Punktlandung

SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler "verbietet" US-Überflüge - trotzdem US-Militärflugzeug über Tirol

Ein US-Militärflugzeug überflog gestern ganz offiziell Österreich - Screenshot Flightradar24

In populistischer Stammtischmanier hatte SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler gegenüber Medien erklärt, dass es angesichts des Krieges der USA und Israels mit dem Iran keine Flüge von US-Militärflugzeugen durch den österreichischen Luftraum geben würde. Die Realität sieht anders aus, wie ein Blick auf Flightradar24 zeigt.

Andreas Babler, laut manchem Beobachter "der endgültige Sargnagel der österreichischen Sozialdemokratie", versuchte sich in seiner Rolle als Vizekanzler der Republik staatsmännisch zu geben. Vollmundig polterte Babler via Social Media: "Selbstverständlich muss Österreich den USA unseren Luftraum für Militärflüge verweigern." Es hat seinen Grund, dass die SPÖ unter Andreas Babler immer weiter in Richtung Bedeutungslosigkeit abgleitet, denn ein kurzer Blick auf Flightradar24 zeigt, dass Bablers Worte nichts als heiße Luft sein dürften. Denn am 2. April überflog eine Maschine für "elektronische Kriegsführung" der US-Streitkräfte Österreich.

Andreas Babler machte Stimmung gegen die USA und vergaß dabei, dass die Schläge gegen den Iran zumindest aus israelischer Sicht militärisch notwendig und sinnvoll sind. Immerhin will die iranische Führung Israel auslöschen. Gerade die österreichische Sozialdemokratie sollte sich ihrer Verantwortung gegenüber dem jüdischen Staat bewusst sein.

Die Details: Um 12:46 Uhr UTC hob vom britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall die Gulfstream EA-37B Compass Call II mit der Kennung 19-1587 ab. Dabei handelt es sich um ein zweistrahliges Flugzeug der US-Streitkräfte, das zur elektronischen Kriegsführung verwendet wird. Das Ziel der Maschine war der Flughafen Chania auf Kreta. Dieser Flughafen ist Teil der Souda Air Base, eines großen NATO-Stützpunktes mit hoher US-Militärfrequenz. 

Um 14:09 Uhr UTC flog die Maschine - auf Flightradar24 ganz klar nachverfolgbar - in den österreichischen Luftraum ein, überquerte die Alpen und verließ den österreichischen Luftraum gut 6 bis 7 Minuten später wieder, um den Flug nach Griechenland fortzusetzen.

Wo auch immer man politisch steht, wie auch immer man für sich persönlich den aktuellen Konflikt in Nahost einordnet - ein Vizekanzler, der vollmundig die Sperre des österreichischen Luftraumes für US-Militärflugzeuge verkündet während gleichzeitig genau solche Flüge stattfinden, macht sich absolut lächerlich und unglaubwürdig. 

Entweder Österreich untersagt solche Flüge tatsächlich und setzt das auch konsequent durch oder man akzeptiert sie, denn dass der Iran seit 1979 ein Unterstützter des internationalen Terrorismus und eine Bedrohung für Israel ist, das ist ja nicht von der Hand zu weisen. Ebensowenig dass Österreichs "Neutralität" schon seit vielen Jahrzehnten mehr eine Art "Lebenslüge" als tatsächlich vorhanden ist und ein NATO-Beitritt deshalb endlich ergebnisoffen diskutiert werden sollte. Die einst neutralen Länder Schweden und Finnland haben das ja auch gemacht. By the way, die FPÖ war es, die noch vor wenigen Jahren für einen solchen Schritt war. Die Freiheitlichen forderten den NATO-Beitritt "rasch" und sogar in einer "dringlichen Sitzung". Davon wollen die Blauen heute unter dem russanlandfreundlichen Parteiobmann Herbert Kickl aber nichts mehr wissen. Wendehalsigkeit und Opportunismus gehören scheinbar zur politischen Grundausstattung aller politischen Parteien.

(red CvD)

Hinweis: „Punktlandungen” sind Kommentare einzelner Autoren, die nicht zwingend die Meinung der Austrian Wings-Redaktion wiedergeben.