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Österreich - Geschrieben von Redaktion am Samstag, Februar 18, 2012 4:22
Iran Air trotzt Sanktionen – Boeing 747SP fliegen weiter

Auf Flügen in die EU setzt Iran Air Airbusse der Typen A300-600 und A310-300 (Bild) ein – Foto: Austrian Wings Media Crew
In einem vom österreichisch-iranischen Journalisten Dr. Arian Faal geführten Interview mit der Wiener Zeitung präsentiert sich Iran Air Cheef Farhad Parvaresh trotz internationaler Sanktionen selbstbewusst und zielstrebig.
“Wir konnten unsere Passagierbilanz der letzten Jahre trotz der Sanktionsmaschinerie des Westens kontinuierlich verbessern. Die Iran Air Gruppe mit ihren vier Hotels, zu der auch die Tochtergesellschaft Iran Air Tours gehörte, hatte 2010 9,5 Millionen Passagiere. 3,5 Millionen davon wurden von Iran Air Tours befördert”, erklärte Parvaresh, 53, seit zweieinhalb Jahren am Steuer von Iran Air, der “Wiener Zeitung”.
Zudem sei Iran Air Tours seit einigen Monaten privatisiert “und ich kann stolz berichten, dass die Iran Air seit der Ausgliederung im Jahre 2011 6,2 Millionen Passagiere beförderte. Hiervon entfallen rund 2,2 Millionen Passagiere auf internationale Flugverbindungen, der Rest sind Inlandspassagiere. Das entspricht insgesamt einem Plus von rund 2 Prozentpunkten.”
Als Gründe, mit seiner Airline zu reisen nannte der studierte Techniker, “den persischen Flair, ausgezeichnetes Service und delikates Essen. Und noch etwas: Unsere staatliche Fluglinie existiert seit mehr als 50 Jahren und fliegt 33 internationale und 27 nationale Ziele an.”
Durch die Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran könne Iran zwar nur noch “mit rund 20 unserer Flieger in die EU fliegen.” Parvaresh weiter: “Die Europäische Kommission ist der Meinung, dass etwa unsere Boeing-Flugzeuge veraltet sind und den internationalen Sicherheitskriterien nicht entsprechen. Das stimmt aber nicht. Für uns hat die Sicherheit der Passagiere größte Priorität und dafür, dass wir keine Ersatzteile und neue Flugzeuge bekommen, können wir nichts. Also bedienen wir uns der vorhandenen Ressourcen.”
Dennoch bekämen vor allem die Fluggäste die Sanktionen infolge von Streckenzusammenlegungen, Verspätungen und Streichungen zu spüren.
Laut Iran Air hätten “der internationale Druck und die ungerechtfertigten Sanktionen in einzelnen Fällen bilaterale Rahmenverträge verletzt.” In der Schweiz etwa, wo Iran Air in Genf kein Benzin mehr erhalte, gebe es nämlich “gültige Verträge”.
Einige Zeit lang habe man sogar “teureres Kerosin auf den Flughafen kommen lassen, um unsere Flüge durchführen zu können, es erwies sich allerdings als unrentabel. Daher haben wir unsere Schweiz-Flüge eingestellt.”
Der Ärger der Passagiere sei durchaus verständlich, man dürfe aber eben keine “politischen Scharmützel auf Kosten der Bevölkerung” austragen, so sein Appell in Richtung der Politik.
Zudem “sind wir es gewohnt, seit 33 Jahren mit Sanktionen leben zu müssen und finden immer Lösungen für unsere Passagiere”, erklärte Parvaresh.
Das Hauptproblem sei der “US-Druck auf die westlichen Ölmultis, dass sie keine Verträge mit uns abschließen”, weshalb Iran Air eben gezwungen sei, “Alternativen” zu entwickeln.
Expansion nach China geplant
Iran Air möchte trotz der widrigen Rahmenbedingungen nach China expandieren, “etwa durch die Schaffung eines Fluges” nach Guangzhou. Shanghai beispielsweise werde bereits von Iran Air Cargo bedient.
Zudem “werden wir das Intervall unserer Route nach Bagdad verstärken und auch aus einzelnen kleineren Städten Irans direkt nach Bagdad fliegen.”
747SP bleibt weiter im Einsatz

Wo immer sie auftauchen sind die vier Boeing 747SP von Iran Air das Objekt der Begierde der Spotter – Foto: Austrian Wings Media Crew
Die bereits mehrfach totgesagten Dinosaurier vom Typ Boeing 747SP-86 – Iran Air ist der weltweit letzte Betreiber, der dieses Muster noch im kommerziellen Passagierverkehr einsetzt – werden indes weiterhin betrieben: “Für alle Liebhaber der speziellen Boeing 747SP Flugzeuge noch eine Anmerkung – diese sind in einem sehr guten Zustand und werden doch nicht ausgemustert.”
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