Air France setzte ihren Airbus A330-200 mit der Registrierung F-GZCM am 4. Jänner dieses Jahrs auf der Strecke Paris CDG-Beirut-Paris CDG ein. Während der Hinflug (abgesehen von einer kleinen Verspätung) aus technischer Sicht ereignislos verlief, brachen die Piloten den Rückflug aus dem Libanon nach Frankreich aus Sicherheitsgründen ab und landeten ihren Großraumjet in München.
Um 15:40 UTC (17:40 Uhr Lokalzeit Beirut, 16:40 Uhr Lokalzeit München) hob der Airbus A330-200 der Air France in Beirut ab und ging auf Nordwestkurs. Die Flugnummer war AF 565. Etwa 26 Minuten nach dem Start erreichte die Maschine ihre vorläufige Reiseflughöhe von 34.000 Fuß, umgerechnet rund 10.360 Meter. Im Verlauf des Fluges stieg die F-GZCM dann weiter auf 40.000 Fuß, circa 12.200 Meter. Der Zweistrahler überflog die Türkei, Bulgarien, Serbien, Kroatien und Slowenien, ehe er kurz nach 18:40 UTC (19:40 Uhr Lokalzeit München) südöstlich von Klagenfurt in den österreichischen Luftraum einflog - und diesen problemlos durchquerte.
Brandgeruch - Notfall deklariert
Doch kurz nach Erreichen des deutschen Luftraumes begannen offenbar die Probleme an Bord. Die beiden Piloten erklärten eine Luftnotlage und die Maschine wich in Absprache mit der Flugsicherung von ihrem Kurs ab, begann einen Sinkflug, der abschließend um 19:19 Uhr UTC (20:19 Uhr Lokalzeit München) zu einer außerplanmäßigen Landung auf dem Flughafen München führte. Ursache für die Luftnotlage und die sofortige Landung in München war ein Brandgeruch unklarer Ursache an Bord. Verletzt wurde niemand, der Airbus befindet sich nach wie vor in München, soll jedoch heute (5. Jänner) Abend noch nach Paris überstellt werden.
"High level emergency”
Feuer und Rauch sowie schon alleine der Verdacht darauf zählen zu den gefährlichsten Zwischenfällen an Bord von Verkehrsflugzeugen und werden deshalb als “High level emergency” behandelt. Eine sofortige Landung ist das Standardverfahren, sofern die Quelle des (vermuteten) Rauches/Brandes nicht umgehend lokalisiert und ausgeschaltet werden kann - und das aus gutem Grund.
Denn im Jahr 1987 verunglückte eine Boeing 747-244B Combi von South African Airways, nachdem an Bord aus bis heute ungeklärter Ursache ein Brand ausgebrochen war, alle 159 Insassen starben. Ich habe die möglichen Auswirkungen von Feuer und Rauch in der Luftfahrt in meinem am 1. Jänner dieses Jahres erschienen Buch "Tödliches Feuer an Bord der ,Helderberg' - Der mysteriöse Absturz von SAA/SAL Flug 295 ausführlich beschrieben. Im Jahr 1998 führte ein zunächst harmlos anmutendes Rauchproblem zur schwersten Katastrophe in der Geschichte der Schweiz als eine MD-11 der Swissair ins Meer stürzte und alle 229 Insassen starben.
Text: Patrick Huber