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Sicherheitsexperte: "Europa muss sich israelischen Standards nähern"

Als Konsequenz aus dem Terroranschlag von Brüssel mit über 30 Toten und Dutzenden Verletzten, müsse sich Europa die israelischen Sicherheitskonzepte genauer ansehen und sich ihnen annähern. Das sagte der israelische Sicherheitsexperte Daniel Nisman vom Security-Unternehmen Levantine gegenüber der "Deutschen Presseagentur".

Ein Bestandteil des israelischen Sicherheitskonzeptes ist das in Europa bisher nicht angewandte Profiling von Reisenden. Viele europäische Politiker, vor allem aus dem linken Spektrum, lehnen es als "diskirminierend" ab. Dem hält Nisman entgegen: "Wenn es viel palästinensische Anschläge gibt, dann prüft man Palästinenser und israelische Araber strenger."

Zudem sei das gesamte israelische System "effizienter" als jene in Europa, speziell in Belgien: "Wenn bewaffnete Soldaten nur herumstehen und niemanden befragen, bringt das wenig."

Aus Nismans Sicht sei es verdächtig gewesen, dass die Attentäter auf dem Brüsseler Flughafen einen Handschuh trugen und die Gepäckwägen schoben. Es wird vermutet, dass unter dem Handschuh jeweils ein Zünder für den Sprengsatz versteckt war.

Die europäischen Länder hätten angesichts der latenten Bedrohung durch den islamistischen Terror gar keine andere Wahl als sich "unseren Methoden" anzunähern: "Sie müssen vielleicht Methoden anwenden, die ein bisschen unangenehmer sind, aber Sicherheit geht über alles. Wenn man keine Sicherheit hat, dann hat man gar nichts."

Kritiker halten dieser Ansicht allerdings ein zeitloses Statement von Benjamin Franklin entgegen: "Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren."

(red / Titelbild: Mit dem Sturmgewehr 77 und Glock 17 bewaffneter Elitepolizist auf dem Flughafen Wien, Symbolbild - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew)