Am 16. August 1926 eröffnete die Deutsche Luft-Hansa die Strecke München-Salzburg-Bad Reichenhall. Es war dies die Geburtsstunde des kommerziellen Flugverkehrs in Salzburg. 100 Jahre später lud der Flughafen Salzburg anlässlich dieses Jubiläums zu einem rauschenden Volksfest ein, bei dem sich zahlreiche Legenden der Luftfahrt ein Stelldichein gaben. Der Wettergott muss ein Luftfahrtfan sein, denn am vergangenen Samstag herrschte Kaiserwetter in der Mozartstadt. Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war an diesem Tag kostenlos, außerdem gab es einen Shuttle-Service von den Parkplätzen des Flughafens, vom Messezentrum und der Brandboxx in Bergheim zum Festgelände.

Der Airside-Bereich vor dem Terminal sowie Teile der Parkplatz-Anlagen wurden seitens des Flughafens zu einer regelrechten Eventzone verwandelt. Im Static Display präsentierten sich Einsatzorganisationen wie die Polizei, die Feuerwehr, der Rettungsdienst sowie verschiedene Luftfahrtunternehmen, die ikonischen Flying Bulls sowie natürlich das Österreichische Bundesheer.


Ein Teil der Luftfahrzeug war auch im Flug zu bestaunen - unter anderem eine Replika der Messerschmitt Me-262, die extra aus Deutschland angereist war. Bei der Me-262 handelte es sich um den ersten in Serie produzierten strahlgetriebenen Abfangjäger der Welt. Von 1943 bis 1945 wurden etwas mehr als 1.400 Exemplare produziert. Das als anspruchsvoll geltende Flugzeuge wurde nur für den besten Piloten der damaligen Zeit geflogen, darunter hochdekorierte Flieger-Asse wie Adolf Galland, Johannes Steinhoff, Hans-Guido Mutke (der mit der Me-262 nach eigenen Angaben am 9. April 1945 die Schallmauer durchbrochen hat), Kurt Welter (wurde 1949 in seinem Auto von Baumstämmen erschlagen, die von einem vorbeifahrenden Güterzug gefallen waren) oder Walter Nowotny, um nur einige der bekannteren Piloten zu nennen. Obwohl fast ausschließlich erfahrene Flieger im Cockpit saßen, war die Unfallrate aufgrund der neuen und noch unzuverlässigen Technik erschreckend hoch. Nach dem Krieg fertigte der tschechoslowakische Hersteller Avia zehn Exemplare unter der Bezeichnung Avia S-92, die bis zur Ablöse durch sowjetische MiG-Kampfjets in den 1950er Jahren Dienst taten. Die in Salzburg präsentierte Maschine ist ein Nachbau aus den USA, der von modernen moderneren General Electric J85/CJ-610 Turbinen angetrieben wird, wie sie beispielsweise auch im Northrop F-5 Tiger zum Einsatz kommen. Im Zweiten Weltkrieg traf die Me-262 übrigens häufig auf die amerikanische P-51 Mustang, die in Salzburg ebenfalls (gemeinsam mit der T-28) im Flug präsentiert wurde. Heute, mehr als 80 Jahre nach Kriegsende, waren die beiden einstigen Gegner friedlich am Himmel vereint - bestaunt und bewundert von Luftfahrtfans aus ganz Europa.

Die 15.000 Besucher waren von nah und fern gekommen – unmittelbare Flughafenanrainer waren ebenso darunter wie Menschen aus allen Regionen Österreichs und dem grenznahen Ausland. Bereits am Vormittag herrschte dichtes Gedränge an den Eingängen, doch die Organisatoren hatten alles professionell im Griff. Um 09:30 Uhr wurden die Tore des Flughafens für die Besucher geöffnet, der offizielle Festakt startete dann knapp nach 10 Uhr mit Ansprachen der Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, der Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, dem Bürgermeister der Stadt Salzburg Bernhard Auinger, dem bayrischen Staatsminister für Europaangelegenheiten, Eric Beißwenger und Flughafengeschäftsführerin Bettina Ganghofer. Der Flughafen Salzburg liegt nahe der deutschen Grenze und so gibt es auch grenzüberschreitende Kontakte, weshalb es nahelag auch die deutschen Nachbarn einzuladen. Diese Zusammenarbeit wurde auch in der Luft gelebt – eine Formation von vier Eurofighter überflog unter dem Jubel der Massen das Festgelände. Der Schwarm bestand aus zwei Maschinen der österreichischen und zwei Jets der deutschen Luftwaffe.
Weitere Highlights des Flughafen-Volksfestes
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Fallschirmspringer des HSV Red Bull Salzburg
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DC-3 des First Austrian Dakota Clubs (der Verein richtete 2014 ein großes DC-3 Fly-In am Airport aus - siehe unsere damalige Fotoreportage)
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Flug-Display der Flying Bulls mit der legendären Douglas DC-6, der P-51, der T-28, der BO 105 und der Bell Cobra
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moderne Luftfahrzeuge und Drohnentechnologie des Bundesheeres
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Klassik Ensemble „Bella Musica Mozarteum“
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Blasmusik, Tanzshows und Bühnen Acts wie etwa das Special Olympics Tanzteam
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Vorführungen der Flugpolizei Einsatzkommando Cobra
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Polizeidiensthundestaffel
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Schauübungen der Flughafen-, freiwillige und Stadtfeuerwehr
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großzügige Kids & Family Area mit Hüpfburgen, Kasperltheater, Spielstationen und Maskottchen-Treffen
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regionale Gastronomie mit Foodtrucks und schattigen Aufenthaltsbereichen
Ebenfalls ein Blickfang war ein A320neo der Lufthansa in "100 Jahre Lufthansa"-Sonderlackierung, der zwar nicht zum Festakt gehörte, jedoch im Rahmen eines regulären Passagierfluges nach Salzburg kam.
Diese mehr als gelungene Veranstaltung bot zugleich auch einen Rückblick auf 100 Jahre Luftfahrtgeschichte in Salzburg: Vom ersten Linienflug mit einer der Fokker F II der Luft-Hansa im Jahr 1926 entwickelte sich der einstige Grasplatz zu einem bedeutenden Regionalflughäfen Europas – Landeplatz für Staatsoberhäupter, Weltstars und Sportlegenden.
Heute ist der Salzburger Flughafen mit knapp 2 Millionen Passagieren pro Jahr der größte Bundesländerflughafen Österreichs und ein zentraler Verkehrsknoten für Westösterreich sowie das angrenzende Bayern. Viele Süddeutsche nutzen die Gelegenheit, ihre (Urlaubs-)Reise in Salzburg zu beginnen.
Mit dem Jubiläumsjahr 2026 startet der Airport gleichzeitig in eine neue Entwicklungsphase: Herzstück ist das Großprojekt „Terminal NEU“, bei dem die in den 1960er-Jahren errichtete Terminalstruktur schrittweise erneuert wird. Bis etwa 2033 soll eine moderne, effiziente und nachhaltige Terminallandschaft entstehen. Das Volksfest vom vergangenen Samstag auf dem Flughafen Salzburg war laut Airport-Management „ein Dankeschön an die Bevölkerung und all jene, die den Flughafen seit Jahrzehnten begleiten“. Dieses Jubiläumsfest bildete den Höhepunkt des Festjahres, weitere Veranstaltungen und Kooperationen mit Bildungseinrichtungen begleiten den Flughafen durch sein 100. Jahr – „getragen von Pioniergeist, regionaler Verwurzelung und einem klaren Blick nach vorne“, wie es stolz heißt.
Facts und Zahlen
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über 15.000 Besucher
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20 Flugzeuge und Hubschrauber zivil, Blaulicht und Bundesheer
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430 Aussteller gesamt inkl. ORGA
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3.000 Unterschriften auf der Glückwunschwand
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4 km Zaun gesamt
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100 Tuben Sonnencreme
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20.000 Becher mit 100 Jahre Branding
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10.000 Kabelbinder
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300 Kabelbrücken
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8.000 Liter Wasser für Organisationsteam und Aussteller beim Aufbau und Fest
Aussteller-Verzeichnis (Auswahl)
Österreichisches Bundesheer zu Boden und in der Luft / Landespolizeidirektion Salzburg & COBRA Team / Feuerwehr Salzburger Flughafen, Berufsfeuerwehr & Freiwillige Feuerwehr Stadt Salzburg / Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Salzburg / Luftsportverband Salzburg / ÖSC / Airlink & Cowboy Air / Austro Control GmbH / Red Bull Salzburg (Hangar 7, Flying Bulls) / Eurofighter Jagdflugzeug GmbH / Georg Pappas Automobil GmbH / Heinemann Austria GmbH / Magnum FBO / ÖAMTC / Pfadfinder Maxglan S6 / REISEWELT / ROPA / Strong Wings / Zollamt Österreich / Lagermax / HSV Fallschirmspringer / Polizeimusik / Militärmusik / Aperschnalzer Viehausen / Mozarteum Ensemble Bella Musica / Jeder.mensch Tanz Team (Special Olympics) / Philharmonie Salzburg Quartetto Bianco / Gastroanbieter Lagadere / Cheerleader UFC Salty Angles / AC Wals und viele mehr…
Weitere Fotoimpressionen (nicht chronologisch geordnet)




















































































Austrian Wings wünscht Happy Birthday – auf die nächsten 100 Jahre!
Text: Patrick Huber
Fotos: Johannes Bauer & Michael Jentner