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Lufthansa Cargo behauptet sich in volatilem Umfeld

Boeing 777F von Lufthansa Cargo - Foto: Austrian Wings Media Crew

Adjusted EBIT beträgt im Jahr 2023 219 Mio. Euro.

Nachdem der Luftfrachtmarkt in den Jahren von 2020 bis 2022 hohe Frachtraten auf Grund geringer Kapazitäten in Folge der Corona-Pandemie zu verzeichnen hatte, haben sich diese erwartungsgemäß im vergangenen Jahr normalisiert. Lufthansa Cargo konnte trotz gestiegener Kapazitäten im Markt deutlich höhere Durchschnittserträge erzielen als vor Beginn der Corona-Pandemie. Lufthansa Cargo hat im Geschäftsjahr 2023 ein adjustiertes EBIT von 219 Millionen Euro erwirtschaftet (Vorjahr: 1,6 Milliarden Euro). Nachdem sich die Frachtraten nach Ende der Corona-Pandemie wieder normalisiert haben, sank der Umsatz um 36 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,6 Milliarden Euro). Insgesamt war der Absatz von 7,5 Milliarden Frachttonnenkilometern im vergangenen Jahr etwas höher als im Vorjahr 2022 (7,2 Milliarden). Die durchschnittliche Auslastung verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozentpunkte auf 59,2 Prozent, während das Angebot an Kapazität um 7 Prozent auf 12,6 Milliarden angebotene Frachttonnenkilometer gestiegen ist.

„Trotz einem volatilen Geschäftsumfeld, das im vergangenen Jahr von globalen Spannungen beeinflusst wurde, konnte Lufthansa Cargo sich erfolgreich behaupten. Das haben wir vor allem dem Vertrauen unserer Kunden zu verdanken und unseren Mitarbeitenden, die das Jahr mit viel Engagement und Tatkraft gemeistert haben. Die Entwicklung zeigt aber auch, dass wir nicht nachlassen dürfen. Wir müssen fortlaufend an der Verbesserung unserer Qualität, unseres Netzwerks und unseres Serviceversprechens arbeiten, um attraktiv zu bleiben“, erklärt Ashwin Bhat, Vorstandsvorsitzender von Lufthansa Cargo.

Effizienzsteigerung dank Modernisierungsmaßnahmen
Mit Blick auf das kommende Jahr liefern die Geschäftsergebnisse ein stabiles Fundament für wichtige Investitionen des Frachtcarriers. Bhat ergänzt: „In Frankfurt, einem der wichtigsten Drehkreuze in Europa, werden ca. 80 Prozent unserer weltweiten Frachtverkehre abgefertigt. Das zeigt auch die Bedeutung des Hubs für den wachsenden E-Commerce-Markt. Um den Bedürfnissen unserer Kunden auch zukünftig nachzukommen, investieren wir auch 2024 in die Modernisierung unseres Cargo Centers an unserem Drehkreuz in FRA.“ Das Modernisierungsprojekt am Hub Frankfurt mit einer gesamten Investitionssumme von 500 Millionen Euro ermöglicht zukünftig eine höhere Umschlaggeschwindigkeit, reibungslose Transportprozesse und eine Verbesserung der Servicequalität durch modernste Technologien in der Infrastruktur.

Dies ist insbesondere in Hinblick auf die kommenden Jahre von großer Bedeutung. „Luftfracht ist und bleibt ein Wachstumsmarkt – stabile Lieferketten bleiben vor allem in Zeiten globaler Spannungen und dynamischer Entwicklungen von großer Bedeutung. Nur per Luft können besonders wertvolle und dringend benötigte Güter schnell, zuverlässig und sicher weltweit transportiert werden“, erläutert Bhat.

Frachterflotte wird weiter optimiert
Teil der Ausbaupläne von Lufthansa Cargo ist die Erweiterung der B777F Flotte und des weltweiten Netzwerks. Seit November 2023 ist auch der vierte Frachter des Typs A321 im Streckennetz der Frachtairline im Einsatz. Somit können nun mehr als 32 wöchentliche Flüge mit 18 Destinationen im Kurz- und Mittelstreckennetz angeboten werden. Darüber hinaus wächst die B777F Flotte 2024 auf 18 Frachter, welche im Laufe des Sommerflugplans bis zu 87 Verbindungen weltweit ermöglichen. Ebenso wirkt sich die weitere Erholung des Passagierflugverkehrs und der damit einhergehenden Ausweitung der Fracht-Kapazitäten in den Passagierflugzeugen positiv auf das Wachstum aus. Mit der Vermarktung der Belly-Kapazitäten von Lufthansa, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines und SunExpress stehen den Kunden von Lufthansa Cargo bis zu 7.000 Flüge pro Woche zu weltweiten Destinationen zur Verfügung.

Nachhaltigkeit weiter im Fokus
Auch im vergangenen Geschäftsjahr hat Lufthansa Cargo ihr Engagement in Sachen Sustainable Aviation Fuels mit einem wöchentlichen mit nachhaltigem Flugkraftstoff abgedeckten Frachterflug vorangetrieben. Zusätzlich wird die CO2-Bilanz der B777F Flotte durch die innovative AeroSHARK-Technologie weiter verbessert. Die einer Haifischhaut nachempfunden Oberflächenfolie reduziert den Reibungswiderstand der Flugzeuge in der Luft und senkt damit den Kerosinverbrauch. Bis Ende 2027 wird diese sukzessive auf der gesamten Flotte angebracht.

Das Geschäftsjahr 2024
Frank Bauer, Finanzvorstand und Arbeitsdirektor von Lufthansa Cargo, gibt eine klare Linie vor: „Wir investieren ambitioniert in unsere Zukunft – dafür benötigen wir eine langfristig solide Ertragsbasis. Dazu gehört auch das frühzeitige Antizipieren der Entwicklung unseres Marktes sowie kurzfristige Anpassungen an unser Netzwerk und unsere Services, um den Bedarfen unserer Kunden gerecht zu werden.“ Lufthansa Cargo rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2024 mit einer leicht wachsenden Nachfrage. Es wird erwartet, dass das Adjusted EBIT ungefähr auf Vorjahresniveau liegen wird. Angesichts der weiterhin sehr dynamischen Rahmenbedingungen ist die Prognose jedoch mit hoher Unsicherheit verbunden.

(red / LH Cargo)