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Verdi kritisiert geplanten Stellenabbau bei Lufthansa scharf

Auf der einen Seite Milliardengewinne, auf der anderen Seite Stellenabbau: Der Vorstand des Lufthansa AG will allein in zwei Standorten in Deutschland bis 2017 über 700 Arbeitsplätze streichen, Austrian Wings berichtete. Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich "empört.

Die Lufthansa will bis Ende 2017 die Hauptverwaltung in Köln mit zirka 365 Arbeitsplätzen schließen sowie die Buchhaltungstochter Revenue Services in Norderstedt mit 350 Arbeitsplätzen. Die Verwaltungstätigkeiten sollen künftig ins Ausland verlagert werden. Außerdem will man von den rund 200 Arbeitsplätzen der Konzernverwaltung im Bereich Financial Services am Standort Hamburg 80 Prozent in ein spezialisiertes Dienstleistungszentrum auslagern. Und die Lufthansa CityLine prüft die Verlagerung ihrer Zentrale von Köln nach München. Davon wären dann weitere rund 300 Mitarbeiter/innen betroffen. Deutschland- und weltweit stehen tausende von Arbeitsplätzen auf der Kippe.

Nach eigenen Angaben hat die Lufthansa Group im vergangenen Geschäftsjahr im Konzern einen Umsatz von 30,1 Milliarden Euro und einen Gewinn von 990 Millionen Euro verbucht. Ausschlaggebend waren dabei vor allem Beteiligungsverkäufe, während der Gewinn im operativen Geschäft um 36 Prozent auf 524 Milliarden Euro sank. Und nun erwartet die Lufthansa einen weiteren Rückgang des operativen Ergebnisses, deshalb sollen jetzt die Beschäftigten mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze bezahlen. Doch auch die Aktionäre sollen in den Sparkurs einbezogen werden und auf die Dividende verzichten. Parallel hat die Lufthansa über 100 neue Flugzeuge bestellt.

Verdi kritisiert den Stellenabbau und die Standortschließungen und -verlagerungen scharf. Natürlich müsse sich Lufthansa wirtschaftlich aufstellen, aber dies dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. In den anstehenden Tarifverhandlungen, die am 26. Februar in Frankfurt/Mai starten, wird es aus Sicht von ver.di um die Verhinderung von Standortschließungen gehen und die Verhinderung von Tarifflucht. Kritik richtet sich auch an die Bundesregierung, sie habe durch die Luftverkehrsabgabe zu Wettbewerbsnachteilen für Lufthansa beigetragen, sagte Behle und warnte davor, jetzt Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.

(red / Verdi / Titelbild: Lufthansa Airbus A321-200, Symbolbild - Foto: Chris Jilli)