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Großer Lufthansa-Streik am Donnerstag und Freitag

Symbolbild Lufthansa - Foto: Johannes Bauer

VC ruft zu Streiks bei Lufthansa CityLine sowie Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo auf – Flüge in den Nahen Osten von Lufthansa Passage und Lufthansa CityLine vom Streik ausgenommen

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat Streikmaßnahmen bei Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo sowie bei der Lufthansa CityLine beschlossen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge der Deutsche Lufthansa AG und der Lufthansa CityLine GmbH aus Deutschland zu folgenden Destinationen ausdrücklich vom Streik ausgenommen: Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Hintergrund der Arbeitskampfmaßnahmen sind zum einen die gescheiterten Tarifverhandlungen über Vergütungsfragen bei Lufthansa CityLine und zum anderen über die betriebliche Altersversorgung der Pilotinnen und Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo.
 

Streik bei Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo
Die Vereinigung Cockpit ruft Pilotinnen und Piloten der Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo erneut zum Streik auf. Hintergrund sind die gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung (TV-Rente).

Auch seit dem letzten Streik am 12. Februar 2026 hat der Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt.

Bestreikt werden Flüge der Lufthansa Cargo AG sowie der Lufthansa Passage, die vom 12. März 2026 um 00:01 Uhr Ortszeit bis zum 13. März 2026 um 23:59 Uhr Ortszeit von deutschen Flughäfen starten.

Hintergrund des Arbeitskampfes sind die ergebnislosen Verhandlungen über die betriebliche Altersversorgung der Pilotinnen und Piloten der Lufthansa und Lufthansa Cargo. Bis 2017 erhielten Pilotinnen und Piloten eine klassische Betriebsrente mit garantierten Auszahlungen. Diese wurde auf Drängen des Arbeitgebers durch ein kapitalmarktfinanziertes Modell ersetzt, das das frühere Versorgungsniveau deutlich verfehlt.

„Wir hätten eine weitere Eskalation sehr gerne vermieden“, sagt VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Aber es liegt weiterhin kein Angebot vor. Es hilft nicht, wenn die Gegenseite nur Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber nicht über substanzielle Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung sprechen möchte.“

„Wir haben lange genug ohne Angebot verhandelt“, sagt Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission (GTK)*. „Sieben Verhandlungsrunden, lange Bedenkzeiten und sogar ein vermittelndes Angebot – all das hat der Arbeitgeber verstreichen lassen. Jetzt reden wir erst weiter, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt.“

Streik bei Lufthansa CityLine
Parallel dazu ruft die Vereinigung Cockpit auch die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa CityLine zum Streik auf. Hintergrund sind die gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Vergütungstarifvertrag für das in Deutschland stationierte Cockpitpersonal der Lufthansa CityLine.

Bestreikt werden Flüge der Lufthansa CityLine, die am 12. März 2026 von 00:01 Uhr Ortszeit bis 23:59 Uhr Ortszeit von deutschen Flughäfen starten.

Seit August 2025 verhandelt die Tarifkommission über einen neuen Vergütungstarifvertrag – ein tragfähiges Angebot liegt bis heute nicht vor. Mehrere Verhandlungsrunden blieben ohne verhandlungsfähiges Angebot des Arbeitgebers. Zwar hat Lufthansa CityLine der VC in einem Sondierungsgespräch am 25. Februar erstmals ein Angebot ohne Forderung nach Gegenfinanzierung unterbreitet, doch bleibt dieses aus Sicht der VC nicht nur deutlich hinter den Forderungen zurück, die Forderung nach einer absoluten Friedenspflicht ist zudem völlig inakzeptabel.

„Für uns war dieses Angebot nicht annehmbar. Es bleibt weit hinter unseren Forderungen zurück und sieht zudem eine umfassende Friedenspflicht für sämtliche tarifvertraglich regelbaren Themen vor. Damit wäre die VC bei CityLine faktisch handlungsunfähig“, erklärt Arne Karstens.

VC weiterhin gesprächsbereit
Die Vereinigung Cockpit betont, dass sie jederzeit zu konstruktiven Gesprächen bereit ist. Voraussetzung dafür ist jedoch die Bereitschaft des Arbeitgebers, tatsächliche Verbesserungen anzubieten – ohne versteckte Gegenfinanzierung und ohne taktische Verzögerung. Dies gilt gleichermaßen für Lufthansa CityLine wie für Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo.

„Wir bitten betroffene Passagiere um Verständnis. Ein Streik ist für uns immer das letzte Mittel und kein Selbstzweck“, erklärt VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Die Arbeitgeber haben auch jetzt noch die Möglichkeit, die Arbeitskämpfe durch ein verhandlungsfähiges Angebot abzuwenden.“

Zugleich betont die VC nochmals, dass keine (Rückführungs-)Flüge aus aktuellen Krisengebieten im Nahen Osten von den Streikmaßnahmen betroffen sind. Flüge aus Deutschland zu entsprechenden Destinationen sind ausdrücklich vom Streik ausgenommen.

*Die VC hat die Group-Tarifkommission (GTK) 2023 gegründet, um die Interessen aller Pilotinnen und Piloten der Lufthansa Group flugbetriebsübergreifend zu bündeln. Sie setzt sich aus Vertretenden der einzelnen Flugbetriebs-Tarifkommissionen (FTK) zusammen. Ziel ist es, die Konditionen aller Pilotinnen und Piloten besser zu schützen und ein Gegeneinander-Ausspielen der Belegschaften zu verhindern.

(red / VC)