Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG: „Das vergangene Quartal war das umsatzstärkste in der Geschichte der Lufthansa Group. Es ist uns gelungen, den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent zu steigern. Mit steigenden Erlösen bei konstant hoher Nachfrage und strikter Kostendisziplin konnten wir die um rund eine halbe Milliarde Euro gestiegenen Treibstoffkosten mehr als ausgleichen. Unsere Investitionen in Modernisierung von Flotte und Produkt an Bord zahlen sich zunehmend aus. Im Fokus bleibt weiterhin Lufthansa Airlines. Nach dem erfolgreichen Turnaround bei Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit gilt es jetzt mit bereits geplanten und zusätzlichen Maßnahmen auch den finanziellen Turnaround unserer Kernmarke zu beschleunigen, um sie auch bei der Wertschaffung wieder zum Aushängeschild und Maßstab der Lufthansa Group zu machen.“
Ergebnis im dritten Quartal gesteigert trotz erhöhter Treibstoffkosten
Der Umsatz der Lufthansa Group stieg im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 12,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 11,2 Milliarden Euro). Dabei erwirtschaftete das Unternehmen einen operativen Gewinn (Adjusted EBIT) von 1,4 Milliarden Euro, eine Steigerung um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: 1,3 Milliarden Euro) – trotz eines deutlichen Anstiegs der Treibstoffkosten um 543 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Dem Unternehmen ist es gelungen, mit starken operativen Erlösen und Kostendisziplin den Kostenanstieg mehr als zu kompensieren.
Die Nachfrage entwickelte sich im dritten Quartal in allen Segmenten robust. Bei den Netzwerk-Airlines stiegen die Durchschnittserlöse um sieben Prozent gegenüber Vorjahr, insbesondere getragen von einer starken Nachfrage nach Premiumtickets sowie auf den Strecken nach Asien und Nordamerika.
Auch Eurowings profitierte von einer starken Nachfrage im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr und erzielte acht Prozent höhere Durchschnittserlöse als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig erwirtschafteten Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik Ergebnisse deutlich über Vorjahr und leisteten damit einen starken Beitrag zum Quartalsergebnis.
Die Adjusted EBIT-Marge sank leicht auf 11,5 Prozent (Vorjahr: 11,9 Prozent). Das Konzernergebnis stieg um etwa 300 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 966 Millionen Euro), aufgrund des verbesserten operativen Ergebnisses, positiver Bewertungseffekte und eines negativen Steuereffekts im Vorjahreszeitraum. Der Adjusted Free Cashflow erreichte mit 793 Millionen Euro grob das Vorjahresniveau (Vorjahr: 818 Millionen Euro).
Netzwerk-Airlines verzeichnen starke Nachfrage und verfolgen Kostendisziplin
Die Netzwerk-Airlines der Gruppe haben im dritten Quartal erstmals in diesem Jahr ihr Angebot im Vergleich zum Vorjahr ausgebaut. Die angebotene Sitzplatzkapazität stieg um 1,6 Prozent, primär auf der Langstrecke. Dort konzentrierte sich das Wachstum im Wesentlichen auf die Regionen Südamerika und Afrika sowie ausgewählte Strecken nach Asien. Die Durchschnittserlöse stiegen um 6,8 Prozent, während die Auslastung um 1,3 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr sank. Beide Kennzahlen kombiniert führen zu einem Wachstum der Stückerlöse von 5,2 Prozent gegenüber Vorjahr, was von einer robusten Nachfrage zeugt. Diese Nachfragestärke wurde insbesondere durch das Premium-Segment sowie durch Asien- und Nordamerika-Verkehre getrieben.
Aufgrund der durch den Konflikt im Nahen Osten stark gestiegenen Kerosinpreise stiegen die Treibstoffkosten bei den Netzwerk-Airlines um über 400 Millionen Euro gegenüber Vorjahr. Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen stiegen um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und lagen somit deutlich unterhalb der derzeitigen Inflationsrate. Wesentliche Faktoren für das erfolgreiche Kostenmanagement waren niedrigere Ausgaben für Gebühren und Entgelte sowie die Reduktion von Projektkosten. Im Rahmen des Lufthansa Airlines Turnaround Programms wurden zudem Automatisierung und Digitalisierung konsequent vorangetrieben, was sich ebenfalls günstig auf die Stückkostenentwicklung auswirkte. Außerdem führte das Kapazitätswachstum zu einer Fixkostendegression.
Insgesamt erwirtschafteten die Netzwerk-Airlines ein Adjusted EBIT von 853 Millionen Euro, 108 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines übertrafen ihre Vorjahresergebnisse im dritten Quartal. Lufthansa Airlines hingegen wurde neben den gestiegenen Treibstoffpreisen zusätzlich durch Kosten von rund 65 Millionen Euro belastet, die aus den Streiks im ersten Halbjahr resultierten.
Punkt-zu-Punkt-Airlines sehen weiterhin starke innereuropäische Nachfrage
Eurowings verringerte ihr Angebot im dritten Quartal um 3,5 Prozent gegenüber Vorjahr, da vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten Flüge in die Golfregion zunächst ausgesetzt und dann durch kürzere Flugstrecken vor allem nach Südeuropa ersetzt wurden. Die Stückerlöse stiegen um 10,0 Prozent, auch getrieben von der starken Nachfrage nach Premiumangeboten auf Europa-Strecken und Zusatzeinnahmen durch den Verkauf von Zusatzangeboten.
Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen stiegen um 4,8 Prozent gegenüber Vorjahr, insbesondere infolge der reduzierten Kapazität sowie aufgrund von gestiegenen Personalkosten und höheren Entgelten und Gebühren, vor allem auf Mallorca. Das Beteiligungsergebnis aus dem SunExpress Joint Venture belief sich im dritten Quartal auf 103 Millionen Euro und lag somit 20 Millionen Euro über Vorjahr. Insgesamt stieg das Adjusted EBIT im Geschäftsfeld Punkt-zu-Punkt-Airlines im dritten Quartal 2026 um 16 Millionen Euro auf 214 Millionen Euro.
Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo mit deutlichen Ergebnisanstiegen
Die Nachfrage nach Wartungs-, Überholungs- und Reparaturleistungen von Lufthansa Technik ist ungebrochen hoch. Der Umsatz stieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,9 Milliarden Euro), wobei der Anstieg vorwiegend aus dem Geschäft mit externen Kunden resultierte. Das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) überstieg mit 200 Millionen Euro das Vorjahresniveau um 54 Prozent (Vorjahr: 130 Millionen Euro). Die Adjusted EBIT Marge stieg im dritten Quartal zudem um 1,9 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent.
Lufthansa Cargo konnte ihr Angebot im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent ausbauen, vor allem getrieben durch die Vermarktung der Frachtraum-Kapazitäten von ITA Airways. Gleichzeitig gelang es Lufthansa Cargo, die abgesetzte Menge um sieben Prozent zu steigern und damit die Ladefaktoren um drei Prozentpunkte gegenüber Vorjahr zu erhöhen.
Vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten blieb die Nachfrage im Luftfrachtgeschäft weiter hoch. Im Zuge dessen erzielte Lufthansa Cargo erneut starke Durchschnittserlöse, welche 22 Prozent über Vorjahr lagen. Lufthansa Cargo verdreifachte ihren operativen Gewinn auf 162 Millionen Euro (Vorjahr: 49 Millionen Euro) und erwirtschaftete eine Adjusted EBIT Marge von 15,6 Prozent (Vorjahr: 6,0 Prozent).
Die Bilanz der Lufthansa Group sichert weiterhin finanzielle Stabilität und Flexibilität
Der operative Cashflow sank in den ersten neun Monaten des Jahres um circa 500 Millionen Euro gegenüber Vorjahr auf rund 3,4 Milliarden Euro. Der Rückgang ist insbesondere auf das niedrigere operative Ergebnis sowie geringere Ticketvorauszahlungen zum Stichtag Ende September aufgrund kürzerer Buchungszyklen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Die Nettoinvestitionen lagen mit 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,8 Milliarden Euro) deutlich unter Vorjahr, im Wesentlichen bedingt durch höhere Zahlungszuflüsse im Zuge von Sale-and-Lease-back Transaktionen von Flugzeugen. Mit 1,8 Milliarden Euro erreichte der Adjusted Free Cashflow nach den ersten neun Monaten des Jahres nahezu das Vorjahresniveau.
Der Konzern wies auch im dritten Quartal 2026 eine starke Bilanz aus. Zum 30. September 2026 lag die Netto-Kreditverschuldung inklusive Netto-Pensionsverpflichtungen mit 7,3 Milliarden Euro deutlich unter dem Niveau vom Jahresende 2025 (8,3 Milliarden Euro). Zudem stand der Lufthansa Group Ende September eine Liquidität in Höhe von insgesamt 11,8 Milliarden Euro zur Verfügung, was über dem Stand zum Jahresende 2025 lag. Eine hohe Liquidität stärkt die Widerstandsfähigkeit der Lufthansa Group gegenüber Marktvolatilitäten und gibt ihr gleichzeitig die notwendige finanzielle Flexibilität.
Till Streichert, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG: „Wir haben unser Ergebnis gegenüber dem Vorjahr gesteigert, obwohl höhere Treibstoffkosten das Quartalsergebnis mit mehr als einer halben Milliarde Euro belastet haben – damit sind wir zufrieden. Dazu haben die robuste Nachfrage im Passagiergeschäft, unsere Disziplin bei den Stückkosten sowie die starken Ergebnisbeiträge von Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik beigetragen. Auch für das vierte Quartal erwarten wir ein gesundes Nachfrageumfeld. Aufgrund der unveränderten geopolitischen Situation steigt gleichzeitig unsere erwartete Treibstoffrechnung für das Gesamtjahr auf 9,3 Milliarden Euro. Mit einer Sicherungsquote für unsere Passagier-Airlines von rund 86 Prozent für 2026 und bereits mehr als 60 Prozent für 2027 sind wir jedoch im Marktvergleich gut aufgestellt. Angesichts des fortgeschrittenen Jahresverlaufs und der höheren Treibstoffkosten konkretisieren wir unsere Ergebnisprognose auf 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Wir sind zuversichtlich, im Einklang mit der Kapitalmarkterwartung diese Bandbreite zu erreichen. Wo wir innerhalb der Bandbreite landen, wird neben Treibstoffkosten und Nachfrage insbesondere von der Ergebnisentwicklung bei Lufthansa Cargo im vierten Quartal abhängen.“
(red IV / BZK / PM LH Group)