Am gestrigen 27. Juli 2026 befand sich der Airbus A330-300 mit der Registrierung HB-JHK der Schweizer Lufthansa-Tochter SWISS auf dem Weg von Zürich nach New York JFK. Die Flugnummer war LX 16. An Bord des zweistrahligen Langstrecken-Airbus waren laut Angaben des Konzerns 229 Passagiere und Besatzungsmitglieder.
Rund 180 Kilometer (100 nautische Meilen) südöstlich von Bangor (USA) befand sich das Flugzeug im Reiseflug auf 32.000 Fuß, etwa 9.750 Meter, als die Besatzung der Flugsicherung "Smoke in the Cockpit" meldete und später wörtlich von "Fire" ("Feuer") sprach.
Ein derartiger Notfall bzw. alleine der Verdacht auf Feuer und Rauch an Bord ist potentiell lebensbedrohlich und wird daher ein "high level ermegency" behandelt. Eine sofortige Landung ist das Standardverfahren, sofern die Quelle des (vermuteten) Rauches nicht umgehend lokalisiert und ausgeschaltet werden kann.
Feuer und Rauch führten schon zu vielen tödlichen Unfällen
Im Jahr 1987 verunglückte eine Boeing 747-244B Combi von South African Airways, nachdem an Bord aus bis heute ungeklärter Ursache ein Brand ausgebrochen war, alle 159 Insassen starben. In meinem Buch Buch "Tödliches Feuer an Bord der ,Helderberg' - der mysteriöse Absturz von SAA/SAL Flug 295" habe ich die möglichen Auswirkungen von Feuer und Rauch in der Luftfahrt ausführlich beschrieben.
Auch die Schweiz hat ganz besonders traumatische Erfahrungen mit Feuer an Bord eines Verkehrsflugzeuges gemacht. Am 2. September 1998 stürzte eine MD-11 der Swissair - ebenfalls mit 229 Menschen an Bord - vor Halifax in den Atlantik, nachdem im Cockpit ein Feuer ausgebrochen war. So wie der Absturz der Lauda Air Boeing "Mozart" das schlimmste Flugzeugunglück für Österreich ist, so ist der Absturz von Swissair Flug 111 im Jahr 1998 die größte Luftfahrtkatastrophe der Schweiz.
Wegen der Brisanz der Situation entschieden sich die Piloten von LX 16 daher zu einer sofortigen Notlandung in Bangor und forderten die Flughafenfeuerwehr an. Nur 25 Minuten nach Absetzen des Notrufs landete die Maschine auf der Piste 33 von Bangor. Die Feuerwehr konnte bei einer Inspektion keine Brandspuren entdecken. Alle 229 Insassen blieben unverletzt.
Das betroffene Flugzeug befindet sich weiterhin in Bangor.
Text: Patrick Huber