International

Aviationtag × Icelandair: Aus der Hekla Aurora wird ein Stück Luftfahrtgeschichte zum Mitnehmen

Foto: Aviationtag.com

Die berühmte Nordlicht-Boeing 757 von Icelandair kehrt als limitierte Aviationtag-Edition zurück.

Grüne Nordlichter über dunklen Bergen, ein tiefblauer Rumpf und eine Kabine, in der selbst an wolkenlosen Tagen die Aurora tanzte: Die Hekla Aurora war kaum mit einem anderen Flugzeug zu verwechseln. Nachdem Icelandair die Boeing 757 im Herbst 2025 ausgemustert hat, bringt Aviationtag Teile ihrer originalen Außenhaut zurück – als limitierte Edition, die in Zusammenarbeit mit der isländischen Airline entsteht.

Die Geschichte der Maschine beginnt deutlich früher. Ihren Erstflug absolvierte die Boeing 757 mit der späteren Registrierung TF-FIU im April 1994. Zunächst war sie für Iberia und zeitweise Air Europa unterwegs, bevor sie 2004 zur Icelandair-Gruppe kam. Was sie berühmt machen sollte, folgte zehn Jahre später.

Ende 2014 entstand im britischen Norwich ein Design, das selbst für erfahrene Flugzeuglackierer alles andere als Routine war. Anhand fotografischer Vorlagen übertrug ein spezialisiertes Team die Farben der Nordlichter mit Airbrush-Technik auf den Rumpf. Die Künstler arbeiteten sich abschnittsweise vor, stimmten Farbverläufe aufeinander ab und ergänzten eine isländische Winterlandschaft. Grün, Türkis, Blau und dunkle Nachttöne gingen dabei ineinander über. Im Inneren sorgte eine eigens abgestimmte LED-Beleuchtung dafür, dass Passagiere das Nordlicht auch in der Kabine erleben konnten.

Der Name passte bis ins Detail: Hekla ist sowohl ein traditioneller isländischer Mädchenname als auch der Name eines bekannten Vulkans. Aurora verweist auf die Aurora borealis, das Nordlicht.

Icelandair präsentierte die Maschine im Februar 2015 mit einem Flug von London nach Reykjavík. Von da an war die Hekla Aurora auf Strecken zwischen Europa, Island und Nordamerika unterwegs. Unter Luftfahrtfans wurde sie schnell zu einem der bekanntesten Flugzeuge der Airline – und für manche zum schönsten überhaupt.

Ihr Einsatz beschränkte sich allerdings nicht auf den regulären Linienverkehr. Im Oktober 2023 holte die Maschine 126 isländische Staatsbürger über Jordanien aus der Krisenregion im Nahen Osten zurück. Kurz darauf sprang sie auf der Inlandsstrecke zwischen Reykjavík und Akureyri für ein ausgefallenes Regionalflugzeug ein. Für eine Boeing 757, die sonst regelmäßig den Atlantik überquerte, war das ein eher ungewöhnlicher Arbeitstag.

Am 12. Oktober 2025 verabschiedete Icelandair die Hekla Aurora mit einem Rundflug über Island. Rund 140 Passagiere waren dabei, einige eigens aus dem Ausland angereist. Wenig später wurde das Flugzeug nach Lleida in Spanien überführt.

Dort traf das Aviationtag-Team im Juli 2026 auf die Maschine. Bei Temperaturen von über 40 Grad Celsius schnitten die Kölner vor Ort Teile der Außenhaut heraus. Die Nordlichtlackierung, die TF-FIU bis zuletzt getragen hatte, blieb dabei erhalten.

„Ein Flugzeug wie die Hekla Aurora begegnet einem nicht alle Tage. Ihre Lackierung, ihre Geschichte und das, was Menschen mit ihr verbinden, sind einfach außergewöhnlich. Wir wollten unbedingt dafür sorgen, dass etwas davon bleibt“, sagt Tobias Richter, Mitgründer von Aviationtag.

In der Kölner Manufaktur wird das gesicherte Material nun von Hand zu limitierten Aviationtags verarbeitet. Je nachdem, von welchem Abschnitt des Rumpfes sie stammen, tragen die Stücke unterschiedliche Farben der originalen Lackierung. Aus einem Flugzeug, das die Nordlichter um die Welt gebracht hat, werden so Erinnerungen, die bleiben.

Die gesamte farbenfrohe Edition ist unter www.aviationtag.com/icelandair erhältlich.

Über Aviationtag
2006 gründete Stephan Boltz die bordbar design GmbH mit einer damals ungewöhnlichen Idee: ausrangierte Flugzeugtrolleys in funktionale Designmöbel zu verwandeln. Aus seiner Leidenschaft für die Luftfahrt und einem über Jahre gewachsenen internationalen Branchennetzwerk entstand 2016 Aviationtag. Das Prinzip: Originalmaterial ausgemusterter Flugzeuge wird in Köln von Hand zu limitierten Sammlerstücken verarbeitet – jedes davon ein Stück echter Luftfahrtgeschichte.

2018 kam Tobias Richter an Bord, der Aviationtag heute als CEO verantwortet. Gemeinsam mit einem Netzwerk internationaler Airlines und Partner hat das Unternehmen inzwischen Material von über 150 Flugzeugen gesichert und deren Geschichten über den letzten Flug hinaus bewahrt.

(red / Aviationtag)