Reportagen

Fotoreportage 100 Jahre Flughafen Salzburg - ein Treffen der Luftfahrtlegenden

Rund 15.000 Besucher strömten zum Fest anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Salzburger Flughafens. Die historische DC-3 "Arizona Lady" des "First Austrian Dakota Club" steht neben dem Nachbau des historischen Flughafengebäudes (Holzbaracke) von 1926 - Foto: Johannes Bauer / alle übrigen Fotos: Johannes Bauer & Michael Jentner

Seit 100 Jahren starten und landen in Salzburg (Verkehrs-)Flugzeuge. Dieses Jubiläum wurde am vergangenen Samstag ganz groß gefeiert. Eine Fotoreportage von Patrick Huber (Text), Johannes Bauer und Michael Jentner (Fotos) für Austrian Wings.

Am 16. August 1926 eröffnete die Deutsche Luft-Hansa die Strecke München-Salzburg-Bad Reichenhall. Es war dies die Geburtsstunde des kommerziellen Flugverkehrs in Salzburg. 100 Jahre später lud der Flughafen Salzburg anlässlich dieses Jubiläums zu einem rauschenden Volksfest ein, bei dem sich zahlreiche Legenden der Luftfahrt ein Stelldichein gaben. Der Wettergott muss ein Luftfahrtfan sein, denn am vergangenen Samstag herrschte Kaiserwetter in der Mozartstadt. Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war an diesem Tag kostenlos, außerdem gab es einen Shuttle-Service von den Parkplätzen des Flughafens, vom Messezentrum und der Brandboxx in Bergheim zum Festgelände.

C-390 der portugiesischen Luftwaffe. Dieser Typ löst in Österreich die veralteten Transportflugzeuge vom Typ C-130 Hercules ab.

Der Airside-Bereich vor dem Terminal sowie Teile der Parkplatz-Anlagen wurden seitens des Flughafens zu einer regelrechten Eventzone verwandelt. Im Static Display präsentierten sich Einsatzorganisationen wie die Polizei, die Feuerwehr, der Rettungsdienst sowie verschiedene Luftfahrtunternehmen, die ikonischen Flying Bulls sowie natürlich das Österreichische Bundesheer.

Die Besuchermassen verteilten sich gut auf dem großflächigen Areal.
Blick aus dem Cockpit der "Arizona Lady" des "First Austrian Dakota Club" auf das Veranstaltungsgelände.

Ein Teil der Luftfahrzeug war auch im Flug zu bestaunen - unter anderem eine Replika der Messerschmitt Me-262, die extra aus Deutschland angereist war. Bei der Me-262 handelte es sich um den ersten in Serie produzierten strahlgetriebenen Abfangjäger der Welt. Von 1943 bis 1945 wurden etwas mehr als 1.400 Exemplare produziert. Das als anspruchsvoll geltende Flugzeuge wurde nur für den besten Piloten der damaligen Zeit geflogen, darunter hochdekorierte Flieger-Asse wie Adolf Galland, Johannes Steinhoff, Hans-Guido Mutke (der mit der Me-262 nach eigenen Angaben am 9. April 1945 die Schallmauer durchbrochen hat), Kurt Welter (wurde 1949 in seinem Auto von Baumstämmen erschlagen, die von einem vorbeifahrenden Güterzug gefallen waren) oder Walter Nowotny, um nur einige der bekannteren Piloten zu nennen. Obwohl fast ausschließlich erfahrene Flieger im Cockpit saßen, war die Unfallrate aufgrund der neuen und noch unzuverlässigen Technik erschreckend hoch. Nach dem Krieg fertigte der tschechoslowakische Hersteller Avia zehn Exemplare unter der Bezeichnung Avia S-92, die bis zur Ablöse durch sowjetische MiG-Kampfjets in den 1950er Jahren Dienst taten. Die in Salzburg präsentierte Maschine ist ein Nachbau aus den USA, der von modernen moderneren General Electric J85/CJ-610 Turbinen angetrieben wird, wie sie beispielsweise auch im Northrop F-5 Tiger zum Einsatz kommen. Im Zweiten Weltkrieg traf die Me-262 übrigens häufig auf die amerikanische P-51 Mustang, die in Salzburg ebenfalls (gemeinsam mit der T-28) im Flug präsentiert wurde. Heute, mehr als 80 Jahre nach Kriegsende, waren die beiden einstigen Gegner friedlich am Himmel vereint - bestaunt und bewundert von Luftfahrtfans aus ganz Europa.

Der Nachbau der Me-262. Bei ihrer Entwicklung in den 1940er Jahren galt die Maschine als technologische Meisterleistung. Die besonders aerodynamische Rumpfform erinnert an einen Haifisch. Dieses Flugzeug wird von der deutschen Messerschmitt-Stiftung betrieben und ist ein gern gesehener Gast auf Airshows überall in Europa.

Die 15.000 Besucher waren von nah und fern gekommen – unmittelbare Flughafenanrainer waren ebenso darunter wie Menschen aus allen Regionen Österreichs und dem grenznahen Ausland. Bereits am Vormittag herrschte dichtes Gedränge an den Eingängen, doch die Organisatoren hatten alles professionell im Griff. Um 09:30 Uhr wurden die Tore des Flughafens für die Besucher geöffnet, der offizielle Festakt startete dann knapp nach 10 Uhr mit Ansprachen der Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, der Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, dem Bürgermeister der Stadt Salzburg Bernhard Auinger, dem bayrischen Staatsminister für Europaangelegenheiten, Eric Beißwenger und Flughafengeschäftsführerin Bettina Ganghofer. Der Flughafen Salzburg liegt nahe der deutschen Grenze und so gibt es auch grenzüberschreitende Kontakte, weshalb es nahelag auch die deutschen Nachbarn einzuladen. Diese Zusammenarbeit wurde auch in der Luft gelebt – eine Formation von vier Eurofighter überflog unter dem Jubel der Massen das Festgelände. Der Schwarm bestand aus zwei Maschinen der österreichischen und zwei Jets der deutschen Luftwaffe.

Weitere Highlights des Flughafen-Volksfestes

Ebenfalls ein Blickfang war ein A320neo der Lufthansa in "100 Jahre Lufthansa"-Sonderlackierung, der zwar nicht zum Festakt gehörte, jedoch im Rahmen eines regulären Passagierfluges nach Salzburg kam.

Diese mehr als gelungene Veranstaltung bot zugleich auch einen Rückblick auf 100 Jahre Luftfahrtgeschichte in Salzburg: Vom ersten Linienflug mit einer der Fokker F II der Luft-Hansa im Jahr 1926 entwickelte sich der einstige Grasplatz zu einem bedeutenden Regionalflughäfen Europas – Landeplatz für Staatsoberhäupter, Weltstars und Sportlegenden.

Heute ist der Salzburger Flughafen mit knapp 2 Millionen Passagieren pro Jahr der größte Bundesländerflughafen Österreichs und ein zentraler Verkehrsknoten für Westösterreich sowie das angrenzende Bayern. Viele Süddeutsche nutzen die Gelegenheit, ihre (Urlaubs-)Reise in Salzburg zu beginnen.

Mit dem Jubiläumsjahr 2026 startet der Airport gleichzeitig in eine neue Entwicklungsphase: Herzstück ist das Großprojekt „Terminal NEU“, bei dem die in den 1960er-Jahren errichtete Terminalstruktur schrittweise erneuert wird. Bis etwa 2033 soll eine moderne, effiziente und nachhaltige Terminallandschaft entstehen. Das Volksfest vom vergangenen Samstag auf dem Flughafen Salzburg war laut Airport-Management „ein Dankeschön an die Bevölkerung und all jene, die den Flughafen seit Jahrzehnten begleiten“. Dieses Jubiläumsfest bildete den Höhepunkt des Festjahres, weitere Veranstaltungen und Kooperationen mit Bildungseinrichtungen begleiten den Flughafen durch sein 100. Jahr – „getragen von Pioniergeist, regionaler Verwurzelung und einem klaren Blick nach vorne“, wie es stolz heißt. 

Facts und Zahlen

  • über 15.000 Besucher

  • 20 Flugzeuge und Hubschrauber zivil, Blaulicht und Bundesheer

  • 430 Aussteller gesamt inkl. ORGA

  • 3.000 Unterschriften auf der Glückwunschwand

  • 4 km Zaun gesamt

  • 100 Tuben Sonnencreme

  • 20.000 Becher mit 100 Jahre Branding

  • 10.000 Kabelbinder

  • 300 Kabelbrücken

  • 8.000 Liter Wasser für Organisationsteam und Aussteller beim Aufbau und Fest

Aussteller-Verzeichnis (Auswahl)
Österreichisches Bundesheer zu Boden und in der Luft / Landespolizeidirektion Salzburg & COBRA Team / Feuerwehr Salzburger Flughafen, Berufsfeuerwehr & Freiwillige Feuerwehr Stadt Salzburg / Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Salzburg / Luftsportverband Salzburg / ÖSC / Airlink & Cowboy Air / Austro Control GmbH / Red Bull Salzburg (Hangar 7, Flying Bulls) / Eurofighter Jagdflugzeug GmbH / Georg Pappas Automobil GmbH / Heinemann Austria GmbH / Magnum FBO / ÖAMTC / Pfadfinder Maxglan S6 / REISEWELT / ROPA / Strong Wings / Zollamt Österreich / Lagermax / HSV Fallschirmspringer / Polizeimusik / Militärmusik / Aperschnalzer Viehausen / Mozarteum Ensemble Bella Musica / Jeder.mensch Tanz Team (Special Olympics) / Philharmonie Salzburg Quartetto Bianco / Gastroanbieter Lagadere / Cheerleader UFC Salty Angles / AC Wals und viele mehr…

Weitere Fotoimpressionen (nicht chronologisch geordnet)

Die (historischen) Feuerwehrfahrzeuge begeisterten vor allem die Kinder. So mancher Vater dürfte wohl seinen Sohn "vorgeschoben" haben, damit er sich das Löschfahrzeug selbst ansehen konnte ...
Lang, lang ist's her: VW T-4 und Golf 2 von Polizei und Gendarmerie in Österreich.
Für die Grundausbildung angehender Piloten nutzte das Bundesheer die Diamond DA40 - ein Produkt aus Österreich.
Cabri G2 der Heli Austria - das Salzburger Unternehmen nutzt den zweisitzigen Hubschrauber mit Dreiblatt-Rotor für die Pilotenausbildung.
Alt, bewährt und unersetzlich: Die 35mm-Zwillings-Flugabwehrkanone des Bundesheeres wird noch lange im Einsatz stehen und dient künftig auch der Abwehr von Drohnen.
C-390 Transporter
Air Chief Gerfried Promberger (Mitte) und Frau Verteidigungsminister Klaudia Tanner (rechts)
AW169 des Bundesheeres
Der Nachbau der Me-262.
Ein Porsche der Polizei. Der geniale Konstrukteur Ferdinand Porsche (er entwickelte in der k.u.k.-Zeit unter anderem in der Militäraeronautischen Anstalt Fischamend auch Flugmotoren) wurde 1875 in Maffersdorf bei Reichenberg geboren - siehe auch das Buch "Von Reichenberg bis Sydney - Erinnerungen eines Altösterreichers aus Böhmen an Krieg und Frieden", www.ottosbuch.info)
Das Symbol des Einsatzkommandos Cobra.
Spezialfahrzeug des EKO Cobra.
Der Eurofighter durfte freilich ebenfalls nicht fehlen. Er schützt seit 2007 Österreichs Luftraum, steht allerdings wegen des unverantwortlichen Handels des damaligen SPÖ-Verteidigungsministers Norbert Darabos nur in der "technisch kastrierten" Variante Tranche 1 zur Verfügung und muss deshalb zeitnah ersetzt werden.
Mit einer solchen Baracke fing 1926 alles an ...
Die DC-3 des First Austrian Dakota Club ist in AUA-Farben lackiert. Allerdings flog dieses Flugzeug nie für die AUA. Ursprünglich war sie in Privatbesitz und auf dem Flugplatz Wiener Neustadt Ost stationiert, wo sie zum Absetzen von Fallschirmspringen dienen sollte. Kriminelle Flugplatzgegner drangen jedoch eines Tages in die Maschine ein und beschädigten sie so schwer, dass sie nicht mehr flugfähig war. 1955 übernahm dann der "First Austrian Dakota Club" des 1944 gebaute Flugzeug.
Flugfähige Boeing Stearman der Flying Bulls.
H135 der Flugpolizei. Die Exekutive führte die perfekte Zusammenarbeit zwischen Flugpolizei und EKO Cobra vor.
Die "Arizona Lady" war einer der Publikumsmagneten.
Der reguläre Flugbetrieb (siehe den Airbus von Eurowings im Hintergrund) lief während des Festes weiter.
Die DC-6 der Flying Bulls präsentiert sich in einem technisch perfekten Zustand. Einst diente sie dem jugoslawischen Diktator Tito, der für schwerste Menschenrechtsverletzungen und Massaker verantwortlich war, als Regierungsflugzeug.
Flugabwehr-Lenkwaffensystem des Bundesheeres.
Die Lufthansa und der Flughafen Salzburg sind gleich alt. Es dürfte kein Zufall sein, dass der Kranich am Tag des Flughafenfestes in Salzburg diesen Airbus in Sonderlackierung nach Österreich schickte.
Ein Ehrengruß der deutschen und der österreichischen Luftwaffe.
Die Erde bebte als die vier Eurofighter das Veranstaltungsgelände im Tiefflug überflogen. Begeisterungsstürme bei den Besuchern.
OH-58 Kiowa des Bundesheeres in Sonderlackierung.
P-51 Mustang und T-28 Trojan der Flying Bulls.
Die BO 105 der Flying Bulls bei ihrer Kunstflugvorführung.
Die P-51 kam während des Zweiten Weltkrieges sowohl auf dem europäischen als auch auf dem pazifischen Kriegsschauplatz zum Einsatz.
Die P-51 ...
... und die Me-262 waren einst erbitterte Gegner am Himmel. Glücklicherweise sind diese dunklen Zeiten seit über 80 Jahren Geschichte.
Eine der Flugbegleiterinnen schließt die Türe der DC-6 vor dem Abflug.
Auch für die jüngsten Besucher gab es ein tolles Programm.
Man beachte die Notrutsche in der Tür der DC-6.
Alles in Ordnung, bei einem klassischen Stermotor züngeln schon mal kleine Flammen aus den Auspuffrohren. Michael Jentner fing diesen Moment gekonnt für die Austrian Wings Reportage ein.
Fly me to the moon ... ganz so hoch schaffte es die Formation aus deutschen und österreichischen Eurofightern dann doch nicht.
Die Florianijünger demonstrierten ihr Können.
EKO Cobra und Flugpolizei - die perfekte Symbiose für die innere Sicherheit.
Beeindruckende Aufnahme der Bell Cobra.
Leeegt an ... Feuer! Die Tradition der Schützen wird in ländlichen Regionen Österreichs noch hochgehalten. Daher durfte diese Abordnung auch beim Flughafenfest nicht fehlen.
Die Lotsen im Tower hatten den Flugverkehr fest im Griff.

Austrian Wings wünscht Happy Birthday – auf die nächsten 100 Jahre!

Text: Patrick Huber
Fotos: Johannes Bauer & Michael Jentner