Letzte Aktualisierung: 03. September 2010 / 19:45 Uhr


Die heute verunglückte OE-FAX, aufgenommen am 10. Juli dieses Jahres am Flugplatz Wels - Foto: Anton Wildberger / www.wildbergair.com

 

Prüfer und Schüler sterben bei Absturz
Unfall vermutlich bei Durchstartmanöver

In der Nähe des Flugplatzes Freistadt in der Gemeinde Hirschbach (Mühlviertel) hat sich heute kurz nach 14 Uhr ein Flugzeugabsturz ereignet.

Das zweimotorige Flugzeug stürzte unmittelbar neben einem Gasthaus beim Flugplatz Freistadt auf eine Böschung und brannte völlig aus.

Wie Austrian Wings Recherchen ergaben, handelte es sich dabei um die seit 2009 im Schulungsdienst der Linzer Flugschule Aeronautix stehende Tecnam P2006T mit dem Kennzeichen OE-FAX.

Video von der Unglücksstelle - Quelle: Youtube / www.foto-kerschi.at

Die Maschine war laut Feuerwehr Hirschbach um 13:32 Uhr am Flughafen in Linz Hörsching gestartet, um über dem Flugplatz Freistadt diverse Flugmanöver, darunter auch einige tiefe Überflüge, durchzuführen. Dies sei auch kurz vor der Durchführung dem Betriebsleiter des Flugplatzes mitgeteilt worden. An Bord befanden sich ein 67jähriger erfahrener Prüfer sowie ein 20jähriger Pilot, für den dieser Flug die praktische CPL (Commercial Pilot Licence) Prüfung hätte werden sollen.

Aus bisher noch ungeklärter Ursache prallte das Flugzeug wenige Meter nach der Landebahn und kurz vor dem unbesetzten Gastgarten eines Wirtshauses in eine Böschung und fing sofort Feuer.

Die Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen, für die beiden Piloten kam dennoch jede Hilfe zu spät - Foto: http://www.foto-kerschi.at

Die Löschversuche des Betriebsleiters und einiger Augenzeugen blieben durch die starke Brand- und Hitzeentwicklung ohne Erfolg. Die bereits alarmierte FF-Hirschbach konnte schließlich den Brand löschen.

Feuerwehrleute bei Arbeiten am Wrack - Foto: www.foto-kerschi.at

Der Absturzort lag an einer Böschung, nur wenige hundert Meter vom Flugplatz entfernt - Foto: www.foto-kerschi.at

 

Der 67jährige Prüfer und Prüfer aus Leonding (OÖ) sowie der 20jährige CPL-Anwärter aus Ampass (Tirol) nur mehr tot aus den Trümmern geborgen werden.

Die betroffene Flugschule hat mitgeteilt, die Angehörigen bestmöglich zu unterstützen und mit dem Flugzeughersteller, den lokalen Sicherheitsorganen und der Behörde zusammenzuarbeiten, um die Ursache des Unfalls festzustellen.

Absturz beim Durchstartmanöver

Noch liegen keine gesicherten Erkenntnisse über die genaue Unglücksursache vor, entgegen ersten Meldungen dürfte sich der Unfall jedoch nicht beim Anflug sondern nach dem Überflug, beim Durchstartmanöver, ereignet haben.

Die Lage des Wracks spricht gegen einen Absturz beim Landeanflug, zumal beim Flugplatz Freistadt eine rechte Platzrunde zu fliegen ist.

Die Absturzstelle am Tag nach dem Unfall - Foto: G. Klammerberger / Austrian Wings

Blick von der Absturzstelle in Richtung Flugplatz - Foto: G. Klammerberger / Austrian Wings

 

Blick vom Flugplatz Freistadt in Richtung Unfallstelle - Foto: G. Klammerberger / Austrian Wings

Ein Lokalaugenschein durch einen Austrian Wings Mitarbeiter, selbst Inhaber eines Verkehrspilotenscheins, am heutigen Tag bekräftigt diese Vermutung.

Vermutlich führte die Maschine einen tiefen Überflug über die Piste 29 durch, bevor sie leicht nach links versetzt nur rund 160 Meter nach der Piste abstürzte - Foto und Bildmontage: G. Klammerberger / Austrian Wings

Freistadt gilt aufgrund seiner Lage und der kurzen Piste als anspruchsvoller Flugplatz.

Ob schlussendlich ein Pilotenfehler, ein technisches Versagen oder eine Kombination beider Faktoren zu dem tragischen Unglück geführt hat, werden die Unfallermittler zu klären haben.

Eine Unfalluntersuchungskommission hat die Arbeiten an der Unglücksstelle bereits aufgenommen.

Austrian Wings - Österreichs Luftfahrtmagazin bedankt sich bei www.foto-kerschi.at für das zur Verfügung gestellte Fotomaterial und drückt den Angehörigen der verunglückten Fliegerkameraden sein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl aus.

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Links:

Fotos, Videos und Interviews mit Augenzeugen

(red PR, MK, FL, AL, AW, BW, GK / Feuerwehr Hirschbach)