EVA AIR Cargo wieder in Wien

Letzte Aktualisierung: 18. März 2010 / 19:19 Uhr


EVA AIR Cargo: mit Boeing 747-Frachter ab sofort auch wieder in Wien – Foto: G. Aigner

EVA AIR Cargo Frachtflüge ab sofort auch wieder in Wien
Per 18. März 2010 hat die private taiwanesische Fluggesellschaft EVA AIR nach zweieinhalb Jahren Pause den Frachtflugbetrieb nach Wien wieder aufgenommen. Zwei Mal wöchentlich, jeweils donnerstags und sonntags, wird künftig eine Boeing 747-400 im Zuge der Rotation Taipeh – Delhi – Wien – Brüssel – Delhi – Taipeh für etwa zwei Stunden am Flughafen Schwechat anzutreffen sein.

EVA AIR hatte die Destination Wien als Frachtflug-Ziel erstmals im Jahr 2003 bedient. Damals wurde bei drei wöchentlich stattfindenden Flügen eine MD11 eingesetzt. „Dieses Fluggerät wird Wien nicht mehr anfliegen“, so Franz Krenmayer, Leiter der Abteilung Cargo bei EVA AIR, auf Anfrage seitens Austrian Wings. Die acht vorhandenen Frachter dieses Typs kommen nur noch fallweise für die Verbindung nach London zum Einsatz.


„EVA AIR Cargo ist zurück in Wien“ – Mag. Friedrich Lehr (Flughafen Wien) sowie Terry Ma und Franz Krenmayer (EVA AIR) luden zur heutigen Pressekonferenz – Foto: G. Aigner

Erster asiatischer Cargo-Anbieter in Wien
Terry Ma, General Manager für Österreich sowie Zentral- und Ostasien bei EVA AIR, betonte in der heutigen Pressekonferenz, dass die Airline als erster asiatischer Cargo-Carrier Wien angeflogen habe. Er bezeichnete Wien-Schwechat als „idealen Hub für EVA AIR“, da er im „Herzen Europas“ liege. Entsprechend erfreut zeigte Ma sich somit über die wieder aufgenommene Verbindung.


Die Besatzung verlässt die Maschine – Foto: G. Aigner


Cockpit der Boeing 747-400F – Foto: G. Aigner


Hinter dem Cockpit im Oberdeck befindet sich ein Ruheraum für die Besatzung – Foto: G. Aigner

Auch Mag. Friedrich Lehr, Leiter Aviation des Flughafens Wien-Schwechat, sieht in Wien ganz besondere Vorzüge für Fachtflieger: in einem Zeitfenster von maximal 7 Stunden nach der Landung sei die gelieferte Ware, bedingt durch die kurzen weiteren Transportwege, bereits für die Empfänger verfügbar – dies mache Wien „unschlagbar“, so Lehr. Speziell für lokale Spediteure wolle man das Hub-System Wiens weiter ausbauen, bestätigt auch Franz Krenmayer.


Wieder in Wien: Terry Ma (rechts) hieß die 747-400 Cargo-Maschine heute Vormittag am Flughafen willkommen – Foto: G. Aigner


Blick in den Frachtraum der 747-400F; über die Leiter gelangt die Besatzung ins Oberdeck – Foto: G. Aigner

Wirtschaft im Aufschwung
Der wirtschaftliche Aufwärtstrend sei vorrangiger Grund für die Entscheidung, die Frachtverbindung nach Wien wieder einzurichten, gewesen, sind sich Terry Ma und Friedrich Lehr einig. Lehr weiter: „Cargo ist ein Indikator für die Wirtschaftslage. Eine deutlich positive Tendenz ist erkennbar.“ EVA AIR möchte von Wien aus vor allem zentral- und osteuropäische Regionen in ihren Fokus nehmen und das Frachtgeschäft auch in Österreichs Nachbarländern entsprechend stärken. „Mit den zusätzlichen Kapazitäten auf den neuen Frachtflügen werden wir unser Verkaufsgebiet nun auf Slowenien, Bulgarien und vor allem Rumänien ausweiten können“, blickt Franz Krenmayer in die nahe Zukunft. Büros für den Raum Osteuropa sind derzeit in Polen, der tschechischen Republik, Ungarn und der Slowakei vorhanden, sie sollen durch weitere Niederlassungen in Bulgarien und Rumänien ergänzt werden.

30 Tonnen Fracht nach Wien
Zirka ein Viertel der gesamten Frachtkapazität von 120 Tonnen, welche die Boeing 747 transportieren kann, entfällt auf die Destination Wien.


Die Frachtkapazität der 747-400F Cargo beträgt 120 Tonnen – Foto: G. Aigner

Krenmayer erhofft sich eine kontinuierliche Steigerung dieses Anteils: „Unsere Bestrebung für das erste Halbjahr 2010 wird die Erhöhung des Frachtumfanges für Wien sein.“  Die 747 fasst 32 Main Deck-Paletten, darüber hinaus 9 Lower Deck Paletten und zwei Container oder alternativ 30 Lower Deck-Container.

Elektronik für Österreich
Die EVA AIR Cargo-Flüge transportieren vorrangig Artikel aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik, Notebooks, TV-Geräte und auch Textilien nach Wien. Für den asiatischen Markt verlassen hingegen vor allem Kräne, Autoteile und Pharmazeutika unser Land und werden zumeist nach Delhi, Taipeh, Singapur, Manila und Jakarta geliefert.


Wien als idealer Hub für lokale Spediteure – Foto: G. Aigner

Europäische Destinationen
Neben Wien fliegt EVA AIR Cargo derzeit einmal pro Woche London, dreimal wöchentlich Brüssel und – abhängig vom Bedarf – zwei Mal pro Woche Frankfurt mit den Boeing 747-Frachtern an.

Keine „Triple Seven“ für Passagierflüge in Wien
Mehrere Ankündigungen, auf dem Sektor der Passagierbeförderung für Wien eine Boeing 777 zum Einsatz zu bringen, wurden heute vorerst widerlegt. Terry Ma betonte, dass der momentane Fokus der EVA AIR-Bemühungen auf dem Cargosektor liegen. Ausschließen wollte er jedoch nicht, dass – bei entsprechender Buchungslage – in Zukunft auch eine 777 in Wien landen könne. Konkrete Pläne hierzu seien aber derzeit nicht vorhanden, so Ma.

Auch eine dritte Cargo-Rotation, wie vor einigen Jahren, über Wien sei derzeit kein Thema, jedoch bei entsprechender Nachfrage „denkbar“, betonte Krenmayer.


Die 747-400 Cargo wird vorerst der einzige EVA AIR-Frachtmaschinentyp in Wien bleiben (Foto: G. Aigner)

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Text und Fotos: Gerald Aigner
Mitarbeit: Theresa Einhauer