Österreich

AUA meldet positives Ergebnis, jedoch "deutlich unter Vorjahr"

Symbolbild AUA - Foto: Tobias Bosina

Adjusted EBIT erreicht 86 Mio., Kerosinpreis drückt auf Ergebnis

Austrian Airlines, Österreichs Flag-Carrier, schaut wirtschaftlich betrachtet auf einen erfolgreichen Sommer zurück. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Adjusted EBIT) hat 86 Mio. Euro betragen. Der Ergebnisrückgang um 14% im Vergleich zu 2017 ist im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen: die deutlich gestiegenen Kerosinkosten und den erhöhten Aufwand für Flugunregelmäßigkeiten. Positiv wirkten sich Flottenerweiterung und Maßnahmen im Servicebereich aus: Die Anzahl der Fluggäste stieg um acht Prozent auf 10,6 Millionen. 

Austrian Airlines CFO Wolfgang Jani: „Trotz erhöhter Kerosinkosten und Luftraumbeschränkungen haben wir im Sommerquartal einen guten Ergebnisauftrieb gehabt.“  

Die Umsatzerlöse sind in den ersten neun Monaten nach der Anwendung der Regelung von IFRS 15* zwar rechnerisch um acht Prozent auf 1.665 Mio. Euro gesunken, ebenso die Gesamterlöse, die um neun Prozent auf 1.729 Mio. Euro gesunken sind. Bereinigt um den Effekt konnten Umsatz aber um fünf und die Gesamterlöse um drei Prozent gesteigert werden. Die betrieblichen Aufwendungen sind um neun Prozent auf 1.643 Mio. Euro gesunken, bereinigt um den IFRS 15 Effekt um vier Prozent gestiegen. Größter Kostentreiber waren hier Treibstoffkosten mit 331 Mio. Euro (+13% oder +38 Mio. Euro).

Das Adjusted EBIT, in dem unter anderem Bewertungsgewinne aus Flugzeugverkäufen abgezogen werden, hat nach drei Quartalen 86 Mio. Euro betragen und ist damit um 14% oder 14 Mio. Euro gesunken (2017: 100 Mio. Euro). Das EBIT ist bei 92 Mio. Euro gelegen (2017: 106 Mio. Euro).

Passagierrekord in greifbarer Nähe
Deutlich ausbauen konnte Austrian Airlines die Verkehrsleistung: In den ersten neun Monaten beförderte Austrian Airlines 10,6 Mio. Passagiere. Das sind acht Prozent oder rund 805.000 mehr als 2017. Das Angebot gemessen in Angebotenen Sitzkilometern (ASK) wurde um fünf Prozent auf 21,2 Mrd. erhöht. Die Auslastung konnte um 2,2 Prozentpunkte auf 79,6 Prozent erhöht werden. Austrian Airlines rechnet damit, im Gesamtjahr 2018 erneut den Passagierrekord zu brechen und über die 13 Millionen Marke zu kommen. 

Austrian Airlines hat seit Jahresbeginn mit 85 in Betrieb befindlichen Flugzeugen 113.968 Flüge durchgeführt. Das sind rund 400 Flüge täglich. Die Regelmäßigkeit hat 97,8 Prozent, die Abflugspünktlichkeit 77,8 Prozent betragen. Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr lag größtenteils an den ungünstigeren Wetter- und Slotvergaben sowie den Flugausfällen durch die Betriebsversammlungen im ersten Quartal.

Austrian Airlines baut Netz um und verdichtet Strecken nach Nordamerika
Wie bereits angekündigt, hat Austrian Airlines mit Ende Oktober ihr Netz umgebaut. Unwirtschaftliche Strecken wie Hongkong, Havanna, Colombo, Isfahan, Schiras oder Linz wurden aus dem Programm genommen, die Kapazitäten nach Chicago, New York, Montreal, Peking und Shanghai hingegen aufgestockt. Seit 27. Oktober wird außerdem Kapstadt in Südafrika angeflogen. Für nächstes Jahr ist die Aufstockung der Flüge nach Japan und Kanada gemeinsam mit den Joint Venture Partnern ANA (Tokio-Haneda) bzw. Air Canada (Toronto) geplant.

„Wir wollen unser Angebot für Geschäftsreisende verbessern und das Drehkreuz in Wien stärken“, sagt Austrian CEO Alexis von Hoensbroech. „Umso mehr stabile Partner Wien anfliegen, desto besser für den Standort und letztendlich auch für uns als Hub-Carrier.“

Der Personalstand der Austrian Airlines Group lag zum Stichtag 30. September 2018 bei 7.104 Mitarbeitern (30.9.2017: 6.749 Mitarbeiter). Der Aufbau von 355 Mitarbeitern (plus fünf Prozent) fand vor allem in den Bereichen Cockpit und Kabine statt.

Ausblick: Austrian lässt Gewinnprognose trotz steigenden Kerosinpreisen unverändert
Für das Gesamtjahr erwartet Austrian Airlines ein deutlich positives Adjusted EBIT, allerdings leicht unter dem Vorjahr. Im längerfristigen Ausblick sind jedoch einige Eintrübungen sichtbar: „Das Jahr 2019 wird sehr herausfordernd. Zum einen drücken steigende Kerosinpreise auf die Kosten, zum anderen wird sich die Wettbewerbssituation in Wien durch das angekündigte Wachstum mehrerer Low Cost Carrier deutlich verschärfen“, so der AUA-Chef.  

(red / AUA)