Österreich

Lufthansa Chef Mayrhuber kritisiert AUA, Betriebsräte und Flughafen Wien

Wolfgang Mayrhuber (rechts), hier bei der Vertragsunterzeichnung zur Übernahme der AUA durch die Lufthansa, spart nicht mit Kritik an der AUA, der österreichischen Politik und am Flughafen Wien - Foto: Lufthansa

 

Der scheidende Lufthansa Chef, der Oberösterreicher Wolfgang Mayrhuber, kritisiert gegenüber der Tageszeitung "Kurier" die AUA, deren Betriebsräte und den Flughafen Wien scharf.

Die AUA verliere pro Tag 180.000 Euro, heißt es da. Und: "Wer gewinnen will, muss über die Ziellinie kommen", so Mayrhuber in Richtung AUA-Management, Bord-Betriebsrat, Flughafen Wien, Flugsicherung Austro Control, Lieferanten und österreichische Politik.

"Wir verlieren täglich 180.000 Euro, dieser Verlust muss weg." Für 2011 sei ein "positives Ergebnis, sehr niedrig zweistellig" prognostiziert. Dieses soll durch einen Mix aus "Erlössteigerung, besserer Steuerung und weiterer Kostensenkung" zustande kommen.

Die AUA müsse weiter sparen, aber nicht beim Service, welches gerade erst wieder aufgewertet wurde, sondern in der Verwaltung. Ob bzw. wieviele Manager bei AUA nun den Hut nehmen müssen, sagt Mayrhuber nicht.

Kritik geht auch in Richtung Betriebsrat - eine Inflationsabgeltung bei den KV-Verhandlungen sei derzeit nicht möglich:

"Die AUA macht Verluste und kriegt einen Inflationsausgleich. Das geht nicht."

Für Wolfgang Mayrhuber kommt eine Inflationsabgeltung derzeit nicht in Frage - Foto: Austrian Wings Media Crew

Morgen wird zwischen Gewerkschaft, Betriebsräten und AUA-Management weiter verhandelt - ein Streik gilt inzwischen durchaus als möglich.

Der Flughafen Wien bekommt ebenfalls sein Fett ab: "Höchste Kosten und Gebühren, niedrigste Effizienz", konstatiert Mayrhuber.

Besonders die Sicherheitskontrollen würden "viel zu lange" dauern; ein Kritikpunkt, der auch die Austrian Wings Redaktion in zahlreichen Leserbriefen und E-Mails immer wieder erreicht.

Gleichzeitig kritisierte er die OMV aufgrund ihrer hohen Kerosinpreise und die Austro Control.

Die Politik habe die AUA im Stich gelassen. Mayrhuber habe seinerzeit von Politikern und Gewerkschaftern immer wieder die Worte "Vertrauen und Verlässlichkeit" gehört. Doch "jetzt haben sie uns mitten in der Sanierung im Stich gelassen".

Die im kommenden Jahr in Kraft tretende Flugverkehrssteuer bezeichnete er als zusätzliche Hürde: "Das ist alles andere, als das, was ich unter verlässlicher Politik verstehe", so Mayrhuber.

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(red)