Österreich

Gehälter: Gewerkschaft zeigt sich über Aussagen von Wizz Air Chef verwundert

Foto: Huber / Austrian Wings Media Crew

Mit Erstaunen nimmt Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida, die Aussagen des Wizz Air Gründers József Váradi im heutigen Trend zur Kenntnis.

„Vor allem die Ansage, dass die ungarische Billigairline marktübliche Löhne und Gehälter in Österreich zahle, verwundert mich sehr. Uns liegen Einzelverträge von Piloten und Flugbegleitern vor, die das Gegenteil zeigen. Herrn Váradi dürfte entgangen sein, dass sich marktübliche Löhne in Österreich an den Marktführern Austrian und Eurowings orientieren. Nimmt man diese her, liegt Wizz Air deutlich darunter“, so Schwarcz. „Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum Wizz Air behauptet, sie zahlen marktübliche Preise. CEO Váradi meint offenbar marktüblich in Ungarn“, vermutet Schwarcz. 

Jederzeit gesprächsbereit
„Natürlich stehen wir als für die Luftfahrt zuständige Gewerkschaft jederzeit für Gespräche zur Verfügung. Bereits im Mai haben wir Vertreter der Wizz Air sowie die Wirtschaftskammer zu Gesprächen eingeladen. Bis heute ist allerdings nichts passiert. Sozialpartnerschaft sieht wohl anders aus!“, sagt Schwarcz. 

vida lässt sich nicht mundtot machen
Wenig Verständnis zeigt Schwarcz für die Ansage von Váradi, „dass Wizz Air die Gewerkschaften nicht in ihrem Geschäft brauchen. Selbstverständlich lassen wir uns keinen Riegel vorschieben und werden mit dem Wizz Air Personal direkt in Kontakt treten. Ebenso kann ich schon heute sagen, dass wir der Chefetage der Wizz Air genaustens auf die Finger schauen werden.“

Forderung nach Branchen-KV
Schwarcz bekräftigt, dass er jederzeit bereit sei, „um für eine attraktive Entlohnung und faire Arbeitsbedingungen für die Kollegen zu sorgen. Gerade weil in Wien enormer Wettbewerb am Himmel stattfindet, wollen wir gute Jobs. Billigjobs, mit denen Menschen am Hungertuch nagen, obwohl sie Vollzeit arbeiten, wird es mit uns nicht geben.“ Lohn- und Sozialdumping auf dem Rücken der Beschäftigten muss einen Riegel vorgeschoben werden: „Die immer prekäreren Arbeitsbedingungen bei Airlines senken letztlich auch die Sicherheit in der Luftfahrt. Die Zeit ist überreif für einen Branchen-KV. In sozialpartnerschaftlicher Tradition müssen endlich faire Spielregeln für alle Unternehmen geschaffen werden!“

(red / vida via APA-OTS)