Österreich

aktualisiert

[U] Toter bei Cessna-Absturz in Krems

In unmittelbarer Nähe des Flugplatzes Krems-Gneixendorf ist heute Vormittag gegen 10:25 Uhr eine einmotorige Maschine vom Typ Cessna 172 R "Skyhawk" (Reg.: OE-KRP) abgestürzt. Der Pilot kam ums Leben, ein weiterer Insasse wurde verletzt.

Die Absturzursache ist noch unklar, Bildmaterial aus der Flugplatzgegend vom Unfallzeitpunkt lässt jedoch dichten Nebel erkennen.

Die heute verunglückte Maschine, aufgenommen vor etwa einem Jahr auf dem Flughafen Innsbruck - Foto: Max Gruber (vielen Dank)
Die heute verunglückte Maschine, aufgenommen vor etwa einem Jahr auf dem Flughafen Innsbruck - Foto: Max Gruber (vielen Dank)

Beim Austrian Wings Lokalaugenschein am Flugplatz Krems, erklärten Fliegerkollegen, sie hätten dem Unglückspiloten vor dem Start noch geraten, auf eine Wetterbesserung zu warten. Dieser habe die Warnung jedoch ignoriert und sei gestartet.

Foto: BFK Krems / Gernot Rohrhofer
Foto: BFK Krems / Gernot Rohrhofer
Foto: BFK Krems / Gernot Rohrhofer
Foto: BFK Krems / Gernot Rohrhofer

Wegen des dichten Nebels musste der Überlebende mit dem bodengebundenen Rettungsdienst ins Krankenhaus eingeliefert werden, da nicht einmal der Notarzthubschrauber "Christophorus 2" starten konnte. Ein Feuerwehrmann sprach gegenüber Austrian Wings davon, dass die Sichtweite zu diesem Zeitpunkt nur etwa 50 bis 60 Meter betragen habe. Andere Quellen wiederum gaben 150 Meter Sichtweite an.

Gert Kuntner, Obmann des Union Sportflieger Clubs Krems, in dessen Halterschaft sich die verunglückte Maschine befand, erklärte gegenüber unseren Redakteuren, dass der 56-jährige Pilot ein sehr erfahrener Flugzeugführer gewesen sei.

Union Sportflieger Club Krems Obmann Gert Kuntner
Union Sportflieger Club Krems Obmann Gert Kuntner

Zum jetzigen Zeitpunkt könne man natürlich noch keine gesicherten Angaben über die Unglücksursache machen. "Fest steht aber, dass die Maschine nach allem, was wir bis jetzt wissen, in einem einwandfreien Zustand war", erklärte Kuntner. Die entsprechenden Unterlagen seien bereits den Unfallermittlern übergeben worden.

Außerdem habe der Pilot einen Wetterbericht eingeholt und die Cessna einer gründlichen Vorflugkontrolle unterzogen.

Die Maschine selbst sei für Schul- und IFR-Flüge zugelassen gewesen, auch der Pilot habe eine Instrumentenflugberechtigung besessen, wodurch er grundsätzlich in der Lage ist, ein Flugzeug auch ohne Bodensicht zu steuern. Der heutige Flug dürfte jedoch nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen unter Sichtflugregeln (VFR) durchgeführt worden sein.

Was den Flugzeugführer - er soll mehrere hundert Flugstunden im Bordbuch stehen haben - bewegte, bei starkem Bodennebel zu starten, ist unklar. "Er hat uns nur gesagt, dass er Richtung Salzburg fliegen wollte. Alle Fliegerkameraden am Platz sind über diesen Unfall erschüttert."

Unmittelbar nach dem Abheben habe der Verkehrsleiter am Kontrollturm einen lauten Knall gehört, danach sei Stille gewesen. "Der Kollege wusste sofort, was passiert war und alarmierte die Einsatzkräfte."

Unmittelbar nach dem Start auf der Piste 11 stürzte die Cessna in das am linken Bildrand erkennbare Waldstück
Unmittelbar nach dem Start auf der Piste 11 stürzte die Cessna in das am linken Bildrand erkennbare Waldstück
Polizei und Unfallermittler an der Absturzstelle - Foto: Austrian Wings Media Crew
Polizei und Unfallermittler an der Absturzstelle - Foto: Austrian Wings Media Crew

Die viersitzige Maschine war anstatt geradeaus zu fliegen und an Höhe zu gewinnen, plötzlich nach links in ein Waldstück gestürzt.

"Der Pilot wurde eingeklemmt, sein auf dem Copilotensitz mitfliegender 60-jähriger Bruder konnte sich selbst befreien und die Einsatzkräfte einweisen", schildert Kuntner weiter.

Ein etwas abseits des Wracks aufgefundenes Stück der verunglückten Cessna
Ein etwas abseits des Wracks aufgefundenes Stück der verunglückten Cessna

Die Feuerwehr musste sich erst mit Motorsägen eine Schneise zum Wrack bahnen, ehe sie den Piloten befreien konnten. Dieser erlag jedoch trotz des sofortigen Einsatzes eines notarztbesetzten Rettungsmittels noch an der Unglücksstelle seinen Verletzungen. Durch auslaufenden Kraftstoff bestand zudem Brandgefahr.

Der zweite Insasse wurde ins Krankenhaus Krems eingeliefert. Am Mittag trafen dann Experten der Flugunfalluntersuchungskommission am Ort des Geschehens ein und nahmen unterstützt von Exekutivkräften die Ermittlungen auf.

Feuerwehrleute an der Absturzstelle
Feuerwehrleute an der Absturzstelle

(red CvD, Aig, MD / Titelbild: Die heute verunfallte Cessna 172 R OE-KRP - Foto: Anton Wildberger / Übrige Fotos, sofern nicht anders angegeben: Austrian Wings Media Crew, Markus Dobrozemsky)