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STREIK bei Lufthansa und Lufthansa Cargo angekündigt - Unzählige Flugausfälle befürchtet

Foto: www.der-rasende-reporter.info

Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ruft für den 12. Februar zum Arbeitskampf für eine Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge auf. Ein Flugchaos droht.

Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa (LHA) und der Lufthansa Cargo (LCAG) für den 12. Februar 2026 zu einem eintägigen Streik auf. Der Arbeitskampf betrifft alle Flüge, die im Zeitraum von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr Ortszeit von deutschen Flughäfen starten. Zum Streik aufgerufen sind Mitglieder der Vereinigung Cockpit in den Flugbetrieben Lufthansa und Lufthansa Cargo.

Hintergrund des Arbeitskampfes sind die seit Langem ergebnislosen Verhandlungen über die betriebliche Altersversorgung der Piloten der Lufthansa und Lufthansa Cargo. Bis 2017 erhielten Piloten eine klassische Betriebsrente mit garantierten Auszahlungen. Auf Drängen des Arbeitgebers wurde diese durch ein kapitalmarktfinanziertes Modell ersetzt, das das frühere Versorgungsniveau deutlich verfehlt. Da die betriebliche Altersversorgung für Piloten ein zentraler Bestandteil der Absicherung im Alter ist – mindestens ebenso wichtig wie die gesetzliche Rente –, ist die Vereinigung Cockpit im Mai 2025 Verhandlungen mit dem Arbeitgeber eingetreten.

„Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden“, betont VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Wir waren jederzeit gesprächsbereit und haben mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen. Dass es nun dennoch zu diesem Streik kommt, liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers.“

Insgesamt sieben Verhandlungsrunden blieben ohne greifbares Ergebnis. „Zu keinem Zeitpunkt lag ein Angebot der Arbeitgeberseite vor, dass unser Anliegen in irgendeiner Weise aufgegriffen hätte“, erklärt Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission* (GTK). Auch ein letztes Vermittlungsangebot der VC blieb ohne Reaktion. „Wir haben der Arbeitgeberseite vorgeschlagen, den Tarifvertrag zur Altersversorgung befristet bis zum 31.12.2026 fortzuführen, verbunden mit beispielsweise Anpassungen der Anlagestrategie“, erläutert Karstens. „Dieses Angebot lag deutlich unterhalb unserer urabgestimmten Forderungen. Dennoch ließ das Management auch diese gesetzte Frist verstreichen. Das zeigt erneut, dass derzeit keinerlei Verhandlungsbereitschaft besteht.“

Die VC bittet betroffene Passagiere um Verständnis. „Streiks sind niemals Selbstzweck und werden von uns nicht leichtfertig eingesetzt“, erklärt VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Gerade weil wir uns der Auswirkungen auf Passagiere bewusst sind, gehen wir verantwortungsvoll vor. Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen. Dieses Zeitfenster wurde erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt.“

Die VC bleibt bei ihrem Kurs: „Unser Ziel ist und bleibt ein zukunftsfester Tarifvertrag, der Sicherheit und Verlässlichkeit für die aktuellen Piloten, wie auch für neu eingestellte Cockpitbeschäftigte bietet“, sagt Arne Karstens. Wie es nach diesem Streik weitergeht, lässt der GTK-Sprecher offen. „Jetzt ist der Arbeitgeber am Zug, Verantwortung zu übernehmen und ein Angebot vorzulegen“, so Karstens abschließend.

*Die VC hat die Group-Tarifkommission (GTK) 2023 gegründet, um die Interessen aller Piloten der Lufthansa Group flugbetriebsübergreifend zu bündeln. Sie setzt sich aus Vertretenden der einzelnen Flugbetriebs-Tarifkommissionen (FTK) zusammen. Ziel ist es, die Konditionen aller Piloten besser zu schützen und ein Gegeneinander der Belegschaften zu verhindern.

(red GL / PS / VC)