Österreich

[U] AUA A321 bei Durchstartmanöver in Manchester schwer beschädigt

Letzte Aktualisierung: 2. Jänner 2012 / 14:26 Uhr

Austrian A321 - Foto: Chris Jilli

Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es am 23. Dezember auf dem Austrian Airines Flug OS 9367 von Innsbruck nach Manchester bei der Landung zu einem schweren Zwischenfall. Das berichtet der "Aviation Herald".

Demnach befand sich die Maschine vom Typ Airbus A321-200 (OE-LBF) mit 182 Passagieren und 6 Besatzungsmitgliedern im Anflug auf die Piste 23R des Flughafens Manchester.

In rund 200 Fuß (etwa 60 Meter über dem Boden) entschied sich die Cockpitcrew aufgrund der sich rapide verschlechternden Wetterbedingungen zu einem Durchstartmanöver.

Während des Go around wurde der A321 unerwartet von einem Scherwind erfasst und nach unten gedrückt, wobei das Fahrwerk und das Rumpfheck Bodenkontakt bekamen.

Trotzdem gelang es der Besatzung, durchzustarten und rund 15 Minuten später sicher in Manchester zu landen. AUA-Sprecherin Ursula Berger gegenüber Austrian Wings: "Die Fluggäste an Bord haben von diesem Vorfall nichts mitbekommen."

Bei der anschließenden technischen Untersuchung der Maschine wurden Beschädigungen an der Rumpf-Unterseite festgestellt; die bereits für den Rückflug nach Innsbruck geboardeten Passagiere mussten den Airbus wieder verlassen. Das Fahrwerk des A321 ist allerdings unbeschädigt geblieben.

Die Passagiere erreichten Innsbruck an Bord einer Ersatzmaschine vom Typ Boeing 737-800 (OE-LNS) mit 15-stündiger Verspätung.

Die nötigen Reparaturarbeiten am Rumpf des Flugzeuges werden derzeit von Spezialisten in Manchester ausgeführt; die Maschine kehrt voraussichtlich am 5. Jänner von Manchester wieder nach Wien zurück.

Scherwinde gefährlich

Scherwinde, im Fachjargon auch "Windshear" genannt, sind eine große Gefahr für den Flugverkehr, vor allen Dingen während der Start- und Landephase.

In der Vergangenheit haben sie zu mehreren Abstürzen mit tödlichen Folgen geführt, etwa am 9. Juli 1982: Damals geriet eine Boeing 727-200 der Pan Am unmittelbar nach dem Abheben vom Airport in New Orleans in eine Windscherung und stürzte ab. Alle 145 Menschen an Bord und 8 am Boden starben.

Am 2.August 1985 wiederum stürzte eine L-1011-1 der Delta Air Lines nahe Dallas/USA beim Landeanflug ab, nachdem sie von extremen Scherwinden erfasst worden war - 134 Menschen starben, 29 überlebten.

Wann immer dieses Wetterphänomen daher bekannt ist, weisen die Flugwetterdienste und Flugverkehrsleiter Piloten darauf hin. Moderne Verkehrsflugzeuge verfügen auch über entsprechende Warnsysteme an Bord.

Doch trotz aller Technik werden Piloten manchmal noch immer von Scherwinden überrascht - so wie am 23. Dezember die AUA-Crew in Manchester, die diese gefährliche Situation hervorragend gemeistert hat.

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(red CvD / Aig)