Österreich

Militärluftfahrtjournalist Georg Mader (64) überraschend verstorben

Der Name Georg Mader war ein Garant für höchste Fachkompetenz in Sachen Militärluftfahrt. Sein Werk wird weiterleben - in Form seiner tausenden journalistischen Beiträge und Fotos, die er in mehreren Jahrzehnten geschaffen hat - Foto: Martin Rosenkranz

Ein großartiger Mensch und einer der führenden Militärluftfahrtexperten Österreichs ist nicht mehr. Georg Mader verstarb in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch völlig überraschend im Alter von 64 Jahren.

Wer in den vergangenen Jahrzehnten in Österreich einen Experten in Sachen Militärluftfahrt benötigte, der kam an zwei Männern nicht vorbei: Martin Rosenkranz (Gründer des Militärluftfahrtmagazins "Airpower.at" und aktuell Autor für "Militär Aktuell") und Georg Mader. Die beiden Fachleute waren auch privat befreundet und schrieben gemeinsame unzählige Artikel und Reportagen für verschiedenste Medien, häufig für Martin Rosenkranz' "Airpower.at". Georg war auch von der ersten Stunde an Mitarbeiter des österreichischen Fachmagazins "Militär Aktuell" sowie darüber hinaus Korrespondent für das angesehene internationale "Janes Defence Weekly".

Jetzt ist Georg Mader, ein lieber und langjähriger Freund, mit nur 64 Jahren völlig überraschend verstorben. Georg begeisterte sich immer schon für die (Militär-)Luftfahrt und an seiner Begeisterung für alles was fliegt, hatte sicherlich sein Vater Anteil - denn der war jahrzehntelang Techniker bei der Austrian Airlines. Als ich mein Buch über den Absturz von AUA 901 vor Moskau (1960) schrieb, berichtete mir Georg zahlreiche spannende Dinge, die ihm sein Vater erzählt hatte. Es war eine Freude, mit Georg zu fachsimpeln und zu diskutieren und er war einer meiner ersten Ansprechpartner, wenn ich bei einer Recherche zu einem Militärluftfahrtthema eine Frage hatte.

Georg war ein Autodidakt, hatte sich über die Jahrzehnte ein umfassendes Fachwissen angeeignet, das seinesgleichen suchte. Er pflegte internationale Kontakte und machte die verrücktesten Sachen - einmal flog er für einen einzigen Tag von Österreich zu einer Luftfahrtmesse nach Australien, um darüber zu berichten! Seine Berichte illustrierte er zumeist mit selbstangefertigtem Fotomaterial und für Freunde fotografierte er auch gerne privat, etwa auf Hochzeiten.

Georg gehörte zu den ganz wenigen Österreichern, die jemals auf einem US-Flugzeugträger gestartet und gelandet sind - seine Reportage darüber für "Airpower.at" ist unvergessen. 1998 flog er in einer F-16 der US-Streitkräfte mit und auch in den Cockpits östlicher Kampfjets hatte er einige "Flugstunden" als Backseater.

Georg war außerdem ein großer Unterstützter von Austrian Wings, für das er ebenfalls etliche Beiträge lieferte  - unter anderem einen über die im Jahr 2015 von Austrian Wings mitorganisierte Vorführung des Films "Above and beyond" über die Entstehung der israelischen Luftwaffe in Wien. Wir besuchten gemeinsam Airshows und militärische Veranstaltungen. Für meinen ersten Besuch bei der "Sahara Slovakia" gab er mit Fototipps.

Georgs Tod kam überraschend und schmerzt tief - wollten wir uns doch diese Woche noch zusammen mit einigen anderen Weggefährten in geselliger Runde treffen. Nun kann Georg nicht mehr daran teilnehmen, doch wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und seiner bei einem guten Gläschen gedenken. Seiner Familie, insbesondere seiner Frau Sabine, die Georgs Leidenschaft teilte, entbiete ich mein herzlichstes Beileid.

Trost kann uns der Gedanke spenden, dass wir uns eines Tages wiedersehen - und vermutlich fliegt Georg "da drüben" jetzt gerade mit Überschall auf dem Backseat eines Kampfjets mit und winkt uns von oben zu ...

Text: Patrick Huber