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Aviation Partners will gerichtliche Verfügung gegen Airbus "Sharklets" erwirken

Links: Sharklet - rechts Blended Winglet (Fotos: Airbus u. Boeing - Montage: Austrian Wings)
Die von Airbus hergestellten "Sharklets" (li.) und die von Aviation Partners hergestellten Blended Winglets (re.) - Fotos: Airbus u. Boeing - Montage: Austrian Wings

Der Streit zwischen dem Luftfahrzeugzulieferer Aviation Partners, der in einem Joint Venture mit Boeing u.a. die Blended Winglets für die Boeing 737 und 767 entwickelt hat, und dem europäischen Flugzeughersteller Airbus eskaliert immer weiter. So versucht Aviation Partners jetzt eine gerichtliche Verfügung gegen alle Neuverkäufe von mit "Sharklets" ausgestatteten Airbus A320 zu erwirken.

Airbus möchte in diesem Fall eine außergerichtliche Einigung erzielen. Die Einreichung für eine gerichtliche Verfügung durch Aviation Partners am 31. Juli ist der bisherige Höhepunkt eines inzwischen acht Monate andauernden Streits um das geistige Eigentum der Airbus A320 "Sharklets". Der amerikanische Zulieferer bezichtigt Airbus dabei, das "Sharklet"-Design unter Verwendung von patentrechtlich geschütztem Material, welches Aviation Partners dem europäischem Flugzeugbauer im Rahmen eines non-disclosure Abkommens zukommen hat lassen, kopiert zu haben.

Aviation Partners will mit der Verfügung erwirken, dass Airbus die Sharklets weder verkauft, vermarktet noch herstellt. Nun muss der Richter entscheiden, ob es zuerst zu einer außergerichtlichen Schlichtung oder zu einem Verfahren kommt.

Die Basis für diesen Streit liegt im Jahr 2006. Damals wollte Aviation Partners mit einem non-disclosure Abkommen seine Blended Winglets auf dem A320 präsentieren, um später in einem gemeinsamen Joint Venture mit Airbus die Winglets auf dem A320 anzubieten. Doch zu dem beabsichtigten Joint Venture kam es nie. Einige Zeit später stellte Airbus seine Eigenentwicklung, die "Sharklets" - welche äußerlich den Blended Winglets von Aviation Partners sehr ähnlich sehen - vor. Aviation Partners behauptet nun, dass dieses Design zum größten Teil auf den Daten von ihren eigenen entwickelten Blended Winglets basiert.

Airbus weist alle Anschuldigungen zurück und meint, dass man bereits lange bevor man das Abkommen 2006 unterzeichnet habe, am "Sharklet"-Design gearbeitet hat.

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(red CJ)