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Triebwerksprobleme schuld an Lieferverzögerung der B747-8F an Cargolux

Cargolux Boeing 747-8F - Foto: Boeing

Nachdem Boeing diese Woche mit der Auslieferung des erste Exemplars des neuen B787 Dreamliner an den Erstkunden ANA Grund zum Feiern hatte und der Dreamliner dadurch wieder Aufwind bekommen hat, droht beim zweiten großen derzeitigen Programm des Konzerns ein neuer Streit aufzuflammen. Konkret geht es dabei um wachsende Spannungen zwischen Cargolux und Boeing, den Vertrag über die Auslieferung der neuen B787-8F betreffend.

Wie das Branchenportal Flightglobal in Erfahrung bringen konnte, beruhen diese Spannungen aber nicht auf dem ebenfalls noch nicht abgeschlossenen Disput zwischen dem 35% Anteilshalter von Cargolux Qatar Airways und Boeing, der Ausgleichszahlungen für Verzögerungen im B787 Programm zum Inhalt hat.Vielmehr dreht sich der Cargolux-Boeing Streit um den Triebwerkslieferanten General Electric und dessen, wie Cargolux meint, mangelhaftes Programm, Leistungsdefizite in den GEnx-2B Triebwerken zu beseitigen, die die 787-8F von Cargolux antreiben.

Aus diesem Grund hat Cargolux auch weniger als drei Tage vor der geplanten Übergabe des ersten Exemplars der 787-8F am 19. September Boeing davon in Kenntnis gesetzt, dass man seitens Cargolux den Übernahmeprozess aussetzen wird. Beide Seiten hatten damals „ungelöste vertragliche Probleme“ als Ursache für diesen Schritt genannt. Sofort wurden Spekulationen laut, dass der neue Anteilseigner Qatar Airways Cargolux als Mittel dafür verwendet, Boeing unter Druck zu setzen, um Kompensationen für die Auslieferungsverzögerungen beim B787 Programm durchzusetzen.
Vielmehr jedoch dürfte das Wissen von Qatar Airways um die mangelnde Leistungsfähigkeit der GE Triebwerke der B747-8F für diesen Schritt eine Rolle gespielt haben. Die Fluglinie hatte die Anschaffung zweier 747-8F VIP Jets für die Regierung von Qatar gemanaged.

Boeing und GE entwickeln nun gemeinsam ein sogenanntes "Performance Improvement Package", kurz PIP, um das Leistungsproblem in den Griff zu bekommen. Es wird aber noch mindestens zwei Jahre dauern, bis das PIP in Dienst genommen werden kann. Kostenlos wird es dieses Upgrade nicht geben-bestehende Kunden werden dafür bezahlen müssen. Auch ist nicht abzusehen, ob die Leistungsdefizite damit komplett beseitigt werden können-es könnten somit weitere Upgrades und damit weitere Kosten für 747-8F Kunden entstehen.

Boeing und Cargolux schweigen inzwischen über den Stand der Verhandlungen. Es ist nur zu hören, dass weiter zusammengearbeitet wird und dass man in “konstruktivem Dialog” miteinander stehe. Seitens Qatar Airways gibt es keine Stellungnahme dazu, ob und wenn ja, wie man Einfluss auf diese Gespräche nimmt.

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(red PW)