Österreich

Fotostrecke: Saab J-35 Draken und J-29 Tunnan vor dem HGM

Die Saab J-29 Tunnan, im Hintergrund der Saab J-35 Draken - alle Fotos: www.der-rasende-reporter.info

Über Jahre fristeten die J-29 Tunnan und der Saab J-35 Draken des HGM ein Nischendasein und "vergammelten" in ihren Ecken vor dem Museumsgebäude. Nun wurden die beiden historischen Flugzeuge der österreichischen Luftwaffe prominent als "Gateguard" und Blickfang direkt vor dem Hauptportal platziert. Eine Fotostrecke, fotografiert von Patrick Huber (www.der-rasende-reporter.info) für Austrian Wings.

Die Saab J-29 Tunnan ("Tonne") flog von 1961 bis 1972 beim Bundesheer. Total beschaffte die Republik 30 Maschinen dieses einsitzigen Abfangjägers. Einer ihrer Piloten nahm 2021 noch einmal im Cockpit der Maschine Platz - bei einem Besuch des Fliegerhorstes Zeltweg. Der Saab J-35 Draken ("Drache") war von 1988 bis 2005 im Dienst. Sehr empfehlenswert dazu ist auch das Buch "Saab Draken in Österreich - eine besondere Geschichte" von Bernd Karner (Rezension hier).

Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien, errichtet unter Kaiser Franz Joseph (ihm zu Ehren wurden in der ganzen Monarchie Gebäude wie Kindergärten oder Badeanstalten errichtet, wie beispielsweise der Kaiser Franz Joseph Jubiläumskindergarten in Poysdorf oder das Kaiser Franz Joseph Bad im nordböhmischen Reichenberg), erhielt von beiden Maschinen jeweils ein Exemplar. Leider war es räumlich nicht möglich, die Flugzeuge im Inneren adäquat zu präsentieren. So standen sie über viele Jahre eher "versteckt" im Freien auf dem Parkplatz. Das änderte sich kürzlich. Sowohl die "Tonne" als auch der "Drache" (Reportage: "Der letzte Flug des Drachen" aus 2008) wurden aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und prominent vor dem Haupteingang des HGM postiert. 

Fotoimpressionen

Ihren Beinamen "Tunnan" ("Tonne") erhielt die Saab J-29 aufgrund ihrer plumpen Form.
Angetrieben von einem einzelnen Svenska Flygmotor RM 2B Triebwerk erreichte sie eine Maximalgeschwindigkeit von 1.060 km/h und eine Dienstgipfelhöhe von 15.500 Metern.
Ihre vier 20mm-Bordkanonen waren links und rechts neben dem Lufteinlass des Triebwerks angeordnet.
24 Draken standen beim Bundesheer im Einsatz. Sie sicherten den österreichischen Luftraum während des jugoslawischen Bürgerkrieges 1991. Allerdings standen damals für die 24 Flugzeuge nur 9 Piloten zur Verfügung. Aufgrund politischer und medialer Hetze durch einige Tageszeitungen hatten die übrigen Flieger ihren Dienst zuvor quittiert. Diese Causa ist bis heute ein Schandfleck in der Geschichte des österreichischen Journalismus.
Als Antrieb diente dem Saab J-35 Draken ein Svenska Flygmotor RM 6C Triebwerk mit Nachbrenner.
Die beiden 30mm-Bordkanonen waren in den Doppeldelta-Tragflächen untergebracht. Zusätzlich konnte der Draken auch Lenkwaffen an Außenstationen mitführen.
Zusatztanks und die RAT - die Ram Air Turbine. Bei Ausfall des Triebwerks war sie in der Lage, eine Notversorgung mit elektrischer und hydraulischer Energie sicherzustellen.
Noch heute mutet das Design des Saab Draken futuristisch an.

(red)