EADS erprobt größtes unbemanntes Flugzeug

„Barracuda“ erlaubt Technologietests für zukünftige Aufklärungsdrohnen

(pte) – Das Luftfahrunternehmen EADS hat das nach eigenen Angaben größte je in Europe gebaute unbemannte Flugzeuge (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) erfolgreich erprobt. Das Fluggerät „Barracuda“ wurde in Kanada auf insgesamt vier Flüge geschickt, um Technologien und Prozeduren für Aufklärungs- und Überwachungs-UAVs unter realistischen Bedingungen zu testen. Das über acht Meter lange Flugzeug mit mehr als sieben Metern Flügelspannweite ist aber nicht als Serienprodukt, sondern lediglich als Entwicklungswerkzeug gedacht. Beispielsweise soll es etwaige Entwicklungsrisiken verringern, die das von EADS Defense & Security (DS) geplante, deutlich größere UAV „Talarion“ betreffen.

Schon im April 2006 wurde erstmals ein Barracuda-Technologieträger gestartet, doch gab es eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Software, Systemen, Verfahren und Prozessen in ein Gesamtsystem, das nun im Flug erprobt wurde. Auch wurde die Software flexibler gestaltet und die Möglichkeit zu modularer Ausstattung verbessert. Das betrifft insbesondere die Möglichkeit, die genutzten Sensorsysteme genau an die Anforderungen einer Anwendung anzupassen, wie seitens EADS auf Anfrage von pressetext bestätigt wird. So könnte das UAV beispielsweise mit Allwettersensoren, Radar, Infrarotdetektoren oder elektrooptischen Systemen ausgerüstet werden. Durch die Größe wiederum verspricht das Fluggerät die Möglichkeit, ausreichend Kraftstoff auch für längere Missionen in größerer Höhe mitzuführen.

„Wir verfügen jetzt wieder über einen Demonstrator für künftige autonome und netzwerkfähige UAV-Einsatz-Systeme“, betont Bernhard Gerwert, Leiter des EADS-DS-Geschäftsbereichs Military Air Systems. Das unbemannte Flugsystem dient für Aufgaben der Entwicklung und Risikominimierung von Aufklärungs-UAVs der nächsten Generation. Dazu zählen etwa praktische Erfahrungen mit dem autonomen Betrieb im Verbund mit anderen Systemen. Davon soll beispielsweise Talarion profitieren, ein UAV, das es auf 27,9 Meter Flügelspannweite bringen wird. Das im Rahmen der Paris Air Show im Juni angekündigte Fluggerät soll nach EADS-Plänen 2013 seinen Jungfernflug haben und bis 2015 in Serie ausgeliefert werden.

UAVs sind ein Milliardenmarkt, in dem EADS mit starker internationaler Konkurrenz konfrontiert ist. In Europa zählt dazu beispielsweise der britische Rüstungs- und Luftfahrkonzern BAE Systems , doch besonders beachtlich ist die Konkurrenz außerhalb Europas. Der US-Konzern Northrop Grumman beispielsweise will noch in diesem Jahr mit der „X-47B“ ein unbemanntes Kampfflugzeug für die US Navy auf Jungfernflug schicken, das rund 19 Meter Flügelspannweite erreicht. Auch Israel ist ein UAV-Vorreiter. So bietet Israel Aerospace Industries mehrere UAVs an, die bereits von der israelischen Luftwaffe getestet wurden. Darunter ist mit dem „Heron TP“ (auch „Eitan“) ein Modell, das es auf 26 Meter Flügelspannweite bringt. (Ende)

Links:

Israel Aerospace Industries
BAE Systems
Northprop Grumman
EADS – http://www.eads.com

red AW/ Presstext.at