Österreich

Flugpolizei-Unglück: Bergeseil offenbar durchtrennt

Die in den Vorfall verwickelte OE-BXY - Foto: PA / Austrian Wings Media Crew

Das Unglück in der Steiermark, bei dem ein Flugretter der Polizei und eine Tourengeherin starben, ist offenbar nicht auf einen Defekt am Seil oder dem Lasthaken des Hubschraubers zurückzuführen.

Wie berichtet, war am 4. Juni ein Wiener Ehepaar in der Steiermark in Bergnot geraten - nach bisherigen Erkenntnissen dürfte das Paar die Wetterwarnung missachtet und sich so vorsätzlich in Gefahr begeben haben. Als die beiden Hobby-Alpinisten nicht mehr weiter konnten, alarmierten sie via Handy die Einsatzkräfte. Ein Helikopter der Flugpolizei barg die Tourengeher, doch beim Abflug stürzte das Seil in die Tiefe. Der Flug- und Bergretter Thomas Höfer (28) fand dabei ebenso den Tod wie einer der beiden Wanderer. Der zweite Gerettete wurde schwer verletzt.

Nun liegen erste Erkenntnisse zur Unglücksursache vor und es scheint bereits festzustehen, dass es kein Materialfehler des Seiles war und das Problem auch nicht am Lasthaken des EC135 mit der Kennung OE-BXY lag.

Vielmehr dürfte der Helikopter beim Abflug mit den unterhalb am Seil hängenden drei Personen in einen plötzlichen starken Abwind geraten sein. In weiterer Folge könnte das Seil von einer Felskante, die es gestreift hat, durchtrennt worden sein, vermuten die Experten nach einer ersten Untersuchung.

Flugpolizei-Chef Werner Senn, der seine Karriere selbst als Flugretter begann und sich später zum Einsatzpiloten hocharbeitete, sprach in dem Zusammenhang von "schwierigen meteorologischen Bedingungen" beim Einsatz.

Werner Senn - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Senn: "Der Unfall wird nun untersucht, es sind Gerichtssachverständige am Werk, auch seitens des Bundesministeriums für Inneres ist eine Kommission eingerichtet. Zudem werden ausländische Experten herangezogen.

"Dieser Fall zeigt auf dramatische Art und Weise, wie oft sich die Einsatzkräfte wegen verantwortungsloser Freizeit-Alpinisten selbst in Lebensgefahr begeben müssen", so ein Bergretter fassungslos und verärgert gegenüber Austrian Wings. "Mein Beileid und das meiner Kameraden gilt den Freunden und der Familie von Flugretter Thomas Höfer."

(red)