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Bericht vom Etihad-Erstflug nach Phuket

Ende Oktober nahm Etihad Airways die Verbindung zwischen Abu Dhabi und Phuket auf. Zum Einsatz kommt ein Airbus A330-200. Georg Honisch war an Bord und schildert für Austrian Wings seine ganz persönlichen Eindrücke von dieser Reise.

Mehrmals im Jahr fliege ich von Wien (VIE) nach Phuket (HKT). Die Flugroute führt mich hier über verschiedene deutsche Flughäfen, wie Düsseldorf, München und auch Berlin. Dann geht es weiter nach Abu Dhabi (AUH), von dort nach Phuket (HKT) und retour dieselbe Strecke. Warum nicht von Wien (VIE) über Bangkok (BKK) nach Phuket (HKT) Das hat mit der Kosteneffizienz zu tun, und damit, dass ich gegen mehrmaliges Umsteigen nicht empfindlich bin. Hinzu kommt, dass ich auch in Begleitung von Personen jenseits der 70 Jahre reise und diesen kürzere Einzeletappen meist angenehmer sind. Der unangefochtene Hauptgrund für die Wahl meiner Flugroute aber ist noch einmal ein ganz anderer: Es sind die erstklassigen Lounges am Flughafen von Abu Dhabi. Jeder, der diese Lounges kennt, wird beim Lesen gerade zustimmend nicken.

Bei der Buchung meiner letzten Reise fiel mir auf, dass die Strecke von Phuket (HKT) nach Abu Dhabi (AUH) ab dem 26. Oktober 2014 nicht mehr „operated by Air Berlin“ anzeigte, sondern auf „Etihad Airways“ verwies. Beim Airbus A330-200 trat dasselbe Phänomen auf. Zuerst tippte ich auf einen Fehler im Buchungssystem, aber ein Blick auf die Webseite von Air Berlin und Etihad Airways wies mir diese Änderung im Winterflugplan als offiziell und korrekt aus.

An eben diesem 26. Oktober 2014 war es dann soweit: Gegen 18 Uhr erreichten wir den Flughafen von Phuket (Thailand) und unser das Air Berlin-Logo gewohnter Blick auf den Check-in-Schalter traf sattdessen auf das Logo von Etihad Airways. Geöffnet waren drei Schalter. Zweimal circa 120 Personen in der Schlange an den beiden Schaltern vor dem Economy-Check-in, standen drei Personen beim Business Class-Check-in gegenüber. Als Topbonus-Platinum-Status-Flieger trotzte ich zielsicher dem Schild „only Business Class and Etihad Guest Elite Card Holder“ und ging zum Business Check-in. Hier angekommen wurde ich einer gewissen Unruhe, ausgehend von den acht Personen, die mir gegenüber standen (vier vom Flughafenpersonal, vier von Etihad), gewahr. Die Zusammenarbeit lief hier noch nicht reibungslos, zumal die unterschiedlichen Computersysteme noch nicht eingespielt waren.

Der Check-in zog sich über gefühlte 20 Minuten. Am Schluss aber erhielt jeder Passagier ein Geschenk, wir wurden zur Fast Lane des „Security Checks & Immigration“ gebracht und an hunderten wartenden Passagieren elegant vorbeigeschleust. Dann erwartete uns die nächste Änderung: Statt der „großen“ Coral Executive Lounge wurden wir zur „kleinen“ Lux Luxury Lounge gebracht, die dafür ein großes Schild aufwies: „exclusively Etihad guest“.

Nach einigen Minuten der Stärkung mit thailändischen und internationalen Snacks und Getränken wurde bereits das Pre-Boarding angekündigt. Am Gate 10 des Flughafen Phuket angekommen, wurden wir von einigen Vertretern von Etihad Airways und zwei Fotografen begrüßt und fotografiert. Nach der üblichen Überprüfung unserer Boardkarten und Pässe geleitete man uns über den Preboard-Schalter zum Flugzeug.

Beim Betreten des Flugzeuges wurden wir in perfektem Deutsch begrüßt und zu unseren Plätzen begleitet. Mäntel und Hüte wurden uns abgenommen und für den Flug knitterfrei verstaut. Im Smalltalk mit Flugbegleiterin Julia stellte sich heraus, dass in der Auswahl der Flugbegleiterinnen für den Flug auf die Verfügbarkeit ganzer sieben Sprachen geachtet worden war. Man wollte jeder Nation an Board ermöglichen, Wünsche bequem in der eigenen Landessprache zu kommunizieren.

Die Passagiere des Erstfluges erhielten eine Urkunde - Foto: Georg Honisch
Die Passagiere des Erstfluges erhielten eine Urkunde - Foto: Georg Honisch

Mit einer Verspätung aufgrund einer Kapazitätsüberlastung des Flughafens Phuket startete der Airbus A330 200 in Richtung Westen. Statt gerade Richtung Indien wurde gleich nach rechts abgebogen und entlang der thailändischen Küste der Steigflug begonnen. Da ich immer veganes Essen bestelle, bekam ich mein Essen als Erster. Übrigens erstklassig angerichtet und perfekt abgeschmeckt.

Das Entertainment-Programm wurde teilweise auch auf Deutsch angeboten. Angeregt von der wahrnehmbaren mehrfachen Kursänderung schaltete ich wiederholt auf die Karte, auf welcher sich ein ungewöhnlicher Zick-Zack-Kurs abzeichnete. Mehrmals wurde aufgrund kleiner Turbulenzen das „Fasten Seatbelts“-Zeichen aktiviert. Kurz vor der Landung wurde nochmals ein Snack gereicht sowie ein „Zertifikat“ über die Teilnahme an diesem Erstflug ausgehändigt. Mit einer meisterhaften Landung ohne Warteschleife, was an unserem Zielort aufgrund des Ein-Pisten-Betriebs üblich ist, landeten wir pünktlich am Abu Dhabi International Airport.

Der Airbus A330-200 wurde anschließend in der Nähe des Cargo Centers neben einer Boeing 777 der Virgin Australia abgestellt. Mit vier Bussen holte man uns ab, um uns zum Terminal 1 des Flughafen Abu Dhabi zu bringen. Selbstredend suchten wir danach die erstklassige „First und Business Classs Lounge“ des Terminal 1 auf, um uns für den Weiterflug nach Berlin Tegel (TXL) mit Air Berlin an arabischen und internationalen Köstlichkeiten zu laben.

Text: Georg Honisch
Titelbild: Airbus A330-200 von Etihad - Foto: Austrian Wings Media Crew