Österreich

Fotostrecke: BFS für Flugtechnik aus Langenlebarn auf der Oldtimermesse Tulln

Am Infostand der BFS zeigten Schüler ihr Können - Fotos: www.der-rasende-reporter.info

Ein Pflichttermin für Freunde historischer Technik ist die Oldtimermesse Tulln, die heuer am 9. und 10. Mai stattfand. Vertreten war auch die am Fliegerhorst Langenlebarn (1967 nach Hauptmann Godwin Brumowski, dem erfolgreichsten k.u.k. Jagdflieger, benannt) ansässige Bundesfachschule für Flugtechnik.

Rund 750 Aussteller aus 16 Nationen präsentierten Fahrzeuge und Technik auf der Oldtimermesse in Tulln. Unter den Ausstellern war auch die Bundesfachschule für Flugtechnik, die auf dem Fliegerhorst Langenlebarn (wurde 1967 nach Österreichs erfolgreichstem k.u.k. Jagdflieger Godwin Brumwoski benannt).

Diese Bildungseinrichtung, die eng mit dem Österreichischen Bundesheer und der Austrian Airlines kooperiert, ist einzigartig in Österreich und neben der HTL Eisenstadt DIE Kaderschmiede für Luftfahrzeugtechniker. Die Absolventen der BFS für Flugtechnik in Langenlebarn sind europaweit gefragte Spezialisten auf ihrem Gebiet. Etliche von ihnen arbeiten bei großen Fluglinien, dem Bundesheer oder der Flugpolizei in der Wartung.

Trotz des Wochenendes war Direktorin Roswitha Bürgmayr mit etlichen Schülern und Lehrern zur Oldtimermesse nach Tulln gekommen, auch pensioniertes Lehrpersonal engagierte sich auf dem Infostand. Das Team der BFS für Flugtechnik hatte dabei einiges zu bieten - neben der Zelle eines EC 120, in dem interessierte Besucher Platz nehmen und die Steuerung ausprobieren konnten, präsentierten die Schüler und Schülerinnen (auf den Mädchenanteil von 10 Prozent ist Direktorin Bürgmayr stolz) Werkstücke und zeigten vor Ort ihr technisches Können.

Ein funktionsfähiger Sternmotor mit modernem Vierblatt-Propeller.
Die Zelle eines EC 120 wurde am Stand der BFS ebenfalls präsentiert.
Links der Hebel für die kollektive Blattverstellung (umgangssprachlich "Höhensteuer") links der Steuerknüppel, mit dem der Pilot die zyklische Blattverstellung regelt und damit die Flugrichtung sowie die Geschwindigkeit steuert.
Das Triebwerk des EC 120.

Höhepunkt war jedoch zweifellos der 9-Zylinder-Sternmotor Alvis Leonides, der von den Schülern unter fachkundiger Aufsicht von Lehrer Werner Gruber zweimal pro Tag gestartet wurde. Dieser britische Motor diente als Antrieb in zahlreichen Flächenflugzeugen und auch in einigen Hubschraubertypen wie dem Bristol Sycamore. Vor mittlerweile 12 Jahren hatte die BFS für Flugtechnik in Langenlebarn von den Flying Bulls einen solchen Helikopter als Anschauungsobjekt für den Unterricht erhalten - samt Sternmotor. Auch zu den Flying Bulls unterhält die Schule ausgezeichnete Kontakte.

Jung und Alt konnte in der EC 120-Zelle Platz nehmen.
Schüler der BFS für Flugtechnik. Laut Frau Direktor Roswitha BÜRGMAYR liegt der Mädchenanteil bereits bei stolzen 10 Prozent.
Werkstücke der Schüler.
Direktorin Bürgmayr ließ es sich nicht nehmen, bei den jungen Besuchern und Eltern persönlich für "ihre" Schule zu werben.
Zweimal am Tag wurde der Sternmotor einer Bristol Sycamore gestartet - ein Publikumsmagnet. Hier das Steuerpult.

Doch nicht nur die aviatischen Exponate (neben dem Stand der BFS für Flugtechnik waren noch einige weitere luftfahrtbezogene Ausstellungsstücke zu bestaunen, darunter alte Pan Am Werbeschilder), sondern vor allem Autos und Motorräder waren die Stars auf der Oldtimermesse in Tulln.

Der 9-Zylinder-Sternmotor Alvis Leonides MK 17 3102 mit 410 kW (557 PS) ist ein hochkomplexes technisches Meisterwerk. Die Schülerinnen und Schüler der BFS beherrschen ihn mit Unterstützung ihrer engagierten Lehrer perfekt.
Die Schüler bedienten den Motor eigenverantwortlich, der Lehrer unterstützte sie als Coach.

Zu sehen waren beispielsweise auffällig viele VW Käfer mit regulärer Straßenzulassung. der VW Käfer wurde von Ferdinand Porsche entwickelt, einem in Reichenberg geborenen Altösterreicher sudetendeutscher Provenienz. Ferdinand Porsche entwickelte schon in jungen Jahren unter anderem ein Elektroauto und konstruierte auch Flugmotoren - unter anderem auf dem Areal der Militäraeronautischen Anstalt Fischamend. Doch das ist eine andere Geschichte.

Weitere Fotoimpressionen von der Oldtimermesse Tulln

"Er läuft und läuft und läuft ..." - mit diesem Slogan bewarb Volkswagen einst den Käfer und noch heute, Jahrzehnte nach der Einstellung der Produktion, gehört der Käfer zum Straßenbild, auch wenn er natürlich relativ selten geworden ist. Entwickelt wurde dieses Kultfahrzeug von Ferdinand Porsche. Was öffentlich wenig bekannt ist, ist der Umstand, dass Porsche auch im Bereich der Elektromobilität Pionierarbeit geleistet hat und außerdem in der Entwicklung von Flugmotoren tätig war.
Ein stark modifizierter VW Käfer.
Fans historischer Motorräder kamen auf der Oldtimermesse ebenfalls voll auf ihre Kosten.
Die Vespa feiert heuer ihr 80-jähriges Bestehen und ohne den Flugzeugfabrikanten Enrico Piaggio gäbe es dieses ikonische Gefährt überhaupt nicht. Die erste Vespa wurde von einem 3-PS starken Zweitaktmotor angetrieben, der ursprünglich als Starter für Flugzeugmotoren diente.
Blick in einen perfekt restaurierten seltenen VW T1, der um wohlfeile 124.900 Euro vor Ort erworben werden konnte.
Zu lange im Stau gestanden?
Ein weiterer Flugzeugmotor auf der Oldtimermesse.
Pan Am - die einst erfahrenste Fluggesellschaft der Welt schlitterte 1991 in die Pleite. Noch heute gilt sie als Ikone der Luftfahrt.