Österreich

"Kurier": Ticketbetrug bei Austrian aufgeflogen

Wie die Tageszeitung "Kurier" berichtet, soll es bei der AUA einen Betrugsfall mit verbilligten, eigentlich nur für Mitarbeiter vorgesehenen, Tickets gegeben haben. Der Schaden beträgt dem Vernehmen nach mehrere tausend Euro.

"Seit mehreren Wochen sollen AUA-Mitarbeiter Tickets, mit denen ausschließlich AUA-Angestellte und ihre Angehörigen stark verbilligt fliegen können, illegalerweise an außenstehende Personen weitergegeben bzw. mit einem 'kleinen Aufschlag' verkauft haben. Vor allem soll es sich dabei um Flüge nach Südosteuropa gehandelt haben", schreibt das Blatt.

AUA-Sprecher Peter Thier habe bereits bestätigt, dass "die Revision der AUA in der vergangenen Woche einen Betrugsfall aufgedeckt hat, in den leider sechs AUA-Angestellte verwickelt sind". Und weiter: "Wir können das auf rund 50 Tickets eingrenzen, die an Außenstehende weitergegeben wurden. Das ist aber nach unseren Richtlinien verboten."

Für die mutmaßlich involvierten Mitarbeiter habe es bereits Konsequenzen gegeben. Drei Angestellte des Bodenpersonals seien entlassen und zwei weitere vorübergehend vom Dienst freigestellt worden. Ein weiterer Verdächtiger befinde sich laut "Kurier" derzeit auf Urlaub, weshalb er noch nicht einvernommen werden konnte.

"Diese 'systematische Malversation' soll unter den Verdächtigen abgesprochen gewesen sein. Sie wurde aber von der Abrechnungsabteilung deshalb rasch entdeckt, weil in einem Fall 17 so genannte PEP-Tickets ausgestellt wurden, aber der AUA-Angestellte gar nicht die zeitliche Möglichkeit hatte, diese 'Tickets' selber abzufliegen", heißt es in dem "Kurier"-Artikel weiter.

Laut Thier sei "klar, dass dem Unternehmen ein finanzieller Schaden entstanden ist, das geht aus dem Revisionsbericht hervor".

"Diese Tickets hätten im Normalvertrieb andere Preiszettel gehabt. Es handelt sich um ein paar tausend Euro Schaden."

Auch AUA-Betriebsrat Alf Junghans erklärte, dass man bei Missbrauch "sehr streng" sei, um "die Mehrheit der Mitarbeiter zu schützen".

Bisher sei dem Betriebsrat der Revisionsbericht aber noch nicht vorgelegt worden, weshalb man noch nicht über das Schicksal von Kollegen entscheiden wolle. Daher habe man sich seitens der Personalvertreter auch "einstimmig gegen die Entlassung ausgesprochen".

(red / Titelbild: Austrian Airlines Boeing 737-800 - Foto: C. Jilli / Austrian Wings)