Österreich

SPÖ will Eurofighter an EU-Staaten verkaufen

Foto: Austrian Wings Media Crew

Nachbarstaaten sollen Österreichs Luftraum überwachen und sichern

Die SPÖ hat vorgeschlagen, die Eurofighter an andere EU-Staaten zu verkaufen, sollte man nicht doch noch aus dem Vertrag aussteigen können. Die heimische Luftraumüberwachung solle dafür von Nachbarländern übernommen werden. So könnte Österreich Kosten sparen. Das sagte SP-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter in einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung (Montag-Ausgabe).

"Ich denke, in Zukunft ist man als Staat vor allem souverän, wenn man die Schulden im Griff hat und auf Wachstum achtet. Dazu brauchen wir keine Abfangjäger."

Kräuter hoffe demnach in erster Linie, durch den laufenden Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Herbert Scheibner, unter dessen Ägide die Eurofighter beschafft wurden, die im Kaufvertrag vorgesehene Ausstiegsklausel "aktivieren" zu können.

Sollte dies nicht möglich sein, plädiere Kräuter für einen Verkauf der Maschinen "innerhalb der europäischen Union".

"Kräuter offenbart damit seine komplette Ahnungslosigkeit in dieser Causa. Schon die Reduktion der Stückzahl von 18 Stück der Tranche II auf 15 Stück der Tranche I hat Experten den Kopf schütteln lassen und wird auf Dauer vermutlich mehr Geld kosten als die Einhaltung des ursprünglichen Vertrages gekostet hätte. Warum sonst weigert sich Verteidigungsminister Norbert Darabos schon seit Jahren beharrlich, den mit dem Eurofighter-Hersteller EADS geschlossenen Vergleich offenzulegen, wenn dieser doch angeblich so viel Geld gespart hat", fragte ein Insider gegenüber Austrian Wings.

Zudem würde "heutzutage kein europäisches Land mehr die alten und abgespeckten Tranche I Eurofighter kaufen, die das Bundesheer dank Minister Darabos erhalten hat". Auch hätten die meisten Streitkräfte ihre Luftwaffen schon für die Zukunft aufgestellt, Abfangjäger-Neubeschaffungen seien in den nächsten Jahren daher gar nicht geplant.

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(red)