Österreich

15 Jahre ARA-Flugrettung in Kärnten

Seit dem 29. April 2001 stehen die Flugretter der Station Fresach bereit, um Menschen in Not schnelle medizinische Hilfe zu bringen. Der Hubschrauber der ARA Flugrettung war zuerst am Flughafen Klagenfurt und in Spittal/Drau stationiert, bevor er 2002 seine Heimat in Fresach fand. Seit der Gründung der Station leisteten die Besatzungen rund 12.000 Einsätze.

Im Gegensatz zu Hubschrauberbetreibern, die nur in der Wintersaison zu Einsätzen fliegen, leistet die ARA Flugrettung das ganze Jahr über täglich von 7.00 Uhr bis Sonnenuntergang schnelle Notfallhilfe, ob bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall oder bei Verkehrsunfällen. Für die entstehenden Kosten kommen die Sozialversicherungen mit einem Pauschaltarif jedoch nur teilweise auf: Die medizinische Versorgung wird nicht erstattet, sondern nur medizinisch notwendige Patiententransporte. Diese Pauschale der gesetzlichen Sozialversicherungen und der jährliche Zuschuss der Kärntner Landesregierung decken jedoch die Gesamteinsatzkosten der Flugrettung nicht vollständig ab. Die Differenz müssen die Hubschrauberbetreiber selbst tragen, wenn nicht Zusatzversicherungen der Patienten ein-pringen können. Nur bei alpinen Freizeitunfällen müssen die Patienten selbst für die Rettungskosten aufkommen. Diese werden von den Sozialversicherungen nicht übernommen, so die ARA-Flugrettung in einer Aussendung.

Holpriger Start, juristisches Geplänkel

Dabei war der Start von RK-1 im Jahr 2001 keineswegs reibungslos verlaufen. Es kam zu einem sprichwörtlichen Luftkrieg zwischen dem neuen Betreiber (ARA / Rotes Kreuz Kärnten) und der alteingesessenen ÖAMTC-Flugrettung, der nach Meinung einiger Kritiker mitunter zum potentiellen Nachteil des Patienten gereicht haben könnte. So wurde beispielsweise ein Fall bekannt, wo die Leitstelle des Roten Kreuzes Kärnten zunächst RK-1 zu einem schweren Notfall entsendet haben soll, obwohl ein wesentlich näher stationierter Christophorus-Helikopter ebenfalls einsatzbereit gewesen wäre.

In einem Internetforum für Rettungsdienst-Themen einer Hilfsorganisation wurden Kritiker dieser Umstände "systematisch ausgehorcht und durch Sperren mundtot" gemacht, so der Vorwurf eines damals involvierten Notfallsanitäters. Ein anderer Rettungsdienstmitarbeiter, der auf einer Online-Plattform kritisch seine Meinung zu diesen seiner Ansicht nach drastischen Vorfällen geäußert hatte, wurde seinerzeit sogar von einigen Verantwortlichen des Roten Kreuzes, die in das RK-1-Projekt eingebunden waren, wegen "Verleumdung" und "Übler Nachrede" angezeigt und in weiterer Folge vor Gericht gezerrt - der Kritiker verließ den Gerichtssaal damals mit einem Freispruch in der Tasche.

Mittlerweile haben sich die Wogen allerdings geglättet, sodass RK-1 gemeinsam mit den anderen boden- und luftgestützten Rettungsmitteln einen wertvollen Beitrag zur notfallmedizinischen Versorgung der Bevölkerung leistet.

(red HP / ARA-Flugrettung / Titelbild: RK-1 beim Windentraining - Foto: ARA-Flugrettung)