Julian Jäger, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV) und Vorstand der Flughafen Wien AG, begrüßt die Entscheidung des Bundesministers für Innovation, Mobilität und Infrastruktur ausdrücklich:
„Der Wirtschafts- und Tourismusstandort braucht eine starke und wettbewerbsfähige Luftfahrt, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Alleine in Wien reisen rund 40% der Touristen mit dem Flugzeug an. Aber auch in den Bundesländern spielt die Luftfahrt eine existenzielle Rolle für die internationale Anbindung ihrer jeweiligen Tourismus- und Wirtschaftsregionen. Die heimische Luftfahrt sichert direkt und indirekt über 240.000 Arbeitsplätze in Österreich und generiert mit einer jährlichen Wertschöpfung von rund 25 Mrd. Euro etwa 5% des österreichischen Bruttoinlandsprodukts.
Anhaltender Kostendruck durch internationale Krisen und unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen zwischen Luftfahrtstandorten setzen die österreichische Luftfahrt stark unter Druck. So gilt heute in Österreich auf der Kurzstrecke die dritthöchste Flugabgabe Europas, während 19 andere EU-Staaten gar keine derartige Abgabe einheben. Das macht es heimischen Airports immer schwerer, konkurrenzfähig zu bleiben und Airlines zu motivieren, neue Flugverbindungen zu ihren Standorten aufzunehmen. Die Entscheidung des Bundesministers für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, pro Jahr 30 Mio. Euro aus dem Doppelbudget 2027/28 für Sicherungsmaßnahmen für die heimische Luftfahrt zu reservieren, ist daher sehr zu begrüßen und ein erster wichtiger Schritt zur Stärkung des österreichischen Luftfahrtstandortes und zur Sicherung von tausenden heimischen Arbeitsplätzen. Für eine nachhaltige Trendwende benötigt es aber noch weitere spürbare Entlastungsschritte.“
Wolfgang Grimus, Vizepräsident der AÖV und Geschäftsführer des Graz Airport, ergänzt dazu: „Auch wenn die Entwicklung an den einzelnen Standorten unterschiedlich ausfällt, so haben sich die heimischen Regionalairports von den pandemiebedingten Krisenjahren noch nicht erholt: An den fünf Bundesländer-Flughäfen beträgt der Passagierrückgang in 2025 im Vergleich zu 2019 durchschnittlich rund 14%, an manchen Airports sogar bis zu Minus 40%. Steigender Kostendruck und ungleiche Rahmenbedingungen innerhalb der EU sowie auch im Wettbewerb mit außereuropäischen Flughäfen verschärfen die Lage der österreichischen Airports zunehmend. Die österreichischen Verkehrsflughäfen begrüßen daher die Bereitstellung von 30 Mio. Euro für Krisenmaßnahmen zur Stärkung der heimischen Luftfahrt. Der zentrale Hebel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandortes Österreich wäre jedenfalls die signifikante Reduktion der Flugabgabe. Eine Absenkung von 30 Mio. Euro bei einer Kostenbelastung von zuletzt 180 Mio. Euro im Jahr 2025 kann aber nur ein erster Schritt sein, dem dringend noch weitere folgen müssen, um sowohl neue Flugverbindungen zu schaffen als auch bestehendes Flugangebot abzusichern.“
Jänner bis Mai 2026: Rückläufige Passagierentwicklung
Von Jänner bis Mai 2026 ist das Passagieraufkommen in Summe an den österreichischen Verkehrsflughäfen rückläufig: Wurden in diesem Zeitraum im Vorjahr an allen sechs heimischen Airports insgesamt noch 13,5 Mio. Fluggäste abgefertigt, so waren es heuer mit 13,3 Mio. bereits um 1,9% weniger Passagiere. Alleine im April ging das Passagieraufkommen an allen sechs Airports um 7,5% und im Mai um etwa 5,1% zurück. Die aktuellen Verkehrsprognosen zeigen, dass sich dieser Negativtrend in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Signifikante Entlastungsmaßnahmen der heimischen Luftfahrt zur Trendumkehr im Sinne des Wirtschafts- und Tourismusstandortes sind daher dringend erforderlich.
Arbeitsgemeinschaft österreichischer Verkehrsflughäfen
Die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV) wurde im Jahr 1956 gegründet und ist die Interessensvertretung der Verkehrsflughäfen in Österreich. Ihre Mitglieder sind die Flughäfen Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Wien auf Geschäftsführungs- und operativer Ebene. Zielsetzung der AÖV ist die Förderung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit, der regelmäßige Know-how-Austausch zu betrieblichen Abläufen und die Vertretung von gemeinsamen Anliegen bei nationalen und internationalen luftfahrt- und flughafenrelevanten Entscheidungen.
(red / AÖV)