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Zwei Tote nach Flugzeugkollision bei Krems

Für die Insassen der beiden Flugzeuge gab es keine Rettung mehr - Foto: Feuerwehr Krems

Wie bereits in den Morgenstunden über unseren X-Account vermeldet, ereignete sich heute nahe dem Flugplatz Krems eine Kollision zweier Flugzeuge in der Luft. Beide Piloten starben. Bei den verunfallten Maschinen handelt es sich um eine Aerospool WT-9 Dynamic und eine JMB VL-3-RG Evolution Ein Bericht von Patrick Huber / www.der-rasende-reporter.info für Austrian Wings.

Hinweis: Nachdem der USFC-Krems die Namen der beiden Piloten öffentlich bekanntgegeben hat, übernimmt Austrian Wings die Klarnamen ebenfalls.

Der tödliche Flugunfall ereignete sich etwa gegen 9:15 Uhr. In unmittelbarer Nähe des Flugplatzes Krems Gneixendorf, Heimat zahlreicher Vereine und Unternehmen sowie des ÖAMTC-Notazrthubschraubers Christophorus 2, kollidierten zwei Flugzeuge in der Luft.

Rund einen Kilometer vom Flugplatz entfernt stießen zwei einmotorige Maschinen zusammen. Bei den beiden betroffenen Luftfahrzeugen handelte es sich um zwei Ultraleichtflugzeuge. Eines war die OE-7127, eine Aerospool WT-9 Dynamic, die vom USFC Krems betrieben wurde. Das zweite Flugzeug war eine private JMB VL-3-RG Evolution mit dem Kennzeichen D-MGMD.

Die OE-7127 des USFC Krems fungierte als Schleppflugzeug,, hatte gerade ein Segelflugzeug nach oben geschleppt und ausgeklinkt. Danach flog der Pilot, Sebastian Fessl, der selbst auch ein erfahrener Segelflieger war (erst am 23. Mai dieses Jahres war ihm ein mehr als 150 Kilometer langer Flug in einem Segler gelungen), eine Sinkflugkurve, um möglichst rasch zum Flugplatz zurückzukehren. Das ist das Standardverfahren bei der Schleppfliegerei. Unmittelbar zuvor war die D-MGMD in Krems gestartet. Beide Flugzeuge kollidierten etwa einen Kilometer vom Flugplatz entfernt.

Nach dem Zusammenstoß stürzten die schwer beschädigten Maschinen in unbewohntes Gebiet und gerieten beim Aufprall in Brand. Die beiden Piloten, Sebastian Fessl. (36) – und Dr. med. Rupert Strasser (70) – hatten keine Chance, sie starben trotz des sofortigen Großeinsatzes von Feuerwehr (10 Wehren standen im Einsatz), Rettungsdienst und Polizei in den Wracks.

Die Feuerwehr musste die brennenden Flugzeuge aus sicherer Entfernung löschen, denn Ultraleichtflugzeuge sind mit durch Pyrotechnik betriebene Rettungssysteme ausgestattet. Deshalb wurde die Unglücksstelle auch großräumig abgesperrt und der Entminungsdienst angefordert.

Obwohl die Unfallursache behördlich noch nicht verlautbart wurde (die österreichische Stelle für Flugunfalluntersuchungen ist „berüchtigt“ dafür, mitunter 10 bis 15 Jahre für einen Unfallbericht zu benötigen), gilt es aufgrund des Unfallhergangs schon jetzt als sehr wahrscheinlich, dass menschliches Versagen zu dem Unglück geführt haben dürfte.

Denn beide Flugzeuge waren im nicht kontrollierten Luftraum nach Sichtflugregeln (VFR) unterwegs. Dabei sind die Piloten selbst dafür verantwortlich, andere Luftfahrzeuge rechtzeitig zu erkennen und ihnen gegebenenfalls auszuweichen. Selbst die Person im Kontrollturm darf auf einem unkontrollierten Flugplatz keine "Anweisungen" oder "Freigaben", sondern lediglich (unverbindliche) Informationen an die Piloten weitergeben. Die Hauptverantwortung für die Vermeidung von Kollisionen liegt bei den Luftfahrzeugführern. Es gilt das Prinzip "See (Sense) and Avoid".

Text: Patrick Huber