Österreich

Neue Piloten für die Flugpolizei, Sonderbriefmarke vorgestellt

Von links nach rechts: Werner Senn, Leiter der Flugpolizei, Innenminister Wolfgang Sobotka, Grafiker Robert Sabolovic, Peter Weichselbaum, stellvertretender Leiter der Flugpolizei, Konzeptionistin Stefanie Grüssl und Postdirektor Georg Pölzl - Foto: ZVG BMI

„Wir schlagen nun Tag eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft der Flugpolizei“, sagte Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka am 22. November 2016 in der Meidlinger Kaserne bei der Übergabe der Hubschrauberpilotenlizenz an drei Flugpiloten, die im April 2016 ihre Ausbildung abgeschlossen hatten. „Ich darf drei junge, motivierte Piloten bei der Flugeinsatzstelle Wien begrüßen, die sich in den Dienst der Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher stellen. Gleichzeitig feiern wir ein Jubiläum, nämlich 60 Jahre Flugpolizei. Aus diesem Anlass präsentiert das Bundesministerium für Inneres gemeinsam mit der Österreichischen Post eine Sondermarke.“

„Als ich am ersten Tag der Polizeiausbildung in Oberösterreich gefragt wurde, in welchem Bereich ich gerne arbeiten würde, war meine Antwort klar: Ich will Hubschrauberpilot werden“, sagte Revierinspektor Christian Steiner. Er wusste auch, dass dieses Vorhaben nicht einfach werden würde – besonders ohne fliegerische Vorkenntnisse. Die Aufnahmeprüfung zum Flugpiloten besteht aus mehreren Stufen und verlangt Konzentration, technisches Wissen und meteorologische Kenntnisse. Die Kandidaten müssen flugtauglich sein, fliegerpsychologische Prüfungen bestehen und bei einem kommissionellen Hearing überzeugen. Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Polizeiausbildung und zwei Jahre Erfahrung im exekutiven Außendienst. Ein kleiner Prozentsatz der Anwärterinnen und Anwärter wird zur Ausbildung zugelassen. Die praktische Eignung wird im Rahmen der Hubschrauberpilotenausbildung festgestellt.

Bezirksinspektor Patrick Fritz startete seine Flugkarriere mit der Privatpilotenlizenz für Flugzeuge in Innsbruck – später folgten weitere Pilotenscheine: „Ich habe neben dem Polizeiberuf als Fluglehrer für Privat- und Berufspiloten gearbeitet. Zudem bin ich im Sicherheits- und Qualitätsmanagement von Flugschulen tätig gewesen.“ Die Ausbildung zum Flugpiloten der Polizei dauert ungefähr zwei Jahre, während dieses Zeitraumes sind die Exekutivbeamten der Flugpolizei dienstzugeteilt. „Was ich besonders spannend an meinem Arbeitsbereich finde, ist die Möglichkeit sich ständig fortzubilden. Ich habe zum Beispiel unter anderem einen Hochgebirgslandekurs absolviert“, sagte Bezirksinspektor Martin Kainberger.

Die Geschichte der österreichischen Flugpolizei begann im Jahr 1955 als nach der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages das Flugverbot aufgehoben wurde. Daraufhin wurde im Bundesministerium für Inneres die Abteilung der Flugpolizei eingerichtet. Im März 1956 fand der erste Rettungseinsatz in alpinem Gelände statt. Heute liegt der Fokus auf Flügen in staats-/kriminalpolizeilichen Angelegenheiten sowie der Überwachung von Großveranstaltungen, der Verkehrsüberwachung und dem Bereich Zivilschutz (Unterstützung zur Brandbekämpfung, Naturkatastrophen), Such-, Rettungsdienste, Seilbergungen und Mitwirkung an FRONTEX-Einsätzen).

Pilot der Flugpolizei im Cockpit, Symbolbild - Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Die Sondermarke der Österreichischen Post AG zeigt eine historische Fotografie des Hubschraubers Agusta Bell 47 G2 und das aktuelle Bild eines Eurocopters EC 135 P2+ Multirole Standard und soll den Zeitbogen der 60-jährigen Geschichte der Flugpolizei in Österreich darstellen.

(red / BMI)