IATA Gipfel – Grundsatzerklärung für mehr Freiheiten im Flugverkehr

Mehr Freiheiten im Luftverkehr: Die Europäische Kommission und sieben weitere Staaten haben am 16. 11. 2009 eine gemeinsame Grundsatzerklärung zur Liberalisierung der bilateralen Verkehrsrechte im Luftverkehr auf den Weg gebracht.

Die Unterzeichnung fand anlässlich des „Agenda for Freedom“-Gipfels im kanadischen Montebello statt, der von der IATA veranstaltet wurde. Neben der Europäischen Kommission haben Chile, Malaysia, Panama, Singapur, die Schweiz, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie die Vereinigten Staaten von Amerika das Dokument für eine stärkere Liberalisierung unterschrieben. Diese Länder vertreten insgesamt rund 60 Prozent des weltweiten Luftverkehrs.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der International Air Transport Association: „Diese historische Weichenstellung wird dazu beitragen, die Luftfahrtbranche weltweit auf ein stabiles finanzielles Fundament zu stellen.“

Im 65 Jahre alten System bilateraler Verträge unterliegen Fluggesellschaften zahlreichen Beschränkungen. Internationale Fusionen sind aufgrund nationaler Vorgaben zu Eigentumsverhältnissen bislang nicht möglich. Airlines sind außerdem im Zugang zu neuen Märkten beschränkt und auf bilaterale Vereinbarungen zwischen den Regierungen der Länder angewiesen, zwischen denen sie verkehren.

„Vor 50 Jahren, als Fluggesellschaften noch Teil des Staates waren, hat das System bilateraler Vereinbarungen und seiner Restriktionen Sinn gemacht. Doch die Welt hat sich verändert. Heute sind Airlines Unternehmen, die wirtschaftlich denken müssen. Das finanzielle Ergebnis wird durchdie strengen Bedingungen des Marktes bestimmt, die der Branche seit 2001 einen Verlust von 53 Milliarden US-Dollar eingebracht hat. Fluggesellschaften haben globales Wirtschaften möglich gemacht, aber sie sind bislang eine höchst zersplitterte Industrie, die ihre Kosten nicht decken kann“, so Bisignani weiter.

Die heute getroffene Vereinbarung würde es Fluggesellschaften erlauben, Geld am weltweiten Kapitalmarkt zu besorgen: Airlines könnten so künftig ihre Streckenrechte behalten, selbst wenn sie nicht mehr mehrheitlich im Besitz von Gesellschaftern aus ihrem Ursprungsland sind. Außerdemsollen Markteintrittsbarrieren reduziert und Steuern und Gebühren marktgerechter gestaltet werden.

Der Luftfahrtverband IATA (International Air Transport Association) repräsentiert rund 230 Fluggesellschaften weltweit, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs ausmachen.

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Der Dachverband der Fluggesellschaften, die IATA (International Air Transport Association), feiert Ende August ihr 90jähriges Bestehen. Gegründet 1919, war zu Beginn eine der Hauptaufgaben der IATA die Abstimmungen der Flugpläne unter den noch jungen Fluglinien, doch im Zweiten Weltkrieg erlosch der zivile Flugverkehr weitgehend. Nach ihrer Neugründung 1945 auf Kuba wurden zwei Hauptquartiere, eines im schweizerischen Genf und eines im kanadischen Montreal errichtet.

Zu dieser Zeit gehörten der IATA 57 Fluggesellschaften aus 31 europäischen und nordamerikanischen Staaten an – heute sind es mehr als 230, die rund 90 % des weltweiten Luftverkehrs abwickeln. Im Laufe der Jahre haben sich auch die Aufgaben der IATA grundlegend gewandelt, so gibt es zwar nach wie vor so genannte IATA Tarife (früher war die Festlegung von Tarifen eine wichtige Aufgabe der IATA), doch die Fluglinien haben längst ihre eigenen Tarifstrukturen geschaffen. Ein Beispiel: der IATA Tarif auf der Strecke Wien – Frankfurt beträgt für den einfachen Flug mit Stand 26. 08. 2009 sage und schreibe 727 Euro, exklusive Taxen und Gebühren, wohlgemerkt. Lufthansa und Austrian Airlines bieten Hin- und Rückflug bereits zu rund 100 Euro, inklusive aller Taxen und Gebühren an.

In der heutigen Zeit besteht die wichtigste Aufgabe der IATA darin, für alle Mitgliedsairlines – zumindest theoretisch – verbindliche (Sicherheits-) Standards festzulegen, die regelmäßig überprüft werden. Eine Fluglinie, welche die Anforderungen nicht (mehr) erfüllt, kann so ihren Mitgliedsstatus in der IATA auch jederzeit wieder verlieren.

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