International

Piloten starten Kampagne gegen geplante Ausweitung der Flugdienstzeiten

Kritik an den geplanten Flugdienstzeiten übt die Vereinigung Cockpit - Foto: Austrian Wings Media Crew
Kritik an den geplanten Flugdienstzeiten übt die Vereinigung Cockpit - Foto: Austrian Wings Media Crew

In fünf Tagen läuft Kommentierungsfrist für die neue europäische Flugdienstzeitregelung ab. Danach wird der Gesetzesvorschlag endgültig. Dieser wird von Pilotenverbänden aber als hohes Sicherheitsrisiko bewertet.

Deshalb hat die Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit", kurz VC, eine Homepage eingerichtet, auf der jeder Pilot, aber auch jeder Passagier, mit seiner Unterschrift an die zuständigen Politiker appellieren kann, sich dafür einzusetzen, dass Reisende auch in Zukunft sicher an ihr Ziel gelangen.

"Die spektakuläre Landung auf dem Hudson-River hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass Piloten jederzeit voll leistungsfähig sind. Um solchen Aufgaben gewachsen zu sein, ist es Grundvoraussetzung, dass die Besatzung ausgeschlafen und erholt ihren Dienst ausübt", erklärt ein Sprecher der VC.

Wie sollen Piloten wach bleiben? Episode 4 zur Flugdienstzeiten-Kampagne from Charly Over on Vimeo.

Video von flugdienstzeiten.de


"Verantwortungsvolle gesetzliche Bestimmungen zu den Flugdienstzeiten müssen genau dies gewährleisten. Seit Jahren sind die Flugdienstzeitregelungen in Europa umstritten, da sie weitgehend einer wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Piloten fliegen daher schon heute länger, als es vertretbar ist", so die Ansicht der Pilotenvertreter.

"Nach einem Flugunfall in Buffalo, USA, mit 50 Toten erkannte man endlich in den Vereinigten Staaten, dass dringender Handlungsbedarf bestand. Dort wurden daher vor Kurzem die gesetzlichen Flugdienstzeitregelungen auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse geändert und sind bereits in Kraft."

Auch in Europa werden die Flugdienstzeitregelungen derzeit neu überarbeitet.

"Doch es scheint, dass hier die wirtschaftlichen Interessen der Industrie eine wesentlich größere Rolle spielen. Denn es zeichnet sich ab, dass die Chance, endlich verantwortungsvolle Regelungen zu schaffen und dadurch die Flugsicherheit nachhaltig zu festigen, verspielt wird."

Doch diese neuen Vorschriften "lesen sich geradezu wie ein Wunschkatalog der Airlines", kritisiert ein Pilot.

"Mit seiner Unterschrift kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass Fliegen auch in Zukunft sicher bleibt."

Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren:

Vereinigung Cockpit kritisiert geplante Flugdienstzeitenregelung scharf

Vereinigung Cockpit fordert Überarbeitung der Gesetze für Flugdienstzeiten

Umfrage: Jeder zweite Pilot während des Fluges eingenickt

Fotoreportage: Montana Austria - die vergessene Airline

Links:

Initiative Flugdienstzeiten der Vereinigung Cockpit

(red)