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Mangelware Pilot - Deutschland und Europa stehen vor Personalengpässen in den Cockpits

Symbolbild - Foto: www.der-rasende-reporter.info

Anlässlich der ILA Berlin Air Show warnt die Vereinigung Cockpit von Personalengpässen in den europäischen Cockpits.

Denn Pilotinnen und Piloten werden in Deutschland und Europa immer mehr zur Mangelware. Während der Corona-Krise wurden zahlreiche Ausbildungen unterbrochen oder ganz abgebrochen, was sich jetzt in einem zunehmenden Fachkräftemangel zeigt. Zusätzlich sind aufgrund der bereits begonnenen und weiter steigenden Abgänge der geburtenstarken Jahrgänge große Lücken absehbar.

"Bereits heute spüren die Kolleginnen und Kollegen in vielen Flugbetrieben den akuten Personalmangel," sagt Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit. "Noch mehr Belastung des Bestandspersonals kann aber definitiv keine Lösung sein. Wir fordern deutschland- und europaweite Anstrengungen, um im weiterwachsenden Luftverkehr auch künftig für hochqualifiziertes und gut trainiertes Personal in ausreichender Anzahl zu sorgen. Auch die Arbeitgeber sind hier gefragt, wieder mit verstärktem finanziellen Engagement in die Ausbildungen zu investieren. Denn wir brauchen die Besten im Cockpit und nicht die, die es am besten bezahlen können."

Bestrebungen, die Anzahl der Piloten im Cockpit generell zu reduzieren, lehnt die Vereinigung Cockpit aus Sicherheitsgründen strikt ab. "Reduced Crew Operations oder Single Pilot Flights können keine Antwort auf den akuten Personalmangel sein," sagt Anja Granvogl, VC-Vorständin Flight Safety. "Die Sicherheit hat beim Fliegen immer obersten Priorität. Wer hier Kompromisse machen möchte, um Profite zu steigern, begeht einen schweren Fehler. Das sehr hohe Sicherheitsniveau im Luftverkehr können wir nur mit mindestens zwei gut ausgebildeten und trainierten Pilotinnen oder Piloten im Cockpit aufrechterhalten."

Tipp: Wer sich für die Hintergründe des täglichen Airline-Flugbetriebes interessiert, dem sei das Buch "Cleared for Take off - ein Tag im Leben einer AUA-Crew" des österreichischen Luftfahrtexperten Patrick Huber empfohlen.

(red / VC)