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Neue Piste am Flughafen Frankfurt drückt Gewinn

Im ersten Halbjahr 2012 steigerte der Fraport Konzern seinen Umsatz auf rund 1,154 Milliarden Euro, was einem Zuwachs um 2,5 Prozent entspricht. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte der Flughafenbetreiber um zwei Prozent auf 365,7 Millionen Euro anheben. Höhere Abschreibungen sowie ein rückläufiges Finanzergebnis, vor allem bedingt durch die Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest und die unverändert hohen Bauinvestitionen in den Flugsteig A-Plus, führten zu einer Verringerung des Konzern-Ergebnisses auf 86,9 Millionen Euro (minus 17,4 Prozent).

Der Ausbau der Kapazitäten am Fraport-Heimatflughafen Frankfurt wirkte sich dort positiv auf das Wachstum der Fluggastzahlen auf 27,4 Millionen (plus 3,4 Prozent) aus. Trotz der Streikmaßnahmen im Februar und März mit insgesamt 2.150 Flugausfällen markiert diese Zahl einen neuen Spitzenwert für die ersten sechs Monate. Positiv trugen erneut die Auslandsbeteiligungen zur Entwicklung bei: Konzernweit stieg die Zahl abgefertigter Passagiere an den voll- und quotenkonsolidierten Flughäfen (Frankfurt, Antalya, Lima, Burgas, Varna) um 2,8 Prozent auf rund 44,2 Millionen.

Rückläufig hingegen war das Frachtaufkommen. Sowohl am Heimatstandort (minus 9,9 Prozent) als auch konzernweit (minus 9,0 Prozent) machten sich die globale Wirtschaftsschwäche und die europäische Schuldenkrise bemerkbar. Verstärkend kam in Frankfurt das seit Ende Oktober 2011 geltende Nachtflugverbot hinzu.

Mit Blick auf die einzelnen Fraport-Segmente profitierte das Segment "Aviation" von der aktuellen Passagierentwicklung am Standort Frankfurt sowie von höheren Flughafen-Entgelten und erzielte ein Umsatzwachstum von 29,9 Millionen Euro, während das Segment "Retail & Real Estate" aufgrund geringerer Erlöse aus der Realisierung von Grundstücksverkäufen auf dem Mönchhof-Gelände einen Umsatzrückgang verzeichnete (minus 4,2 Millionen Euro). Im Segment "Ground Handling" war eine Umsatzabnahme (minus 8,2 Millionen Euro) vor allem wegen des weiterhin deutlich rückläufigen Frachtgeschäfts sowie niedrigerer Höchststartgewichte zu verzeichnen. Das Segment "External Activities & Services", das im Wesentlichen Konzern-Gesellschaften außerhalb des Standorts Frankfurt beinhaltet, verzeichnete vor allem aufgrund der positiven Verkehrsentwicklung in Lima eine Umsatzverbesserung von 10,5 Millionen Euro.

Fraport-Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Schulte bestätigte die Prognosen für das laufende Jahr: "Unsere Zahlen bewegen sich in schwierigen Zeiten für die Luftverkehrsbranche im Plan und wir halten weiterhin an unseren Zielen für 2012 fest.“ Anlässlich der Hauptversammlung im Mai dieses Jahres hatte Schulte für Frankfurt ein weiteres Wachstum der Passagierzahlen angekündigt, das sich unter plus vier Prozent bewegen wird. Der Umsatz soll auf mehr als 2,5 Milliarden Euro und das EBITDA um mindestens fünf Prozent ansteigen. Das Konzernergebnis wird in etwa auf dem Niveau des Jahres 2011 erwartet.

(red / Fraport)