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Schwere Sicherheitsmängel am Flughafen Frankfurt

Die EU-Kommission hat nach eigenen Angaben bei verdeckten Kontrollen schwere Sicherheitsmängel auf dem Flughafen Frankfurt am Main aufgedeckt.

Demnach sei es den Testern in fast 50 Prozent der Fälle gelungen, Waffen oder sonstige verbotene Gegenstände durch die Sicherheitskontrolle zu schmuggeln. Das berichtet die "Bild am Sonntag".

In dem als geheim klassifizierten Bericht wird als Hauptgrund dafür schlecht geschultes Personal der privaten Sicherheitsdienstleister genannt.

Ein Sprecher des Flughafens Frankfurt erklärte, dass man das Problem "sehr ernst" nehme und nun rund 2.500 Mitarbeiter nachgeschult würden.

Situation europaweit bedenklich?

Für Insider kommt das negative Testergebnis indes wenig überraschend. "Das ist kein Problem, das Frankfurt alleine betrifft", sagt ein Fachmann im Gespräch mit Austrian Wings. "Europaweit werden die Sicherheitskontrollen auf den Airports mittlerweile fast ausschließlich von privaten Firmen durchgeführt. In der Regel erhält das Personal nur eine kurze Ausbildung, gefolgt von Training on the Job." Der Stressfaktor sei hoch, ebenso die Fluktuation, während die fachliche Kompetenz besorgniserregend niedrig sei. "Das derzeitige System "gaukelt Sicherheit meiner Meinung nach eigentlich nur vor", so der Experte.

Sinnvoller als "08/15-Kontrollen durch mangelhaft qualifiziertes, unterbezahltes und demotiviertes Personal" wäre seiner Meinung nach "Profiling nach israelischem Vorbild". Dafür brauche es jedoch "gut geschulte Spezialisten", und die wiederum "kosten Geld", welches die Flughafenbetreiber "nicht bereit sind in die Hand zu nehmen". Es sei daher "nur eine Frage der Zeit", bis "im besten Fall erneut ein negatives Testergebnis auftaucht oder im schlimmsten Fall etwas passiert".

Auf dem Flughafen Wien etwa werden die Sicherheitskontrollen von der Flughafentochter VIAS durchgeführt. Insider sprechen auch hier von "demotivierten und unterbezahlten Mitarbeitern", die Kritiken bezüglich der Arbeitsbedingungen durch die (ehemaligen) Angestellten selbst fallen selbst öffentlich entsprechend negativ aus. Ein früherer Mitarbeiter meint dort gar: "VIAS hat mit Sicherheit nichts zu tun."

Der Austrian Wings Redaktion sind mittlerweile mehrere Fälle bekannt, in denen Personen auf dem Flughafen Wien die Sicherheitskontrollen mit Pfefferspray beziehungsweise einem (verbotenen) Messer im Handgepäck passieren konnten.

VIAS wehrt sich gegen Vorwürfe

"Wir weisen die Kritik zurück, die Sicherheit am Flughafen Wien ist sehr hoch, wie auch das Ereignis in der Vorwoche, bei dem Kampfausrüstung in aufgegebenen Gepäcksstücken gefunden wurde, zeigt", betont Airport-Sprecher Peter Kleemann gegenüber Austrian Wings. "Die Sicherheitskontrollen der VIAS werden regelmäßig von EU-Behörden, dem österreichischen Innenministerium und dem Verkehrsministerium überprüft und erzielen hier immer sehr gute Bewertungen. Alleine im Jahr 2014 wurden 19 Sicherheitsaudits bei der VIAS durchgeführt. Zur Kritik bezüglich der Arbeitsbedingungen bei VIAS möchten wir festhalten, dass der Flughafen Wien klar bestrebt ist, den Beschäftigten der VIAS ein gutes und qualitatives Arbeitsumfeld zu bieten. So ist die VIAS im Branchenvergleich mit anderen Sicherheitsdienstleistern der Arbeitgeber mit der höchsten Entlohnung und auch der Dienstplan wurde gemeinsam mit den Mitarbeitern erarbeitet."

(red / Titelbild: Symbolbild Sicherheitskontrolle - Foto: Austrian Wings Media Crew)