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Vier Festnahmen bei Schwulen-Flashmob gegen Aeroflot

Bei einem gegen Aeroflot gerichteten Flashmob am Flughafen Scheremtjevo in Moskau wurden am 9. Februar vier schwule Aktivisten festgenommen. Die Kritik an der größten Fluglinie Russlands ist durch eine angebliche heterosexuelle Zwangsehe aufgekommen: ein Flugbegleiter, der ein Schwulen- und Lesbennetzwerk bei Aeroflot plante, soll unter Androhung von Arbeitsplatzverlust dazu gezwungen worden sein, eine Frau zu heiraten. Austrian Wings berichtete.

youtu.be/TR25BCIbhMw

Im Video zu sehen: Aktivisten breiten ein 20 Meter langes Transparent am Flughafen Scheremetjevo aus. Polizei und der Sicherheitsdienst Aeroflots versuchen gemeinsam das Anbringen von Flugzetteln und Transparenten im Terminal D zu verhindern

Am 9. Februar, 12.40 Ortszeit, wurden zwei Flashmobs am Heimatflughafen Aeroflots Moskau Scheremtjevo abgehalten, die ganze Aktion in einem Video festgehalten. Zu sehen sind darauf Aktivisten, die ein 20 Meter langes Transparent ausbreiten, das von Passagieren beim Starten und Landen von den Flugzeugen aus gesehen werden konnte. Die Aufschrift lautet: "@aeroflot @v_saveliev #skyteam GLEICHE RECHTE FÜR SCHWULE BEI AEROFLOT! SAVELJEV SOLL ZURÜCKTRETEN! SKYTEAM - KEINE SCHWEINE. SU: 89 JAHRE PFUSCH UND MURKS."
Das russische брак kann sowohl "Ehe, Heirat" als auch "Murks, Pfusch, Ausschuss(ware)" bedeuten.

Danach begaben sich die Aktivisten in den Terminal D, wo es ihnen gelang, 15 Minuten lang Transparente zu entfalten und Flugzettel, die folgende Slogans enthielten, anzubringen : "Bei KLM gibt es Schwulen-Ehen am Arbeitsplatz. Bei Aeroflot Pfusch am Arbeitsplatz.", "Sensation! Pille gegen Homosexualität entdeckt: Aeroflot!", "Aeroflot und Sky Team, das ist eine Scheinehe. Wir fordern die Scheidung!".

Die Aktion wurde schließlich vom Sicherheitsdienst Aeroflots bzw. der Polizei beendet. Vier Personen wurden festgenommen, darunter der Organisator von Moscow Pride, Nikolaj Alexejev. Alexejev fordert u.a. einen Ausschluss Aeroflots aus der Allianz Sky Team, der auch KLM, Air France und Delta angehören. Bei diesen Linien würden Lesben und Schwule nicht diskriminiert werden. 1200 Menschen sollen bereits eine den Ausschluss fordernde Online-Petition unterschrieben haben.

Auf Twitter kursieren Tweets folgenden Wortlauts: "Alles Gute zum Geburtstag @Aeroflot! Ich wünsche dir, dass du aufhörst deine Schwulen und Lesben zu erniedrigen und eine #LGBT-Gruppe zulässt chn.ge/As5ivw @Skyteam." Eine gleichlautende elektronische Postkarte kann via Mail an die Vertreter Aeroflots und des Sky Teams versandt werden.

Der 9. Februar ist ein symbolträchtiger Tag: es ist nicht nur der 89. Jahrestag der russischen Zivilluftfahrt, sondern auch der 89. Geburtstag Aeroflots.

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(red CP)