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Bei Lufthansa CityLine droht Streik

Symbolbild - Foto: www.der-rasende-reporter.info

Die Verhandlungen über Verbesserungen im Vergütungstarifvertrag (VTV) für die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa CityLine sind gescheitert. Die Group-Tarifkommission der Vereinigung Cockpit (VC) hat beim Vorstand der VC die Einleitung einer Urabstimmung beantragt. Eine Entscheidung wird noch in dieser Woche erwartet.

Bereits im August des vergangenen Jahres hatte die Tarifkommission die Verhandlungen zum VTV aufgenommen. Nach mehreren Verhandlungsrunden lag seitens des Arbeitgebers bis zuletzt kein verhandlungsfähiges Angebot vor. „Statt konkreter Verbesserungen beharrte die Arbeitgeberseite darauf, dass jede Erhöhung der Vergütung an anderer Stelle kompensiert werden müsse“, erklärt Tanja Viehl, Leiterin Tarifpolitik und Verhandlungsführerin der Vereinigung Cockpit. „Wer Verbesserungen nur unter dem Vorbehalt von Einschnitten an anderer Stelle anbietet, meint keine Verbesserung, sondern eine Nullrunde mit Umverteilung.“

Die VC weist zudem entschieden jede Vermengung sachfremder Themen mit den VTV-Verhandlungen zurück. „Unabhängig von strategischen Überlegungen des Konzerns zur Zukunft der CityLine gilt: Die Kollegen stehen weiterhin im aktiven Arbeitsverhältnis und erbringen täglich zuverlässig ihre Leistung. Solange Arbeitsplätze bestehen, bleibt es Aufgabe der Tarifparteien, faire und zeitgemäße Vergütungsbedingungen zu vereinbaren“, sagt Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission.

Die VC hält an ihrer Forderung nach einer angemessenen Vergütungserhöhung strikt fest. Sie fordert u.a. eine stufenweise Anpassung der aktuell gültigen Vergütungstabellen CLH Cockpit (Stand: 01.01.2024) um jeweils 3,3 Prozent ab dem 01.02.2024, dem 01.01.2025 und dem 01.01.2026.

„Selbst wenn der Konzern unternehmerische Entscheidungen über die Zukunft einzelner Flugbetriebe trifft, entbindet dies nicht von der Verantwortung, laufende Tarifverhandlungen ernsthaft und konstruktiv zu führen“, so Karstens weiter. „Offene oder bewusst vage Zukunftsszenarien dürfen nicht als Druckmittel eingesetzt werden, um notwendige tarifliche Verbesserungen zu blockieren.“

Mit dem Antrag auf Urabstimmung sendet die Tarifkommission ein deutliches Signal: „Die Piloten sind bereit, geschlossen für ihre Vergütungsbedingungen einzutreten. Sie erwarten vom Arbeitgeber ein ernst gemeintes Angebot, das diesen Namen verdient“, betont Tanja Viehl.

Die Vereinigung Cockpit bleibt jederzeit zu konstruktiven Sondierungsgesprächen bereit. Voraussetzung dafür ist jedoch die Bereitschaft des Arbeitgebers, tatsächliche Verbesserungenanzubieten– ohne versteckte Gegenfinanzierung und ohne taktische Verzögerung.

*Die VC hat die Group-Tarifkommission (GTK) 2023 gegründet, um die Interessen Piloten der Lufthansa Group flugbetriebsübergreifend zu bündeln. Sie setzt sich aus Vertretenden der einzelnen Flugbetriebs-Tarifkommissionen (FTK) zusammen. Ziel ist es, die Konditionen aller Piloten besser zu schützen und ein Gegeneinander der Belegschaften zu verhindern.

(red VC)