Österreich

Einstellung der Flugverbindung Graz–Wien ist Warnsignal für den Luftfahrtstandort Österreich

Symbolbild Flugverkehr - Foto: www.der-rasende-reporter.info

Die angekündigte Einstellung der Flugverbindung zwischen Graz und Wien ist weit mehr als der Verlust einer einzelnen Strecke. Sie ist ein weiteres sehr deutliches Warnsignal für den Luftfahrtstandort Österreich, so der Dachverband Luftfahrt Österreich in einer Stellungnahme.

Während der Luftverkehr in weiten Teilen Europas und vor allem außerhalb Europas wächst, verliert Österreich Flugverbindungen und Kapazitäten. Aber der Luftverkehr verschwindet nicht – er verlagert sich in jene Länder, in denen Fluggesellschaften wettbewerbsfähigere steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen vorfinden.

Die aktuelle Situation betrifft daher nicht nur den Flughafen Graz und den Flughafen Wien. Sie bekräftigt vielmehr die Frage, wie Österreich seine internationale Erreichbarkeit und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaft und Tourismus sichern kann. Eine leistungsfähige Luftverkehrsinfrastruktur und eine zuverlässige Anbindung von Regionen an den internationalen Luftverkehr ist ein wesentlicher Standortfaktor für die Regionen. Verschlechtert sich die Luftverkehrsanbindung gehen Arbeitsplätze und Wertschöpfung verloren Die vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur angekündigten Entlastungsmaßnahmen für die Luftfahrtbranche sind ein erster Schritt und ein positives Signal. Sie werden aber nicht ausreichen, um den Luftfahrtstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Erforderlich ist eine umfassende und koordinierte Standortstrategie, die die Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Luftverkehrs nachhaltig verbessert. Dazu gehört insbesondere die Abschaffung oder zumindest eine deutliche Senkung der nationalen Flugabgabe. Nur so können faire Wettbewerbsbedingungen im europäischen Vergleich geschaffen, bestehende Flugverbindungen gesichert und neue Strecken gewonnen werden.

Denn eines ist klar: Flugverbindungen gehen oft innerhalb kurzer Zeit verloren – sie wieder zurückzugewinnen dauert viele Jahre.

(red GS / BW / AI Austria)