Österreich

Fünf Tote nach Hubschrauberabsturz in Norwegen

Airlift AS 350 - Foto: ZVG

Airlift AS 350 - Foto: ZVG

Ein tragischer Hubschrauberabsturz hat sich diese Woche in Norwegen ereignet und fünf Menschenleben gefordert. Es dürfte sich um das bisher schweste Hubschrauberunglück des Landes handeln.

Der Absturz ereignete sich Montag Abend weit abgelegen von jeglicher Straße im Nationalparkgebiet von Hardanger (Provinz Hordaland). Drei Tote wurden am folgenden Tag gefunden, zwei weitere Personen galten zunächst als vermisst - erst später konnte die Polizei den Tod sämtlicher Besatzungsmitglieder bestätigen. Rettungsmannschaften hatten bereits von Beginn der Suche an nur geringe Hoffnung, Überlebende retten zu können - die Maschine hatte nach dem Absturz unmittelbar Feuer gefangen und brannte noch Stunden nach dem Crash. Auch der Notruf erreichte die Polizei erst mit Verzögerung - ein Augenzeuge, der den Absturz beobachtet hatte, musste zunächst einen Fußmarsch von etwa einer Stunde bewältigen, bis sein Mobiltelefon Netzversorgung anzeigte und damit einen Notruf ermöglichte.

Video von der Absturzstelle - Quelle: YouTube

Der Helikopter hatte sich auf Transporteinsatz befunden und sollte bei der Errichtung einer sogannten Hytte, einem norwegischen Ferienhaus, helfen. Die einturbinige Maschine vom Typ Eurocopter Ecureuil AS 350 B3 gehörte dem privaten Unternehmen Airlift mit Basis am Førde Airport, das eine Flotte von 17 Maschinen für die Einsatzbereich Rettungsdienst und Transport unterhält. Der Pilot des abgestürzen Hubschraubers, Tore Bendigtsen Ystanes (39), war am Airlift-Standort Kinsarvik stationiert.

Wurde anfangs angenommen, bei den Absturzopfern handle es sich um Arbeiter, stellte sich später heraus, dass die an Bord befindlichen Personen allesamt jener Familie angehört hatten, welche das Ferienhaus errichten wollten. Sie waren zwischen 18 und 17 Jahre alt.

Vier Rettungswagen und mehrere Rettungshubschrauber wurden nach der Notrufmeldung zur Unfallstelle entsandt. Die Ambulanzfahrzeuge konnten auf Grund der exponierten Lage nicht zur Absturzstelle zufahren, weshalb die Luftunterstützung nötig war. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es allerdings unmöglich, die Absturzursache zu benennen, so Unfallermittler.

Die völlig ausgebrannten Überreste der abgestürzten Maschine - Foto: ZVG

Die völlig ausgebrannten Überreste der abgestürzten Maschine - Foto: ZVG

Gunnar Nordahl, ein Sprecher von Airlift, zeigte sich betroffen und würdigte den Piloten als einen der erfahrensten innerhalb des Unternehmen. "Wir müssen uns nun zuallererst um all jene kümmern, die entsprechede Betreuung benötigen, im Speziellen natürlich Familienmitglieder", so Nordahl. Der Transportflug sei jedenfalls ein völlig normaler Auftrag gewesen, die eingesetzte Type zähle darüber hinaus zu einem der weltweit meistgenutzten Modelle und sei sehr zuverlässig. Airlift zählt 11 dieser Maschinen zu seiner Helikopterflotte.

Der Absturz war das neunte Unglücksereignis bei Airlift seit 1996. Bei insgesamt fünf Unfällen waren Todesopfer zu beklagen. Das Unternehmen gehört zur BlueWay-Group.

(red Aig)