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Lufthansa fordert Vereinigung Cockpit zu Gesprächen auf

Lufthansa hat die Vereinigung Cockpit (VC) aufgefordert, so schnell wie möglich die gemeinsamen Gespräche wieder aufzunehmen. „Wir haben noch viereinhalb Tage Zeit, den Schaden für unsere Kunden abzuwenden, der durch den angekündigten Streik (Austrian Wings berichtete) entstehen würde,“ erklärte Bettina Volkens, Vorstand für Personal und Recht der Deutschen Lufthansa AG. „Wir sind zu jeder Zeit bereit, die Gespräche fortzusetzen und haben durch das neue Angebot zum Vergütungstarifvertrag und das Angebot zum zukünftigen vorzeitigen Ausscheiden aus dem Flugdienst Verhandlungsgrundlagen geschaffen. Mit dem guten Willen aller Beteiligten sollte es uns gelingen, einen Streik abzuwenden“, so Volkens weiter.
Die VC hat für die Zeit vom 2. bis 4. April einen dreitägigen Streik bei der Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Germanwings an allen deutschen Flughäfen angekündigt.

Obwohl Lufthansa weiter auf Verhandlungslösungen setzt, arbeitet sie mit Hochdruck daran, die Auswirkungen eines Streiks für ihre Kunden so gering wie möglich zu halten, heißt es in einer Presseerklärung. „Wir bedauern sehr, dass wir durch diesen Streik unsere Gäste in der Zeit vom 2. bis 4. April möglicherweise nicht nach Plan an ihre Ziele oder nach Hause werden bringen können. Wir werden alles tun, damit die betroffenen Menschen bestmöglich betreut werden. Überall dort, wo es möglich ist, werden wir alternative Reisemöglichkeiten
anbieten. Parallel dazu arbeiten wir weiter an einer Lösung des Tarifkonflikts.“, sagt Volkens.

Lufthansa wird ihre Kunden auf jeden Fall rechtzeitig über Einzelheiten zu Flugstreichungen, Umbuchungsmöglichkeiten und alternativen Reisemöglichkeiten informieren. Kunden, die ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, informiert das Unternehmen zusätzlich per E-Mail und SMS über Änderungen für ihren Flug.

Lufthansa hat der VC nach eigenen Angaben bereits ein verbessertes Angebot zum Vergütungstarifvertrag vorgelegt. Das Angebot sieht für alle Piloten von Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Germanwings über die Laufzeit vom 1. Mai 2012 bis 31. Dezember 2015 eine nachhaltige Erhöhung der Vergütung um 5,2 Prozent und eine Einmalzahlung vor. Für die ersten sechs Monate dieser Laufzeit ist eine Nullrunde vorgesehen. Für die Zeit vom 1. November 2012 bis 31. Dezember 2013 soll eine Einmalzahlung in Höhe von 2.000 Euro erfolgen. Dies entspricht einem Volumen von 1,2 Prozent der Gesamtvergütung der Piloten. Für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2015 soll schließlich die Vergütung in zwei Stufen um insgesamt 5,2 Prozent steigen und zwar rückwirkend ab 1. Januar 2014 um 3 Prozent und zum 1. Juli 2014 um weitere 2,1 Prozent. Die ursprünglich vorgesehene Koppelung der Gehaltsentwicklung an das Unternehmensergebnis ist entfallen. Damit ist Lufthansa auf zentrale Forderungen der VC eingegangen. Mit diesem Angebot würden die Piloten einen mit anderen Mitarbeitergruppen vergleichbaren Beitrag zur Zukunftssicherung des Konzerns leisten.

Lufthansa hat außerdem angeboten, dass alle Piloten auch in Zukunft vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden können. Für alle Mitarbeiter, die bereits vor dem 1. Januar 2014 bei Lufthansa ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, sieht das Angebot einen umfangreichen Vertrauensschutz vor. Danach können diese Mitarbeiter wie bisher bis zum Erreichen des frühestmöglichen gesetzlichen Renteneintritts mit 63 Jahren bis zu 60 Prozent ihres letzten Bruttogehaltes erhalten. Ab 2017 soll das frühestmögliche Alter für das Ausscheiden aus dem Flugdienst für Piloten bei Lufthansa Passage in Abhängigkeit der Dienstzugehörigkeit von 55 für dienstältere auf bis zu 60 Jahre für dienstjüngere Mitarbeiter angehoben werden. Mitarbeiter mit 30 oder mehr Jahren Betriebszugehörigkeit sind von der Änderung gar nicht betroffen. Die Piloten von Lufthansa Cargo und Germanwings können bereits heute frühestens mit 60 Jahren aus dem Flugdienst ausscheiden und dann die Übergangsversorgung in Anspruch nehmen.

Außerdem war bisher tarifvertraglich geregelt, dass im Cockpitbereich von Lufthansa Passage ein durchschnittliches Ausscheidealter von 58 Jahren erreicht werden muss. Das Angebot von Lufthansa sieht nun vor, das tarifvertraglich vereinbarte durchschnittliche Ausscheidealter ab 2016 innerhalb von drei Jahren von 58 auf 61 Jahre anzuheben. Das tatsächliche Durchschnittsalter für ein Ausscheiden lag 2013 schon bei 58,9 Jahren. Damit trägt das Angebot auch dem gesamtgesellschaftlichen Trend einer längeren Erwerbstätigkeit Rechnung.

Auch für Piloten, die seit dem 1. Januar 2014 ihre Tätigkeit bei Lufthansa aufgenommen haben oder aufnehmen werden, soll ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Flugdienst weiter möglich sein. Die Frage der Finanzierung soll Gegenstand von weiteren Gesprächen mit der VC sein.

Für alle Mitarbeiter sieht das Angebot weiterhin eine arbeitgeberfinanzierte Absicherung für Flugdienstuntauglichkeit vor, so der Kranich.

(red / Lufthansa / Titelbild: Boeing 737 der Lufthansa, Symbolbild - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew)