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Boeing 777 von Malaysia abgestürzt - 239 Opfer befürchtet, Terrorverdacht

     

     

  • Ölspur vor vietnamesischer Küste entdeckt, aber noch keine Spur von der Maschine oder den Insassen
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  • Kein Notruf und auch kein automatisches Notsignal (ELT) empfangen
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  • Entgegen ersten Meldungen kein Österreicher an Bord
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  • Auch 24 Stunden nach dem Abbruch des Funkkontakts noch keine Spur Wrackteile oder Opfer entdeckt
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  • Indizien in Richtung Terrorismus - mindestens zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen an Bord
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  • Neue Ölspur entdeckt
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In eigener Sache: Dieser Beitrag wir nicht mehr aktualisiert. Die jeweils aktuellste Meldung zum Thema finden Sie unter diesem Link.

 

Eine Boeing 777-200ER von Malaysia Airlines mit 227 Passagieren und 12 Besatzungsmitgliedern an Bord ist vermutlich vor der vietnamesischen Insel Tho Chu ins Meer gestürzt. Bislang gibt es keine Spur vom Wrack und dessen Insassen. Während ein vietnamesischer Vertreter den Absturz laut lokalen Medienberichten offiziell bestätigte, hieß es aus Malaysia, dass es keinerlei Hinweise auf einen Crash gebe. Fakt ist jedoch, dass die Maschine bisher nirgendwo als "gelandet" gemeldet wurde und sich auch nicht mehr in der Luft befinden kann, da ihr zwischenzeitlich der Treibstoff ausgegangen wäre.

Das 2002 gebaute Flugzeug mit der Registrierung 9M-MRO befand sich als Flug MH 370 auf dem Weg von Kuala Lumpur in die chinesische Hauptstadt Peking. Zuletzt hatte die Flugsicherung etwa zwei Stunden nach dem Start Kontakt mit der Besatzung als sich die Boeing 777 in einer Flughöhe von 35.000 Fuß über dem Golf von Thailand befand. Danach konnte keine Sprechfunkverbindung mehr zu Flug 370 hergestellt werden. Es habe keinerlei Notruf oder sonstige Anzeichen von Problemen gegeben.

Einsatzkräfte sind im vermuteten Unglücksgebiet unterwegs und suchen nach Überlebenden sowie Wrackteilen.

Unter den 239 Insassen befanden sich auch 2 Kleinkinder unter 2 Jahren. Entgegen ersten Meldungen war kein Österreicher an Bord der Unglücksmaschine - der Pass des Mannes, der auf der Passagierliste stand, sei ihm vor zwei Jahren in Bangkok gestohlen worden, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums gegenüber der "Austria Presse Agentur". Die Passagiere stammten aus China (153+1 Infant), Malaysia (38), Indonesien (12), Australien (6), Frankreich (3), USA (3+1 Infant), Neuseeland (2), Urkaine (2), Kanada (2), Russland (1), Italien (1), Taiwan (1) und den Niederlanden (1).

Laut Angaben der Fluglinie verfügte der 53-jährige Kapitän Zaharie Ahmad Shah über 18.365 Flugstunden Erfahrung, sein 27-jähriger Erster Offizier Fariq Ab. Hamid hatte 2.763 Stunden im Flugbuch stehen.

"Wir konzentrieren uns nun darauf, mit den Behörden und Einsatzkräften zusammenzuarbeiten und werden sie so gut wie möglich unterstützen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Passagieren, der Crew und ihren Angehörigen", erklärte Malaysian Airlines in einer Stellungnahme.

Auf der Homepage der Airline bittet das Management "alle Menschen auf der Welt" darum, "für die Insassen des Fluges 370 zu beten".

Für Angehörige hat die Airline folgende Notfallnummer eingerichtet: +603 7884 1234.

Ölspuren gesichtet

Am frühen Nachmittag (Ortszeit Österreich) hieß es in mehreren Medienberichten, dass die Suchmannschaften vor der Küste Vietnams Ölspuren entdeckt hätten, die von der vermissten Boeing 777 stammen könnten. Das betreffende Gebiet liege etwa 150 Kilometer vor der Insel Tho Chu. Nun würden Suchschiffe gezielt in dieses Areal entsendet. Allerdings sei die Suche mit Flugzeugen vorerst wegen Dunkelheit eingestellt worden, heißt es indes bei einigen Nachrichtenagenturen. Die Schiffe verbleiben im Suchgebiet, bei Tageslicht sollen auch wieder Suchflugzeuge aufsteigen.

Der US-Flugzeughersteller Boeing drückte den Angehörigen der Insassen ebenfalls sein Mitgefühl aus und erklärte in einer Pressemitteilung, dass man ein Expertenteam zusammenstelle, das bei der Aufklärung des Unglücks helfen soll.

Gegen Mittag (Ortszeit Österreich) des 9. März berichtete CNN, dass ein Flugzeug der vietnamesischen Luftwaffe weitere Ölspuren auf dem Meer entdeckt habe.

Möglicher Terroranschlag?

Indes laufen die Ermittlungen auch in Richtung eines möglichen Terroranschlages. Denn sowohl der österreichische als auch der italienische Name auf der Passagierliste stammen von gestohlenen Pässen. Beide Personen waren tatsächlich nicht an Bord der Maschine. Mittlerweile würden die Identitäten von mindestens vier Passagieren genauer untersucht, zwei seien auf jeden Fall mit gestohlenen Pässen gereist, heißt es.

Letzter tödlicher Unfall vor 19 Jahren

Der letzte tödliche Absturz von Malaysia Airlines ereignete sich im Jahr 1995: Damals setzte eine Fokker 50 der Gesellschaft 500 Meter vor der Piste auf, 34 der 53 Insassen kamen ums Leben.

Boeing 777 gilt als sicher

Die zweistrahlige Boeing 777 (auch die heimische AUA hat 4 Maschinen dieses Typs in ihrer Flotte, eine trifft in Kürze in Wien ein, Austrian Wings berichtete) gilt als äußerst sicheres Langstreckenflugzeug. Das Muster steht seit Juni 1995 im Einsatz und von knapp 1.200 ausgelieferten Maschinen gingen bisher (Flug MH 370 noch nicht mit eingerechnet) erst drei Maschinen vollständig verloren: Am 17. Jänner 2008 verunfallte eine British Airways Maschine im Anflug auf London Heathrow, nachdem die Triebwerke durch Vereisung versagt hatten, im Juli 2011 brannte eine B777 der Egyptair auf dem Flughafen Kairo aus - in beiden Fällen kam niemand ums Leben. Im Juli 2013 verunglückte eine Maschine der Asiana durch einen mutmaßlichen Pilotenfehler bei der Landung in San Francisco, drei Menschen starben.

(red UB, NL, HP, NE, CvD / Titelbild: Die Unglücksmaschine 9M-MRO beim Start - Foto: Ercan Karakas via Wiki Commons)